Die Weltmeisterschaft in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) bietet neben dem Sport jede Menge Randgeschichten. bundesliga.de präsentiert diese täglich in den WM-Splittern:

++++ Eine "Maulwurf"-Affäre sorgt im Lager der dänischen Nationalmannschaft vor dem WM-Spiel gegen Kamerun am Samstag in Pretoria für Unruhe. Die Zeitung "Ekstra Bladet" hatte für die Auftaktpartie der Dänen gegen die Niederlande (0:2) die Startaufstellung des Europameisters von 1992 exakt vorhergesagt - obwohl Trainer Morten Olsen einige Profis überraschend brachte. Der Coach fürchtet deshalb, dass einer seiner Spieler seine Startelf an das Blatt verraten haben könnte.

Wenn er herausfinde, wer es gewesen sei, "fliegt er nach Hause", drohte Olsen nun in der Tageszeitung "Berlingske Tidende". Olsen bezweifelt jedoch, dass ein Spieler der "Maulwurf" ist: "Das kann ich mir einfach nicht vorstellen. Ich glaube nicht, dass einer der Spieler tratscht." Verteidiger Daniel Agger teilt die Ansicht des Chefs. "Keiner hier tratscht. Das wäre auch unverzeihlich", sagte er. Die Zeitung habe wohl einfach "richtig geraten", meinte Agger. ++++

++++ Ein südafrikanischer Student hat sich beim Training der italienischen Nationalmannschaft am Donnerstag bis auf die Knochen blamiert. Der junge Mann durfte an der Übungseinheit des Weltmeisters teilnehmen und verlor beim Versuch eines Flugkopfballs seine Sporthose. Die internationalen Fotografen ließen es sich nicht nehmen, das komplett nackte Hinterteil des Südafrikaners abzulichten. ++++

+++ Der argentinische Nationaltrainer Diego Maradona hat sich für seine Verbal-Attacke auf UEFA-Präsident Michel Platini entschuldigt. "Platini hat mir einen Brief geschickt und mir darin mitgeteilt, dass er nie gesagt hat, was sie mir gesagt haben, dass er gesagt haben soll. Deshalb will ich mich hier jetzt bei ihm entschuldigen", sagte Maradona nach dem 4:1-Sieg der "Albiceleste" am Donnerstag gegen Südkorea mit dem Brief in der Hand.

Platini soll zuvor die Fähigkeiten von Maradona als Trainer infrage gestellt haben. Als Maradona davon vor einigen Tagen von einem Journalisten erfuhr, polterte er: "Ich bin nicht überrascht, weil ich zu Platini schon immer ein distanziertes Verhältnis hatte. Wir sagen nur 'Hallo' und 'Auf Wiedersehen' zueinander. Aber wir wissen ja, wie die Franzosen sind - und Platini ist Franzose. Er denkt, dass er besser als wir anderen ist." ++++

++++ Die Trikots des australischen Nationalmannschaft sind nach der 0:4-Pleite zum Auftakt der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika gegen Deutschland Ladenhüter. "Vor dem Spiel gegen Deutschland hatten wir 100 Verkäufe am Tag", erklärte ein Verkäufer in Sydney, "doch seitdem geht es deutlich zurück." Stattdessen erlebt der Fünfte Kontinent einen Run auf die Shirts des erfolgreichen DFB-Teams.

In den ersten Geschäften werden bereits einige Fan-Artikel der Aussies zu reduzierten Preisen angeboten. Die letzte Hoffnung der Sport-Shops ist die aufkommende Kälte Down Under. "Vielleicht kaufen die Leute jetzt wenigstens Schals", sagte ein Verkäufer. ++++

++++ Der Frost in Südafrika hat die Trainingspläne von Deutschlands Gruppengegner Ghana über den Haufen geworfen. Die Übungseinheit der Afrikaner musste um zwei Stunden verschoben werden, da der Platz in ihrem WM-Quartier nördlich von Rustenburg noch gefroren war. "Uns wurde am frühen Morgen mitgeteilt, dass wir wegen der eisigen Bedingungen unser Training verschieben müssten", teilte Fred Pappoe, Vize-Präsident des ghanaischen Verbandes (GFA) mit.

Die Temperaturen in Rustenburg waren in den vergangenen Tagen dramatisch gefallen und erreichten in der Nacht Werte von - 5 Grad Celsius. Die "Black Stars" treffen dort am Samstag im Royal-Bafokeng-Stadion auf Australien. ++++

++++ Der ehemalige argentinische Nationalspieler Gabriel Batistuta ist ausgerechnet im Michelangelo-Hotel, im dem auch FIFA-Präsident Joseph S. Blatter während der WM in Südafrika logiert, bestohlen worden. Der 41-Jährige berichtete, dass aus seinem Zimmer "Bargeld und die Kreditkarten entwendet wurden", als er nicht anwesend war. Das Michelangelo-Hotel in Sandton gehört zu den mondänsten und teuersten in Johannesburg.

"Bati-Gol" arbeitet bei der WM-Endrunde als Kommentator für einen TV-Sender und analysiert die WM-Spiele. Batistuta erzielte in 78 Länderspielen für den zweimaligen WM-Champion 56 Tore und ist damit der erfolgreichste Nationalmannschafts-Torschütze der Gauchos. Bei den WM-Turnieren 1994, 1998 und 2002 war er insgesamt zehnmal erfolgreich. ++++

++++ Insgesamt 81 Personen hat die chilenische Polizei bei den Siegesfeiern nach dem historischen WM-Erfolg der Nationalmannschaft gegen Honduras (1:0) festgenommen. Die Personen seien wegen Diebstählen, Sachbeschädigung oder Widerstand gegen die Staatsgewalt kurzfristig in Gewahrsam genommen worden, teilte ein Polizeisprecher mit.

Bei den Feierlichkeiten von Tausenden Fans auf der Plaza Italia nach dem ersten WM-Sieg seit 48 Jahren hatten die Sicherheitsbeamten den neuralgischen Verkehrsknotenpunkt in der Hauptstadt Santiago de Chile mit Wasserwerfern und Tränengas freigeräumt.

Rund 5000 Chilenen hatten den Sieg auf der Plaza de la Constitucion und zwei weiteren Plätzen auf Großbildleinwänden verfolgt und waren anschließend zur traditionellen Feierstätte gepilgert. ++++