München - Zurück. Nach knapp einem Monat. Der Mainzer Mohamed Zidan trifft am 24. Spieltag auf seinen alten Verein Borussia Dortmund - und seinen "Ziehvater" Jürgen Klopp. "Ich bin Profi, ich habe einen guten Lauf beim Toreschießen. Ich weiß, wie ich meinen Job machen muss", erklärte der Ägypter vor der Partie.

Zidan überzeugt seit seinem Wechsel mit ungeheurer Torgefährlichkeit. Er gibt dem Mainzer-Offensivspiel eine erfrischende Note - seit dem Rückrundenbeginn erzielten die Rheinhessen bereits 12 Treffer, vier davon steuerte der Ägypter bei.

Kein Jubel gegen Ex-Club

Die Achtung vor seinem alten Verein, bei dem er zum Ende seiner knapp vierjährigen Zeit nur noch sporadisch zum Einsatz kam, hat er nicht verloren. Bei seinem womöglich fünften Treffer im fünften Spiel für die Mainzer würde er auf ausschweifende Gesten verzichten: "Groß jubeln werde ich nicht. Dafür habe ich zu viel Respekt vor dem Verein, meinen ehemaligen Mitspielern und den Fans."

BVB-Coach Jürgen Klopp, zu seinen Zeiten in Mainz und auch beim BVB wichtige Bezugsperson Zidans, nimmt die Geschichte eher gelassen und mit einem Schmunzeln zur Kenntnis: "Für den unwahrscheinlichen Fall, dass er gegen uns ein Tor schießt, darf er ruhig die Arme hochnehmen. Ich habe ihm gesagt, dass er dann jubeln kann", sagte der Trainer des Tabellenführers.

Aufsteigende Form der Mainzer

"Nullfünfer"-Coach Thomas Tuchel setzt auf seinen Wintertransfer, wohlwissend, dass Zidan in der Spielvorbereitung wertvolle Tipps parat hat. "Ich kenne die Stärken und Schwächen. Jeder Fehler wird bestraft, weil die Geduld haben. Und sie nutzen jede Chance. Wir müssen kompakt stehen", sagt der 30-Jährige.

Tuchel selbst vergleicht das Duell gegen den seit 17 Spielen ungeschlagenen BVB mit einem Wettlauf gegen Usain Bolt. Seine Mannschaft müsse die persönliche Bestleistung erreichen, ließ er verlauten, doch selbst dann sei noch nicht garantiert, dass Mainz etwas Zählbares aus Dortmund entführt. Hoffnung macht dem Coach dabei die ansteigende Form. Keines der letzten fünf Spiele verloren die Mainzer: "Unsere positive Entwicklung nach vorne ist Gott sei Dank jetzt auch ablesbar an Ergebnissen. Wir fühlen uns auf einem neuen Niveau, absolut", freut sich Tuchel.

Intensivstes Spiel der Bundesliga

Ebenfalls positiv: Kapitän Nicolce Noveski kehrt nach seiner Oberschenkelzerrung zurück in den Kader und wird in der Innenverteidigung neben Niko Bungert auflaufen. Mainz setzt vor allem auf die Erfahrung und die Robustheit des 32-Jährigen. Die wird nötig sein: Im Duell der Rheinhessen (5.454) gegen den Deutschen Meister (5.350) treffen die beiden Mannschaften mit den am meisten geführten Zweikämpfen der Bundesliga aufeinander.

Klopp erwartet ein "hochintensives Spiel" und ist sich der Gefährlichkeit des Gegners bewusst. "Wir treffen auf einen selbstbewussten Gegner, der versuchen wird, sich für dieses Spiel etwas einfallen zu lassen", meint der Coach und spielt auf die taktischen Rochaden seines Kollegen Tuchel an, der gegen Dortmund gerne mal das System wechselt. "Aber wir werden uns nicht überraschen lassen", sagt Klopp, "und wenn wir wissen, wer bei Mainz spielt, haben wir auch eine ungefähre Vorstellung davon, wie Mainz spielt."

Ob Klopp von seinem 4-2-3-1-System abrückt, ließ er offen. Es liegt aber im Bereich des Möglichen, denn wenn neben Kapitän Sebastian Kehl (Gelbsperre) und Moritz Leitner (Infekt) auch noch der angeschlagene Sven Bender (Gesichtsverletzung) ausfällt, fehlt es im defensiven Mittelfeld an Alternativen. Klopp unterstrich jedoch, dass der Einsatz Benders durchaus realistisch ist. Robert Lewandowski wird nach seinen Oberschenkelproblemen unter der Woche auf jeden Fall einsatzbereit sein.



Schiedsrichteransetzungen

Sebastian Schramm