Hamburg - Er hätte der Matchwinner für den Hamburger SV werden können! Doch nach seinem Doppelpack scheiterte Michael Gregoritsch in der 74. Minute mit einem Kopfball an Werder-Keeper Jaroslav Drobny. Es blieb beim 2:2 im Nordderby, dennoch ist der Österreicher nach seinen zwei Toren optimistisch, wie er nach dem Spiel im Interview erklärt.

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Frage: Herr Gregoritsch, Sie haben im Nordderby zwei Tore geschossen, eigentlich müsste Ihre Laune doch super sein. Aber aufgrund des Unentschiedens ist sie wohl doch nur durchwachsen, oder?

Michael Gregoritsch: Ja, es ist so ein Mittelding zwischen Frust und Freude, weil wir 95 Minuten sehr gut gearbeitet haben und am Ende mit ein wenig Glück das Spiel sogar noch hätten gewinnen können. Wichtig ist, dass wir leben, dass wir da sind, dass wir Herz gezeigt haben. Wir haben uns heute gut präsentiert. Das sind die richtigen Schritte in die richtige Richtung. Wenn wir so weiterspielen, bin ich guter Dinge, dass es wieder aufwärts geht.

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Frage: Nach Ihren beiden Toren in der ersten Hälfte hätten Sie in der zweiten Halbzeit fast noch das dritte Tore gemacht...

Gregoritsch: Ja stimmt, in der Situation habe ich zu lange nachgedacht. Es war in der zweiten Hälfte sehr zerfahren, wenn wir den einen oder anderen Konter besser ausfahren, dann können wir noch das dritte Tor machen. Es soll im Moment, aber einfach noch nicht sein. Ich bin aber optimistisch, dass wir in den nächsten Wochen weitere Punkte einfahren werden, weil wir sehr viel Herz und Leidenschaft an den Tag legen - und das spürt man auch jeden Tag im Training. Wir sind als Einheit noch mehr zusammengerückt sind. Es macht wieder Spaß, auf dem Platz zu stehen, daran geht es weiter zu arbeiten.

Frage: Die Mannschaft war vor diesem Nordderby unter der Woche im Trainingslager in Barsinghausen. Was hat die Maßnahme bewirkt?

Gregoritsch: Grundsätzlich schläft man natürlich lieber Zuhause. Es war schon ein sehr gutes Trainingslager. Man kann den Trainer und das Trainerteam schon sehr gut verstehen, warum wir da hingefahren sind. Man merkt halt, was man dort als Mannschaft für Spaß haben kann, wenn man zusammen ist und zusammen zu Abend isst und Zeit miteinander verbringt. Es ist auch überhaupt nicht nervig. Es war wichtig, dass wir den Druck hier in Hamburg nicht mitbekommen haben und uns abschotten konnten.

Frage: Trainer Markus Gisdol hat Sie in den letzten beiden Partien als einzige Spitze aufgestellt. Eigentlich spielen Sie ein bisschen hinter der Spitze. Wie gefällt Ihnen Ihre neue Position?

Gregoritsch: Ich bin jetzt seit 15 Jahren Stürmer. Als ich nach Deutschland gekommen bin, wurde ich bei Bochum zunächst auf Linksaußen gestellt. Beim HSV habe ich dann vermehrt auf der Zehn gespielt. Diese Position habe ich dann etwas anders interpretiert, eher als hängende Spitze. Ich fühle mich auf der Position ganz vorne super wohl. Ich spiele seit Kindertagen im Sturm.

Aus Hamburg berichtet Alexander Barklage