Mainz - Der 1. FSV Mainz 05 verliert 0:2 gegen Borussia Dortmund und damit auch die Tabellenführung. Selten aber konnten die Mainzer eine Niederlage so akzeptieren wie die gegen die von ihrem ehemaligen Trainer Jürgen Klopp trainierten Dortmunder.

Es war ein tolles und rasantes Spitzenspiel am Sonntagnachmittag im Stadion am Bruchweg. Und am Ende war die Borussia aus Dortmund auch ein verdienter Sieger, weil sie eben noch ein bisschen besser war als die diesmal nur guten Mainzer.

"Dortmund individuell noch besser besetzt"

"Am Ende blieb nichts für uns übrig, aber dafür müssen wir uns nicht schämen", sagte der Mainzer Trainer Thomas Tuchel, der nach der Galavorstellung der Dortmunder Offensive um Lucas Barrios, Shinji Kagawa, Kevin Großkreutz und Mario Götze anerkannte: "Die Dortmunder sind individuell einfach noch besser besetzt."

Ähnlich sah es Manager Christian Heidel. "Wir müssen einfach anerkennen, nicht jedes Spiel in der Bundesliga gewinnen zu können. Dortmund hat einen Riesenlauf, die waren heute einfach besser", sagte Heidel, für den "der BVB ist einfach noch einen Schritt weiter ist als wir". Für den Mainzer Manager führt die Meisterschaft in dieser Saison nur über die Borussia. "Dortmund muss man erstmal abholen, wenn man Meister werden will", sagte Heidel.

Polanski hadert nach Fehlschuss

Auch wenn die Mainzer nicht ihren allerbesten Tag hatten, so gab es während des Spiels doch immer Phasen, in denen sie am Drücker waren. Besonders direkt nach der Halbzeitpause machten die Rheinhessen mächtig Druck.

Und es gab auch die Riesenchance zum Ausgleich - Götze hatte die Borussia nach 26 Minuten in Führung gebracht - , doch der Mainzer Mittelfeldrackerer Eugen Polanski verschoss einen Elfmeter (48.). Subotic hatte Adam Szalai im Strafraum zu Fall gebracht, aber der starke Dortmunder Torhüter Roman Weidenfeller hielt den Ball nach dem Strafstoss von Polanski. "Es war nicht abgesprochen, dass ich schieße, aber ich fühlte mich sicher. Ja, und dann ist er eben nicht reingegangen", haderte Polanski.

"Immer noch in einer überragenden Situation"

Die Dortmunder waren aber spielerisch eben doch einen Tick stärker. Auch weil die 05er sich immer wieder selbst durch leichte Abspielfehler aus dem Rhythmus brachten und zu früh "lang" und "hoch" spielen mussten, wie ihr Trainer Thomas Tuchel bemängelte. Und spätestens nach dem 2:0 von Barrios (67.) nach einer wunderschönen Kombination über Nuri Sahin und Götze war das Spiel dann zugunsten des BVB entschieden.

Lewis Holtby dachte gleich nach dem Spiel positiv und wollte die verdiente Niederlage nicht zu tief wirken lassen. "Wer hätte schon gedacht, dass Mainz 05 nach dem 10. Spieltag Zweiter ist. Wir haben einen großartigen Teamspirit, egal ob wir gewinnen oder verlieren", sagte der Mainzer Mittelfeldspieler. Das findet auch Manager Christian Heidel: "Wir sind immer noch in einer überragenden Situation." Gegen Klopps bärenstarke Dortmunder stießen die Mainzer am Sonntag einfach an ihre Grenzen.

Aus Mainz berichtet Tobias Schächter