Frankfurt/Main - Den Rückrundenauftakt hatten sich die Kicker von Eintracht Frankfurt wahrlich anders vorgestellt. 0:3 hieß es am Ende im Heimspiel gegen Hannover 96.

Eintracht-Kapitän Patrick Ochs spricht mit bundesliga.de über die vermeidbare Niederlage gegen die Niedersachsen, die Ziele der Eintracht und die Lage der Bundesliga.

bundesliga.de: Herr Ochs, wie fällt mit ein paar Tagen Distanz Ihr Fazit zur deutlichen Niederlage gegen Hannover aus?

Patrick Ochs: Wir sind immer noch enttäuscht. Wir hatten uns vorgenommen, oben weiter dranzubleiben. Aber immer wenn wir uns das vornehmen, geben wir Spiele ab. Und bei allem Respekt, den man natürlich vor jedem Gegner hat: gegen Hannover kann man auch mal zu Hause gewinnen.

bundesliga.de: Warum hat es dann nicht geklappt?

Ochs: Wenn wir das wüssten, würde es sicher nicht mehr vorkommen. Wir haben aber immerhin alles nach vorne geworfen und immer wieder probiert, noch heranzukommen. Den 96ern muss man auch lassen, dass sie die wenigen Chancen, die sie hatten, eiskalt genutzt haben.

bundesliga.de: Eine große deutsche Tageszeitung hält Hannover für die Mannschaft mit dem besten Konterspiel. Zu viel der Ehre?

Ochs: Mir hat vor allem die Innenverteidigung imponiert. Wir haben dann den Fehler gemacht, dass wir es zu oft mit langen Bällen probiert haben. Das ist sicher das falsche Mittel gegen solch eine Defensive mit dieser Kopfballstärke. Und dann hatten wir natürlich zu viele einfache Ballverluste. Die müssen wir abstellen.

bundesliga.de: Dabei wäre es in dieser Saison vergleichsweise leicht, nach oben zu kommen.

Ochs: Natürlich, und deshalb ärgert uns die Niederlage auch ungemein. Wir wollten unbedingt dranbleiben. Stattdessen ist jetzt wieder die Euphorie gebremst, die hier ja spätestens nach dem Sieg gegen Dortmund entstanden war.

bundesliga.de: Letzte Saison standen die Stars der Liga im Focus. Jetzt überraschen Mannschaften, die vom Kollektiv leben. Ist das ein neuer Trend?

Ochs: Ich glaube nicht. Das ist eher eine außergewöhnliche, eine verrückte Saison, in der jeder jeden schlagen kann. Es gibt ja auch immer Erklärungen, warum vermeintliche Spitzenteams schlechter als erwartet abschneiden.

bundesliga.de: Zum Beispiel?

Ochs: Schalke hat den kompletten Kader neu zusammengestellt, bei Bayern war fast jeder Spieler bei der WM aktiv. Das nützt natürlich Mannschaften, die schon länger zusammenspielen.

bundesliga.de: Dortmund, der Tabellenführer, hat aber eine blutjunge Truppe. Lange spielen die noch nicht zusammen.

Ochs: Die haben aber einfach prima Spieler. Ich finde es zum Beispiel unfassbar, wie weit zum Beispiel Mario Götze schon für sein Alter ist. Das ist sicher eine Mannschaft, die nicht so vom Spielerischen her kommt, Die fighten aber über 90 Minuten.

bundesliga.de: Wie schätzen Sie Ihren nächsten Gegner, den HSV, ein?

Ochs: Wir müssen versuchen, dort mindestens einen Punkt mitzunehmen, auch wenn wir in der Defensive gerade sehr geschwächt sind und der HSV sicher personell besser besetzt sind.

bundesliga.de: Ihr Trainer Michael Skibbe verhandelt gerade um eine Vertragsverlängerung. Wie bewertet das die Mannschaft?

Ochs: Man hat ja gemerkt, was er uns in den eineinhalb Jahren beigebracht hat, vor allem spielerisch. Es kommt bei den Spielern gut an, dass der Trainer uns offensiv ausrichtet. Und wir würden uns natürlich sehr freuen, wenn er hier noch länger bleiben würde.

Das Gespräch führte Christoph Ruf