Zusammenfassung

  • Nach dem 0:3 zu Hause gegen Gladbach ist Bayern auf Platz fünf gefallen
  • Mats Hummels analysiert im Interview die Gründe für die aktuelle Situation
  • Hummels: "Wir wissen, dass wir uns nicht verrückt machen lassen"

München - Nach dem starken Saisonstart mit vier Siegen in den ersten vier Bundesligaspielen ist dem FC Bayern München zuletzt das Spielglück etwas abhanden gekommen. Nach der 0:3-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach, dem vierten sieglosen Pflichtspiel in Serie, analysiert Mats Hummels im Gespräch mit den Journalisten die Situation beim Rekordmeister und blickt dennoch zuversichtlich nach vorne.

Frage: Mats Hummels, ein 0:3 kommt in München nicht so häufig vor. Wie ist nach so einem Spiel die Stimmung in der Kabine?

Mats Hummels: Wir waren natürlich nicht zufrieden so wie wir gespielt haben. Aber man muss auch ganz klar sagen, wenn der Gegner so effektiv ist und wir selber nicht, dann kommen solche Ergebnisse zustande. Das kommt immer mal wieder vor, aber ein 0:3 darf uns zuhause einfach nicht passieren.

"Wir haben zu wenig Leute da, wo es dem Gegner weh tut" Mats Hummels

Frage: Christoph Kramer hat gesagt, dass der FC Bayern auf dem Platz ein bisschen mutlos wirkte im Gegensatz zu der Mannschaft, die man sonst so kennt, die wütend anrennt und dann auch dominiert.

Hummels: Das Problem ist, wir haben den Ball, aber wir haben ihn in ungefährlichen Räumen, weil wir uns mit zu vielen Spielern in völlig ungefährlichen Räumen aufhalten. Wir haben zu wenig Leute da, wo es dem Gegner weh tut. Seitdem ich bei Bayern bin, ist das immer mal wieder der Fall. Das wird immer wieder angesprochen, auch jetzt. Niko Kovac ist auch einer, der das theoretisch ein bisschen anders sehen möchte. Aber wir verfallen, vor allem wenn wir in Rückstand sind, so ein bisschen in alte Muster. Das hemmt auch unser Spiel.

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Frage: Wie kommt man jetzt da raus, wenn fast alle bei der Nationalmannschaft sind?

Hummels: Wir haben sogar mehr Vorbereitungszeit, weil wir am Mittwoch von der Nationalmannschaft wiederkommen und am Samstag spielen. Und wir haben natürlich viel Zeit, Videoanalyse zu betreiben und zu schauen, was auf dem Platz nicht passt. Dann werden wir diese Phase, die jetzt in allen drei Jahren, in denen ich bei Bayern bin, Ende September, Anfang Oktober da war, auch wieder hinter uns lassen.

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Frage: Tabellenführer Borussia Dortmund hat jetzt vier Punkte Vorsprung. Was heißt das jetzt für die Bundesliga?

Hummels: Das werden wir in den nächsten Wochen sehen. Letztes Jahr waren wir nach dem siebten Spieltag fünf Punkte hinter Dortmund. Es geht immer auf und ab. Wir sagen die ganze Zeit, dass es sehr schnell gehen kann, in jede Richtung. Jetzt haben eben andere Mannschaften das Spielglück, dass wir gerade nicht haben. Dann ist man eben auf einmal hinten. Wir wissen aber auch, dass wir nicht nur Pech haben und vor allem gegen Gladbach und gegen Ajax Amsterdam nicht auf unserem Niveau waren.

Frage: Am Sonntag geht es aufs Oktoberfest. Welche Gedanken gehen Ihnen in der momentanen Situation da durch den Kopf?

Hummels: Wir haben alle schon so oft gewonnen und verloren, dass wir uns nicht verrückt machen lassen von solchen Dingen. Wir wissen, dass wir Dinge verbessern müssen und dass wir nicht gut spielen. Aber es ist bei uns nicht der Fall, dass wir nicht daran glauben, dass wir wieder deutlich besser spielen werden, weil wir wissen, dass wir es können.

Aufgezeichnet von Maximilian Lotz

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