Der Drops ist ja eigentlich gelutscht: Nach dem 4:0-Auswärtssieg beim FC Randers vor einer Woche ist dem Hamburger SV der Vorstoß in die Play-offs um die Gruppenphase der Europa League nur noch theoretisch zu nehmen.

Trainer Bruno Labbadia nutzt deshalb das Rückspiel gegen die Dänen am Donnerstag (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker) zum Debütantenball der Neuzugänge. Erstmals werden die Zugänge Marcus Berg und David Rozehnal in einem Pflichtspiel für die "Rothosen" auflaufen.

Van der Vaart kein Thema mehr

"Das Ergebnis im Hinspiel gibt uns die Möglichkeit, dem ein oder anderen Spieler Spielpraxis zu geben", sagte Labbadia. Verteidiger Rozehnal war erst unmittelbar vor dem Hinspiel in Randers von Lazio Rom losgeeist worden, Berg lag in der Vorbereitung mit einer Magen-Darm-Grippe flach. Beide blieben also zuhause im Aufbautraining, als ihre neuen Kollegen in Jütland und Montag in Düsseldorf im Pokal aktiv waren.

Spekulationen um eine Rückkehr des bei Real Madrid aussortierten Rafael van der Vaart hat Labbadia dennoch eine klare Absage erteilt. "Wir haben vor fünf Wochen bei ihm angefragt, da wollte er noch in Madrid bleiben", sagte der Trainer, "wir haben unsere Personalplanung also unabhängig von van der Vaart gemacht."

"Königstransfer" wurde so der 22 Jahre alte Torjäger Berg, der nach sieben Toren in vier Partien zum besten Spieler der U-21-Europameisterschaft gewählt wurde. Er wird Paolo Guerrero ersetzen, der in Düsseldorf eine Prellung am Knie erlitt und Mittwoch nur auf dem Fahrrad Fitnesstraining machte.

Auch Castelen bekommt Einsatzzeit

Rozehnal wurde als erfahrene Alternative in der Innenverteidigung für Jerome Boateng verpflichtet. "Beide werden noch nicht bei 100 Prozent sein", vermutet Labbadia, "es macht aber Sinn, sie von Anfang an spielen zu lassen."

Das gilt auch für Romeo Castelen, der im Grunde der sechste Neuzugang beim HSV ist. Der Niederländer laborierte 18 Monate an einer komplizierten Knieverletzung, jetzt ist er wieder fit und hat in der Vorbereitung einen starken Eindruck hinterlassen. "Er wird sicherlich auch seine Einsatzzeit bekommen", so Labbadia.

Jansen: "Mache mir keine Sorgen"

Am Sonntag steht die Saisonpremiere in der Bundesliga beim SC Freiburg an, da macht das Rotationsprinzip zur Schonung der Stammkräfte absolut Sinn. Ein Ziel der Einkaufspolitik war nach den Erfahrungen des letzten Jahres ja auch, den Kader qualitativ in der Breite zu verstärken.

Selbst Nationalspieler Marcell Jansen hat da keinen Stammplatz und musste sich zuletzt hinter U-21-Europameister Dennis Aogo anstellen. "Ich mache mir darüber keine Sorgen", sagte der Linksverteidiger, "wir haben genug Spiele in dieser Saison, da wird jeder oft genug zum Einsatz kommen."

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Hamburg: Rost - Benjamin, Rozehnal, Mathijsen, Jansen - Jarolim, Ze Roberto - Castelen, Trochowski - Berg, Petric

Randers: Stuhr Ellegaard - Friberg da Cruz, Fenger, Fischer, Jepsen - Möller Pedersen, Beckmann, Damborg - Sane, Lorentzen - Berg

Schiedsrichter: Bernie Raymond Blom (Niederlande)