Basel - Der FC Basel beherrscht seit Jahren den Profi-Fußball in der Schweiz. Seit drei Jahren steht der Meisterschafts-Pokal ununterbrochen im Trophäenraum der "Rot-Blauen". In dieser Saison haben sie auch international den Durchbruch geschafft und sich erstmalig für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert. Der Gegner jetzt: der FC Bayern München (ab 20.30 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Doch was zeichnet den Schweizer FCB aus? Wo liegen die Stärken, auf wen müssen die Bayern ganz besonders aufpassen? bundesliga.de nimmt mit Hilfe des Schweizer Nationaltrainers Ottmar Hitzfeld die einzelnen Mannschaftsteile unter die Lupe.

Der Torwart:

Für Yann Sommer geht am 29. Februar ein großer Traum in Erfüllung. Erstmals wurde er für ein Länderspiel der "Nati", wie die Eidgenossen ihre Nationalmannschaft nennen, berufen. Im Freundschaftsspiel gegen Argentinien ist die Chance auf einen Einsatz zwar eher gering, doch nach vielen Einsätzen in der U 21 soll er nun Luft bei den "Senioren" schnuppern. "Sommer ist zwar erst 23 Jahre alt, aber er strahlt eine unglaubliche Ruhe und Abgeklärtheit aus. Mit seiner Auffassungsgabe erkennt er Spielsituationen sehr schnell und leitet somit Angriffe blitzschnell ein", lobt Hitzfeld den Schlussmann des FC Basel, erkennt aber auch Defizite bei Sommer: "Bei Flanken hat er aufgrund seiner für Torhüter eher geringen Körpergrößen ab und an Probleme."

Die Abwehr

Die Schwachstelle bei den Hausherren. Nur in einem der vergangenen 21 Partien in der Champions League stand beim FC Basel die Null. Und das war im November 2010 beim 1:0 gegen Cluj. Die beiden Innenverteidiger haben ihre Stärken - aber auch Schwächen. "Dragovic und Abraham werden in der Luft kaum zu bezwingen sein. Sie haben beide ein sehr gutes Kopfballspiel. Abraham ist dazu noch sehr schnell. Aber wenn es mit Doppelpässen schnell geht, haben die beiden Probleme im Stellungsspiel. Da müssen die Bayern ansetzen", meint Hitzfeld. Auf den Außen werden wohl der Ex-Frankfurter Steinhöfer und Park zum Einsatz kommen. Ein Schlüsselduell könnte es auf der linken Seite geben, wenn Robben auf Park trifft. "Park ist ein laufstarker Außen, der sich oft in die Offensive einschaltet. Aber dafür ist er in der Defensive anfällig, vor allem im Eins-gegen-eins", so Hitzfeld.

Das Mittelfeld

Dass das Mittelfeld der Baseler Qualität hat, ist in Europa schon lange kein Geheimnis mehr. Mit Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka spielen zwei der größten Schweizer Talente bei den Hausherren. Noch. Denn der FC Bayern hat sich vor kurzer Zeit die Dienste Shaqiris ab 2012/13 gesichert. Xhakas Zukunft bei den Baselern ist wohl auch nur noch begrenzt. Auch wenn die technischen Fähigkeiten Shaqiris auf der Außenbahn und Xhakas als Strippenzieher im Zentrum eine Augenweide sind, so hat ein Mann im Mittelfeld eine besondere Aufgabe: Benjamin Huggel. "Huggel bringt eine große Menge Erfahrung mit und gibt seine Routine an seine jungen Nebenleute weiter. Er verteilt die Bälle sehr klug und ist der ruhende Pol in der Mannschaft", lobt Hitzfeld den ehemaligen Spieler von Eintracht Frankfurt.

Der Angriff

Wohl jeder Trainer der Schweiz würde sich glücklich schätzen, Alexander Frei und Marco Streller als Stürmer aufbieten zu können. Ihre Vorzüge haben die beiden in der Bundesliga unter Beweis gestellt - Frei mehr, Streller weniger. Während aber Frei nach seiner Rückkehr in der Schweiz nahtlos mit dem Toreschießen weitergemacht hat, hat Streller in seiner Entwicklung noch einmal einen Schub bekommen. Mittlerweile tritt der ehemalige Stürmer des VfB Stuttgart und des 1. FC Köln auch regelmäßig als Vollstrecker auf. Als Kapitän der Baseler hat er dazu einen hohen Stellenwert in der Mannschaft. Hinter diesem Duo lauert ein weiteres Juwel: Valentin Stocker. Hitzfeld ist voll des Lobes über seinen Jung-Nationalspieler: "Valentin Stocker ist ein großes Talent, der sich immer besser entwickelt. Auf ihn wird als Joker zu achten sein."


Aus Basel berichtet Michael Reis