Der Start ist gelungen. Die neuformierte Mannschaft der Frankfurter Eintracht feierte nach dem Einzug in die 2. Pokalrunde in der Woche zuvor auch zum Bundesliga-Auftakt einen Sieg. Beim 1:0-Erfolg der Hessen gegen den SC Freiburg überzeugte Eintracht-Urgestein Marco Russ als Innenverteidiger. Vor dem Spiel bei seinem Ex-Verein VfL Wolfsburg spricht der 29-Jährige im Interview mit bundesliga.de.

bundesliga.de: Marco Russ, viele Experten haben der Eintracht wegen der Abgänge zahlreicher Stammspieler der letzten Saison eine schwere Spielzeit prophezeit. Jetzt hat die Mannschaft die ersten beiden Pflichtspiele gewonnen. Wie bewerten Sie den Saisonstart?

Marco Russ: Uns war von Anfang an bewusst, dass diese Saison schwer verlaufen kann. Durch die Neuzugänge und den neuen Trainer arbeiten wir daran, dass wir in der Bundesliga am Ende der Saison besser da stehen, als im letzten Jahr.

bundesliga.de: Was macht die Mannschaft schon gut, wo sehen Sie noch Defizite?

Russ: Das Kämpferische und der Teamgeist passt schon ganz gut bei uns, spielerisch, vor allem was das Spiel nach vorn angeht, können wir uns noch verbessern. Ansonsten haben sich die Neuen schnell und gut integriert und wir sind auf einem guten Weg.

bundesliga.de: Gegen den SC Freiburg durften Sie wieder einmal als Innenverteidiger auflaufen, eine Position, die Sie auch schon oft gespielt haben. Zuletzt wurden Sie aber meistens im Mittelfeld eingesetzt. Wo fühlen Sie sich wohler? Wo sehen Sie sich stärker?

Russ: Ich spiele da, wo mich der Trainer aufstellt und fühle mich auch auf beiden Positionen gleich wohl.

bundesliga.de: Sie haben in Ihrer Karriere schon viele Trainer erlebt. Jetzt arbeiten Sie unter Thomas Schaaf. Was unterscheidet ihn von anderen Coaches, wo liegen seine Stärken?

Russ: Zuerst einmal muss man sagen, dass jeder Trainer seine eigene Philosophie hat. Bei unserem Trainer Thomas Schaaf ist es so, dass er zum Beispiel sehr viel Wert auf Taktik und die Kommunikation auf dem Platz legt.

bundesliga.de: Sie gehen jetzt in Ihre elfte Profi-Saison, neun davon absolvierten Sie für die Eintracht. Können Sie sich vorstellen, dem Verein auch bis zum Karriereende treu zu bleiben oder reizt Sie noch einmal das große Abenteuer, das jetzt beispielsweise Ihr früherer Teamkollege Jermaine Jones in den USA sucht?

Russ: Jeder Spieler hat seine eigene Zukunftsplanung. Amerika hatte ich auch immer mal im Hinterkopf. Aber Stand jetzt kommt das für mich nicht in Frage.

bundesliga.de: Am kommenden Samstag geht es zu Ihrem Ex-Verein VfL Wolfsburg. Was ist aus dieser Zeit bei Ihnen positiv hängen geblieben? Was lief damals verkehrt?

Russ: Es gab schon ein paar Sachen, die nicht gut liefen, wobei das dann immer an beiden Seiten liegt. Trotzdem hatte ich eine gute Zeit beim VfL, es war eine gute Mannschaft und ich habe viele tolle Leute kennengelernt.

bundesliga.de: Wie stark schätzen Sie den Gegner Wolfsburg ein? Wie muss die Eintracht agieren, um dort erfolgreich zu sein?

Russ: Wolfsburg kann in dieser Saison für eine größere Überraschung sorgen als in der letzten. Sie haben eine riesige Qualität im Kader. Wir müssen unsere Defensivarbeit gegen den VfL genauso verrichten, wie wir sie gegen Freiburg gezeigt haben. Nach vorn müssen wir alle zusammen noch ein bisschen was drauflegen, dann sind auch in Wolfsburg drei Punkte drin.

bundesliga.de: Welche Rolle kann die Eintracht in dieser Saison spielen? Was ist drin?

Russ: Nach dem 1. Spieltag kann man das schwer beurteilen, aber wie gesagt, wir wollen am Ende der Saison besser da stehen, als im letzten Jahr. Vor zwei Jahren hat man gesehen, was mit einer neu zusammen gewürfelten Mannschaft möglich war.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski