Köln - Schon zum vierten Mal steht Marcel Schmelzer mit Borussia Dortmund im Pokalfinale in Berlin. 2012 hat er den Pott in die Höhe gereckt. Gelingt am Samstag erneut ein Triumph über den FC Bayern, wäre der Linksverteidiger in der 107-jährigen Historie des BVB einer der Ersten, der den DFB-Pokal zwei Mal gewinnen konnte.

Frage: Marcel Schmelzer, ausgerechnet vor dem großen Pokalfinale scheint der BVB nachzulassen. In der Bundesliga gab es zuletzt eine Niederlage in Frankfurt und ein Unentschieden gegen Köln.

Marcel Schmelzer: Was heißt ‚nachlassen‘? Ich denke, wir haben viele Ziele erreicht, die wir uns in dieser Saison gesetzt haben. Wir haben eine herausragende Rückrunde gespielt, wenn man die beiden letzten Spiele ausklammert. Bis dahin war es wirklich super und das machen wir uns nun auch nicht kaputt. Wir wissen, dass es im Pokal gegen Bayern ein ganz anderes Spiel wird am Samstag. Wir werden in dieser Trainingswoche auch dafür sorgen, dass jeder Einzelne dann komplett bei hundert Prozent sein wird.

Frage: Gegen Köln hatte der BVB Probleme in der Defensivabstimmung, die Gäste kamen zu einigen Kontern. Macht Ihnen das Sorgen mit Blick auf die Bayern?

Schmelzer: Grundlegend denke ich, dass wir seit Beginn der Saison unsere Angriffe viel besser abgesichert haben. Eventuell hat uns gegen Köln ein wenig die nötige Konzentration gefehlt. Aber nun freue ich mich aufs Pokalfinale, das eh ein vollkommen anderes Spiel wird. Es wird auch für die Zuschauer viel angenehmer werden, weil es einfach Fußball sein wird und kein Spiel, in dem eine Mannschaft sich hinten reinstellt und die andere versucht anzulaufen.

"Das große Ziel bleibt es, den Pokal zu holen!"

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Frage: In der Bundesliga gab es in dieser Spielzeit gegen die Bayern ein Remis und eine deutliche Niederlage. Was muss alles zusammen kommen, damit der BVB am Samstag als Pokalsieger vom Platz geht?

Schmelzer: Ich denke, dass diese Partie ganz anders zu bewerten ist als die Ligaspiele, weil es einfach ein Finale ist. Es ist immer möglich, in einem Spiel den Gegner zu schlagen. Wir werden dafür auch nicht unsere Philosophie ändern, sondern wir werden versuchen, unser Spiel und unseren Stil durchzuziehen. Eines ist aber auch klar: Wir müssen alles raushauen in diesen 90 oder 120 Minuten.

Frage: Sie selbst stehen schon zum vierten Mal seit 2012 mit dem BVB in einem Pokalfinale. Warum kann der BVB so gut Pokal?

Schmelzer: Spätestens seit 2012, als wir nach längerer Zeit wieder in Berlin waren und direkt den Pokal gewonnen haben, wissen wir, wie schön es dort ist. Genau deswegen sorgen wir in jeder Runde des DFB-Pokals - auch in den Runden vor dem Finale - dafür, dass die Konzentration wirklich hoch ist. Im Pokal ist es schwierig, immer Runde für Runde weiterzukommen. Und das Finale in Berlin ist dabei nur ein Teilziel. Das große Ziel bleibt es, den Pokal zu holen! Auch für alle Spieler, die das noch nicht erlebt haben, muss es einfach ein Riesenanreiz sein, den Pott nach Dortmund zu holen.

"Wir fahren selbstbewusst nach Berlin"

Frage: Ihr Trainer Thomas Tuchel war auch noch nicht im Endspiel in Berlin. Was werden Sie ihm vorher erzählen?

Schmelzer: Es ist einfach etwas Besonderes, wenn man dort einen Titel gewinnt, mit dem Pokal nach Dortmund zurückkommt und dann mit dem Autokorso durch die ganze Stadt fährt. Das ist etwas, das man nie mehr vergessen wird.

Frage: Was macht Sie optimistisch, diesen Triumphzug durch Dortmund am Sonntag wieder erleben zu dürfen?

Schmelzer: Unsere Saison - unsere komplette Saison, die wir in diesem Jahr gespielt haben. Das lässt uns selbstbewusst nach Berlin fahren und daran glauben, dass wir den Sieg von 2012 wiederholen können.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte