Die Bayern können im deutschen Fußball fast alles - jetzt sorgen sie sogar vor dem 6. Bundesliga-Spieltag (ab 15 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio) für Massenheilungen bei der Konkurrenz.

13 Spieler fehlten bei Hannover 96 noch am Dienstag im Pokalspiel bei Schalke 04 verletzt oder erkrankt, zur Partie gegen Rekordmeister Bayern München aber sind fast alle wieder fit. "Wenn Bayern kommt, ist der gesamte Verein elektrisiert", sagt 96-Trainer Dieter Hecking: "Sich mit der besten Mannschaft Deutschlands zu messen, ist immer eine besondere Motivation."

Hecking stapelt tief

So tummelten sich mit Ausnahme von drei Spielern wieder alle Profis auf dem Trainingsplatz der Niedersachsen. Sogar Jan Schlaudraff könnte eine weitere Offensivoption darstellen. Nach seiner Knochenstauchung sei der ehemalige Bayernspieler schon "relativ weit. Es besteht Hoffnung, dass er spielen kann."

Die 96er warten zwar seit 20 Jahren auf einen Heimsieg gegen die Münchner, sind aber seit neun Heimspielen ungeschlagen. "Erstmal geht es um die Basics: rennen, kämpfen, defensiv gut stehen", fordert Hecking.

Große Hoffnungen auf einen Erfolg seiner Rekonvaleszenten-Truppe hat er dennoch nicht: "Auch das beste Team Deutschlands hat zwar mal einen schlechten Tag, aber den haben sie beim 2:5 gegen Werder Bremen genommen."

"Immer auf dem Prüfstand"

Die Packung gegen den Erzrivalen von der Weser haben die Münchner zwar mit dem 2:0-Pokalerfolg gegen den Zweitligisten 1. FC Nürnberg zunächst verdrängt, im Kampf um die Meisterschaft muss nun aber ein "Dreier" her. "Der FC Bayern steht immer auf dem Prüfstand", weiß Trainer Jürgen Klinsmann: "Ich erwarte eine sehr schwere Aufgabe, bei Hannover sind alle heiß."

Franck Ribery wird dabei voraussichtlich noch nicht von Anfang an spielen. Der Franzose steht wie schon gegen Nürnberg zwar im Kader, Klinsmann hält ihn aber nach seiner langen Verletzungspause für noch nicht fit genug für 90 Minuten: "Er ist sicher ungeduldig, aber auch realistisch in der Beurteilung seines eigenen Körpers."

Den Gegner wollen die Bayern keineswegs unterschätzen. "Hannover ist wie ein torkelnder Boxer", weiß Andreas Ottl, "gerade solche Mannschaften sind immer gefährlich." Auch Klinsmann hat Respekt vor Heckings Team: "Hannover 96 hat, auch wenn die Ergebnisse zuletzt nicht so gut waren, eine sehr gute Mannschaft."

Werder Bremen - 1899 Hoffenheim

Der deutsche Vizemeister muss nach dem Befreiungsschlag an der Isar nun daheim gegen den Tabellenzweiten von 1899 Hoffenheim nachlegen. Eine sehr interessante Partie des 6. Spieltages, auch weil mit Markus Rosenberg (vier Tore) und Vedad Ibisevic (sechs Treffer) zwei Torjäger in Topform aufeinandertreffen.

Trainer Thomas Schaaf von Werder Bremen sang bereits das hohe Lied auf Aufsteiger Hoffenheim. "Sie haben schon sehr gute Spiele abgeliefert und spielerisch Einiges anzubieten. Ich gehe davon aus, dass sie sich auch bei uns nicht verstecken", meinte Schaaf, "das einzige was der Mannschaft noch fehlt, ist Erfahrung."

Auch Sportdirektor Klaus Allofs lobt das Konzept bei 1899 und will gleichzeitig der Gefahr von Schmähungen für Mäzen Dietmar Hopp vorbauen, wie sie bereits in anderen Stadien vorgekommen sind: "Dort gibt es Visionen, und es werden die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen", meint Allofs. "Da ist jemand, der durch ehrliche Arbeit zu viel Geld gekommen ist und es jetzt sinnvoll einsetzt."

"Luxusproblem" im Angriff

Hoffenheim will nach der Pokal-Niederlage in Freiburg (1:3) wieder an die Gala gegen Dortmung (4:1) anknüpfen, auch wenn das keine leichte Aufgabe wird. "Werder Bremen ist einer der drei Meisterschaftsfavoriten", sagt Ralf Rangnick, glaubt aber dennoch an einen eigenen Erfolg: "Das heißt aber nicht, dass wir chancenlos an die Weser fahren."

Im Angriff hat Rangnick die Qual der Wahl, da ihm mit Chinedu Obasi eine Alternative zum erfolgreichen Sturmduo Ibisevic und Demba Ba zur Verfügung steht. "Man kann in unserem Fall durchaus von einem Luxusproblem sprechen. Alle drei sind in einer Top-Verfassung. Ich kann eigentlich nichts falsch machen", ist Rangnick zufrieden.

