Mit dem VfB Stuttgart und dem VfL Wolfsburg treffen zwei Mannschaften aufeinander, die in der Hinrunde weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind (Sa., ab 18 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio). Sollten die Teams dieses Jahr wiederholen, was ihnen in der Rückserie der Vorsaison gelang, ist das allerdings kein Grund zur Sorge.

Die "Wölfe" kletterten damals mit 43 Zählern noch von Platz 9 auf 1 und feierten am Ende die Meisterschaft, Stuttgart steigerte sich mit 39 Rückrunden-Punkten von Rang 10 auf 3 und landete in der Champions League. Schon 2007 hatte der VfB mit einer vergleichbar fulminanten Rückrunde die Meisterschale geholt.

Gleiches Motto für beide

"Wir wollen unbedingt zeigen, dass wir es besser können", sagt VfL-Torjäger Grafite - und souffliert damit auch gleich dem Gegner das Motto.

Während die Wolfsburger von Platz 8 in die Rückrunde starten, geht der VfB von Rang 15 ins Rennen. "Die Lage ist heikel. Wir müssen alles daran setzen, das erste Heimspiel zu gewinnen", sagt VfB-Coach Christian Gross, der die Mannschaft Anfang Dezember vom zuletzt glücklosen Markus Babbel übernahm.

Ähnliche Bedeutung misst VfL-Coach Armin Veh der Partie bei. "Unheimlich wichtig" sei es, gleich zu Beginn zu punkten: "Auch wenn der VfB natürlich eine wesentlich bessere Mannschaft hat, als es der Tabellenstand aussagt", so Veh.

Besonderes Spiel für Veh

Für den gebürtigen Augsburger ist die Reise nach Stuttgart etwas Besonderes. "Völlig klar, dass es kein normales Spiel für mich ist. Ich habe drei erfolgreiche Jahre dort gehabt und viele zwischenmenschliche Beziehungen aufgebaut. Ich hatte eine sehr gute Zeit dort."

Wie er gegen den Ex-Club spielen lassen will, verriet er im Ansatz bereits: "Im Grunde aber haben wir ein Team, das im 4-4-2-System, also in der Raute mit zwei Spitzen zu Hause ist", sagte der Chefcoach und betonte: "Die vielen Gegentreffer waren allerdings keine Frage des Systems, sondern eher eine Sache der Konzentration und des Zweikampfverhaltens. Und daran haben wir in der Winterpause gearbeitet."

Zurückgreifen kann er voraussichtlich auf Marcel Schäfer. Der Linksverteidiger trainierte auch am Donnerstag wieder voll mit und machte ebenso wie Fabian Johnson auf Veh einen "sehr guten Eindruck". Ohne Probleme absolvierte auch Kapitän Josué die vorletzte Einheit. Thomas Kahlenberg allerdings brach das Training mit einer Muskelverhärtung vorsichtshalber ab, außerdem gönnte Diego Benaglio seinem leicht lädierten Knie einen weiteren Tag Regeneration. "Hinter ihm steht für Samstag noch ein kleines Fragezeichen", so Veh.

Ulreich im VfB-Tor

Stuttgarts Coach Gross hat ebenso klare Vorstellungen vom Spiel wie sein Gegenüber: "Ich verlange eine hohe Lauf- und Einsatzbereitschaft, einheitliches Denken in der Defensive und zielgerichtetes Auftreten in der Offensive", so der Schweizer.

Gross muss auf Kapitän Matthieu Delpierre (Zehenbruch), Sebastian Rudy (Innenbandanriss im Knie) und Elson (Knieprobleme) verzichten. Hinter dem Einsatz von Thomas Hitzlsperger steht noch ein Fragezeichen.

Der Mittelfeldspieler hat seit einem Zweikampf im Training ebenfalls Probleme mit dem Knie. Für den gesperrten Jens Lehmann steht Sven Ulreich zwischen den Pfosten. "Er hat seine Sache zuletzt sehr gut gemacht", so Gross. Neuzugang Cristian Molinaro wird auf der linken Abwehrseite von Beginn an spielen. Wer in der Innenverteidigung neben Serdar Tasci auflaufen wird, steht noch nicht fest.

Progrebnyak und Marica im Sturm

Im Sturm beginnen voraussichtlich Pavel Pogrebnyak und Ciprian Marica, Cacau und Julian Schieber müssen wohl vorerst auf der Bank Platz nehmen.

"Cacau und Julian haben unheimlich intensiv trainiert und sich sehr einsatzwillig gezeigt, aber Pavel und Ciprian sind zurzeit eine Spur wertvoller für das Mannschaftsgefüge", erklärte Gross.

Die voraussichtlichen Aufstellungen beider Mannschaften finden Sie !