Köln - 20 Jahre lang hielt Manuel Neuer dem FC Schalke 04 die Treue. Kein Wunder: Als gebürtiger Gelsenkirchener wuchs der Torhüter im Stadtteil Buer in unmittelbarer Umgebung des Vereins auf.

Bereits 1991 entschied sich der damals Fünfjährige für die Knappen und legte damit den Grundstein für seine einzigartige Torwart-Karriere.

Der junge Keeper durchlief sämtliche Jugendmannschaften in Königsblau bevor er als U19-Spieler bereits hin und wieder für die zweite Mannschaft der Schalker zwischen den Pfosten stehen durfte. 2005, Manuel Neuer war gerade 19, winkte endlich der Profivertrag unter Trainer Ralf Rangnick. Für mehr als zwei Mal auf der Bank sitzen, reichte es damals aber noch nicht. Die Schalker Nummer drei musste sich gedulden und wurde zunächst in der Oberliga eingesetzt. An Routinier Frank Rost und seinem Ersatzmann Christofer Heimeroth gab es - noch - kein Vorbeikommen.

Bundesligadebüt und Stammtorhüter

Doch lange musste der 1,93 Meter große Keeper nicht auf seine Chance warten. Heimeroth hatte den Verein verlassen, Neuer war in der Saison 2006/07 zur Nummer zwei avanciert. Und prompt verletzte sich Frank Rost - Neuer feierte am 2. Spieltag als 20-Jähriger sein Bundesligadebüt für den FC Schalke 04. Und hielt bei Alemannia Aachen sogleich die Null. Auch bei seinem zweiten Einsatz am nächsten Spieltag gegen den SV Werder Bremen wahrte er die weiße Weste.

Frank Rost kam danach noch zu genau zehn Einsätzen in Bundesliga, DFB-Pokal und Uefa-Cup - überzeugen konnte er Trainer Mirko Slomka nicht mehr. Zur Winterpause verließ der Keeper den Verein und machte Platz für Manuel Neuer, der unter Slomka endlich Stammkeeper wurde.

13 Mal hielt er in dieser Saison die Null in der Bundesliga, mit ihm im Tor wurde Schalke 2007 Vizemeister.

Neuer hält die Null

Wettbewerbsübergreifend gelang es Neuer in der folgenden Spielzeit sogar 19 Mal den Kasten sauber zu halten. Unvergessen sind seine Paraden im Achtelfinalrückspiel der Champions League gegen den FC Porto am 5. März 2008. Nicht nur während des Spielverlaufs war er ein großer Rückhalt seiner Mannschaft. Im entscheidenden Elfmeterschießen hielt er zwei von drei Elfern und sicherte seinem Club damit den Einzug ins Viertelfinale.

Auch die DFB-Karriere des Torhüters kam langsam aber sicher ins Rollen. In den Juniorenmannschaften und der U21-Auswahl hatte sich Neuer bereits bewiesen. Bundestrainer Jogi Löw gab dem mittlerweile 23-Jährigen am 2. Juni 2009 erstmals eine Chance. Erneut profitierte Neuer von einer Verletzung des Stammtorhüters. Statt René Adler reiste der Schalker als Nummer 1 zur WM 2010 und bestritt alle Spiele bis zum Halbfinale.

Die darauffolgende Saison mit Schalke sollte eine durchwachsene für ihn werden. Felix Magath, der seit einem Jahr die Knappen trainierte, ernannte Neuer zum Kapitän der Mannschaft. Gemeinsam gewann man den DFB-Pokal und erreichte das Halbfinale in der Königsklasse. In der Bundesliga reichte es nur für Platz 14.

Endlich "Weltfußballer"?

Der erfolgreiche Torwart weckte natürlich die Begehrlichkeiten anderer Clubs - wochenlang wurde in den Medien hin und her spekuliert. Bereits im April 2011 verkündete Neuer unter Tränen auf einer Pressekonferenz, dass er den Verein nach der Saison verlassen würde. Für die Fans kam der Super-GAU: Ligakonkurrent FC Bayern München bekam den Zuschlag. Am 1. Juni 2011 wurde der Wechsel offiziell bestätigt.

Mit dem Wechsel zum deutschen Rekordmeister nahm die Karriere des Ausnahme-Torhüters erst richtig Fahrt auf. Zwei gewonnene Meisterschaften, zwei Mal DFB-Pokal-Sieger und einmal Gewinner in der Champions League. Dazu der Supercup, der UEFA Super Cup und die FIFA-Klubweltmeisterschaft. Die Liste der Titel, die Manuel Neuer in den letzten - kurzen - dreieinhalb Jahren mit dem FC Bayern einheimste, ist lang.

Gekrönt wurde die bisherige Karriere von Neuer durch den WM-Titel in Brasilien. Zum dritten Mal in Folge ist der Welttorhüter von 2013 nun für die Wahls als "Weltfußballer" nominiert. Erstmals gehört er zu den Top Drei. Und zum ersten Mal stehen die Chancen nicht schlecht, dass er diese Wahl gewinnen könnte - als erster Torhüter überhaupt.

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