Seit Montag ist Oliver Neuville wieder im Mannschaftstraining. Borussias Kapitän durfte wegen seiner Europameisterschafts-Nominierung drei Wochen später ins Training einsteigen.

Um den Rückstand auf seine Teamkollegen möglichst schnell aufholen zu können, absolvierte der 35-Jährige am Mittwoch zwei Einheiten. Vormittags stand er mit Co-Trainer Markus Gellhaus und dem angeschlagenen Soumaila Coulibaly auf dem Platz und übte sich im Torabschluss aufs kleine Tor, am Mittag stand ein Konditionslauf auf dem Programm.´

Frage: Oliver Neuville, wie lautet Ihr Fazit nach den ersten drei Tagen Training?

Oliver Neuville: Es tut richtig gut, wieder dabei zu sein. Ich habe zwar noch ein wenig Achillessehnenprobleme, die habe ich aber immer am Anfang einer Saison. Ansonsten habe ich versucht, die neuen Kollegen ein wenig kennenzulernen. Gal Alberman hat mir erzählt, dass er genau wie ich früher bei CD Teneriffa gespielt hat. Er kann sehr gut spanisch. Auch Jaurès und Matmour habe ich mich vorgestellt, und Jan-Ingwer Callsen-Bracker kenne ich ja noch aus meiner Zeit bei Bayer Leverkusen. Er hat ja schon mit 19 Jahren Bundesliga gespielt, danach sogar Erfahrungen in der Champions League gesammelt. Er hat sich in den letzten Jahren super entwickelt und kann uns sicher weiterhelfen.

Frage: Was kann man von der Mannschaft in der Bundesliga erwarten?

Neuville: Vor allen Dingen keine Überdinge. Borussia ist nach einem Jahr zweiter Liga sofort wieder aufgestiegen, da liegt die erste Priorität ganz klar auf dem Klassenerhalt. Das ist das wichtigste, auch wenn die Erwartungen natürlich groß sind. Natürlich gibt es einige sehr starke Mannschaften in der Bundesliga. Spielerisch sind wir aber nicht schlechter als viele andere.

Frage: In den letzten Tagen wird rund um Borussia viel über ein mögliches Spielsystem geredet, neben dem bekannten 4-4-2 hört man auch immer wieder etwas vom 4-2-3-1. Gibt es für dich als Stürmer entscheidende Unterschiede zwischen den beiden Systemen?

Neuville: Das System an sich ist nicht wichtig. Interessanter ist, wie man es interpretiert. Schon in den letzten Saisonspielen in der zweiten Liga habe ich mehr hinter Rob Friend gespielt. In anderen Partien hatten wir auf dem Platz ein System mit einem Mittel- und zwei Außenstürmern und in wieder anderen ein klassisches 4-4-2. Es ist gut, dass wir da variabel sind. Auch dass wir Stürmer unterschiedliche Typen sind, kann nur von Vorteil sein.