Hamburger SV - Borussia Mönchengladbach

Für Marcell Jansen kommt es mit dem HSV in der Partie gegen Borussia Mönchengladbach zum Wiedersehen mit alten Bekannten. Der Nationalspieler ist schließlich seit der D-Jugend am Bökelberg groß geworden. 14 seiner Freunde und Verwandten einschließlich der Eltern haben sich für die Partie angemeldet.

"Für mich ist es das Spiel des Jahres", sagt Jansen, der wegen des Zweitliga-Intermezzos der Gladbacher nun erstmals auf seinen Ex-Club trifft: "Ich würde mich beim Jubeln sicher etwas zurücknehmen." Sein Trainer Martin Jol gibt die Richtung vor: "Wir wollen viel kreieren und konstant nach vorne spielen." Allerdings ohne das klare Ziel aus den Augen zu verlieren. "Wir wollen die Punkte hierbehalten", fordert der Niederländer.

Ziege erwartet Reaktion

Bei der Borussia gibt man trotz der schwachen Leistung beim 0:3-Pokal-Aus in Cottbus kämpferisch. "Jeder weiß, worum es geht. Der HSV ist eine Spitzenmannschaft, aber eine Chance hat man immer", sagt Trainer Jos Luhukay. Auch Sportdirektor Christian Ziege fordert eine Reaktion auf dem Rasen: "Es ist alles gesagt, jetzt wollen wir eine Mannschaft mit einer anderen Einstellung sehen."

Auch Steve Gohouri, der nach seiner Versetzung zur U 23 am Freitag (26. September) erstmals wieder bei den Profis trainierte, ist ein Thema für Samstag. "Er hatte in den letzten Tagen ein paar Probleme mit dem Knie, aber heute sah alles positiv aus", so Luhukay: "Wenn Steve fit ist, dann ist er immer eine Alternative."

VfL Bochum - Bayer Leverkusen

VfL-Trainer Marcel Koller weiß um die Stärken des Gegners: "Leverkusen: im Moment sehr spielstark, gute Offensive, viele Tore erzielt, sehr viel Selbstvertrauen."

Sein Team soll sich für das 0:2 im Pokal gegen den HSV rehabilitieren. "Lockerheit und Selbstvertrauen erarbeitet man sich über Siege. Weil da im Moment ein bisschen fehlt, müssen die grundsätzlichen Tugenden abgerufen werden - daran müssen wir arbeiten und jeder Spieler sollte in sich gehen, um ein paar Prozent mehr herauszukitzeln", fordert Koller hohe Einsatzbereitschaft.

Sonderlob für Rolfes

Leverkusen will aus einer guten (4:0 gegen Hannover, 2:0 in Augsburg) eine sehr gute Woche machen. "Diese Leistungen müssen nun Ansporn sein, das immer wieder zu zeigen", sagt Bruno Labbadia.

Trotz der überragenden Form von Patrick Helmes, der bei bundesliga.de die Wahl zum Spieler des 5. Spieltags gewann, lobte der Trainer ausdrücklich seinen Kapitän und Antreiber Simon Rolfes: "Er spielt intelligent, antizipiert sehr gut und gewinnt viele Zweikämpfe. Daher ist er auch entscheidend für die Viererkette, denn er fängt vieles ab."

Hertha BSC Berlin - Energie Cottbus

Gegen Cottbus geht es für die Herthaner um den ersten Heimsieg der laufenden Saison. Und den ersten Erfolg gegen die Niederlausitzer seit nun über fünf Jahren. "Wir wollen unser Spiel machen", so Lucien Favre, der keine Zweifel an der Favoritenrolle seiner Mannschaft lässt. Und auch Herthas Vorsitzender der Geschäftsführung Dieter Hoeneß weiß: "Wir haben etwas gutzumachen. Es ist eine gute Gelegenheit, Selbstvertrauen zu tanken."

Fragezeichen stehen hinter Patrick Ebert (Leistenzerrung) und Gojko Kacar (Wadenprobleme). Kaka, der beim 1:2 n.V. in Dortmund eine Wadenprellung erlitten hat, bangt ebenso noch um seinen Einsatz wie Andrej Voronin (Knieprobleme).

Prasnikar lobt und warnt

Energie ist nach dem Weiterkommen im Pokal obenauf. "Das Selbstvertrauen ist größer nach dem Sieg gegen Mönchengladbach. Auch spielerisch hat sich die Mannschaft gesteigert und in der Offensive viel richtig gemacht", sagt Bojan Prasnikar. Der Trainer dämpft aber auch umgehend die Euphorie: "Hertha ist ein ganz dicker Brocken. Das Team wurde sehr gut verstärkt, spielt offensiv und der gute Saisonstart ist keine Überraschung."

Verzichten muss Cottbus weiterhin auf Stiven Rivic. Mit einem Magen-Darm-Virus fällt er nun schon zwei Wochen aus. Auch der bulgarische Stürmer Dimitar Rangelov steht wegen einer Sprunggelenksverletzung nicht zur Verfügung.

Borussia Dortmund - VfB Stuttgart

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