München - Top oder Flop? Eine der größten Fragen zu Beginn einer Saison bei Clubs und Fans ist die nach dem Einstand der Neuzugänge, denn nichts ist ärgerlicher als eventuell Ablöse zu zahlen und dann keine Verstärkung für sein Team zu bekommen.

bundesliga.de wirft einen Blick auf die Leistungsdaten aller neuen Spieler der Vereine, die sich am 1. Spieltag mindestens 15 Minuten auf dem Platz zeigten, und stellt ihnen ein Zeugnis für den ersten Auftritt aus. Insbesondere die Neuen des 1. FSV Mainz überzeugen auf ganzer Linie.

Ein sehr starker Auftritt

Gleich sechs Neuzugänge haben am 1. Spieltag bereits getroffen, doch für bundesliga.de ist nicht unbedingt ein Scorerpunkt ein Beleg für einen perfekten Einstand. Die Top-Auftritte des Wochenendes:

Sami Allagui (FSV Mainz) erzielte im ersten Einsatz sein 1. Bundesliga-Tor, feuerte die meisten Schüsse auf dem Platz ab (5) und brachte für einen Offensivmann gute 86 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler.

Fin Bartels (FC St. Pauli) kam in der 68. Minute in die Partie und sorgte für den 3:1-Endstand.

Christian Fuchs (FSV Mainz, Foto r.) hatte die meisten Ballkontakte auf dem Platz (71) und gewann gute 75 Prozent seiner Zweikämpfe. Zudem war er an 7 von 16 Mainzer Schüssen beteiligt.

Jens Hegeler (1. FC Nürnberg) traf in seinem vierten Spiel erstmals in der Bundesliga. Es war sein einziger Schuss. Zudem verzeichnete Hegeler 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe und zwei Ballgewinne.

Lewis Holtby (FSV Mainz, Foto l.) bereitete das 1:0 von Allagui mustergültig vor und gab selbst vier Torschüsse ab.

Mohamadou Idrissou (Borussia Mönchengladbach, Foto) erzielte nach seinem Treffer im Pokal nun auch erstmals in der Bundesliga für die Borussen ein Tor. Der Kameruner war an fünf der zwölf Gladbacher Schüsse direkt beteiligt (drei Schüsse, zwei Torschuss-Vorlagen). Zudem bestritt Idrissou die meisten Zweikämpfe auf dem Platz (20), von denen er acht für sich entschied.

Morten Rasmussen (FSV Mainz) erzielte mit einem tollen Kopfball sein 1. Bundesliga-Tor, es war zugleich sein einziger Torschuss. Der Däne agierte deutlich unauffälliger als Allagui und gewann lediglich 29 Prozent seiner Zweikämpfe.

Christian Tiffert (1. FC Kaiserslautern) bereitete sechs Torschüsse seines Teams vor und schloss ein Mal selbst ab. Zudem schlug er sieben Flanken - die meisten auf dem Platz.

Carlos Zambrano (FC St. Pauli) gewann gute 73 prozent seiner Zweikämpfe und konnte fünf gefährliche Aktionen klären.

Eine solide Leistung

Aller Anfang ist schwer, insbesondere wenn ein Fußballer bei einem neuen Verein auf neue Mitspieler und auf eine neue Spielphilosophie trifft. Trotzdem haben es viele Neuzugänge geschafft, sich gut beim neuen Club zurecht zu finden:

Michael Ballack (Bayer Leverkusen, Foto l.) spielte nicht so gut wie Nebenmann Arturo Vidal und hatte auch deutlich weniger Ballkontakte (54) als dieser (75). Er gewann für ihn mäßige 46 Prozent seiner Zweikämpfe.

Mehmet Ekici (1. FC Nürnberg) war an der Hälfte aller Nürnberger Torschüsse beteiligt (5 von 10) und trat alle Ecken der "Cluberer" (5).

Leon Jessen (1. FC Kaiserslautern) kam zur 2. Halbzeit, spielte keinen einzigen Fehlpass (36 Pässe insgesamt) und schlug 4 Flanken.

Shinji Kagawa (Borussia Dortmund, Foto r.) gab drei Schüsse ab - mehr als jeder andere Dortmunder. Er war einer der besten Borussen und hatte 42 Ballkontakte.

Toni Kroos (FC Bayern) bereitete das 1:0 von Thomas Müller mit einem schönen Pass vor.

Martin Lanig (1. FC Köln) konnte gute 69 Prozent seiner Zweikämpfe gewinnen und gab einen Torschuss ab.

Robert Lewandowski (Borussia Dortmund) wurde in der 63. Minute eingewechselt und bestritt noch acht Zweikämpfe, von denen er gute 63 Prozent gewinnen konnte.

Mario Mandzukic (VfL Wolfsburg) war Wolfsburgs bester Neuzugang und wirkte sehr engagiert: Der Kroate gab drei Schüsse ab, 45 Prozent seiner Pässe gingen allerdings zum Gegner.

Peniel Mlapa (1899 Hoffenheim, Foto) traf auch in seinem zweiten Pflichtspiel für 1899 ins Schwarze. Es war aber sein einziger Torschuss. Die Zweikampfhärte der Bundesliga hat er zudem noch nicht angenommen - er gewann nur einen seiner neun Zweikämpfe.

Jan Moravek (1. FC Kaiserslautern) bereitete vier Torschüsse der Lauterer vor und bestritt die meisten Zweikämpfe seines Teams (13, 46 Prozent Erfolgsquote).

Per Nilsson (1. FC Nürnberg) gewann 75 Prozent seiner Zweikämpfe und kam ohne Foul aus.

Emanuel Pogatetz (Hannover 96) gewann 80 Prozent seiner Zweikämpfe und klärte vier gefährliche Aktionen der Eintracht.

Tom Starke (1899 Hoffenheim) bekam nicht viel zu tun: Der Keeper musste einen Bremer Schuss parieren, beim Elfmeter von Frings war er machtlos.

Moritz Stoppelkamp (Hannover 96) wurde früh für den verletzten Carlitos eingewechselt und gab die meisten Schüsse bei 96 ab (3).

Georgios Tzavellas (Eintracht Frankfurt) bereitete zwei Schüsse vor und gab sieben Flanken in die Mitte - die meisten auf dem Platz.

Heiko Westermann (Hamburger SV) war an zwei Torschüssen des HSV beteiligt und gewann 67 Prozent seiner Zweikämpfe.

Mit Luft nach oben

Nicht alle Neuzugänge durften zu Saisonbeginn von Beginn an ran, oder sie reihten sich in die durchwachsene Leistung ihrer Mannschaftskollegen ein. Folgende Spieler haben ihr Potenzial noch nicht vollkommen abgerufen:

Mohammed Abdellaoue (Hannover 96) gab zwei Schüsse ab, konnte aber nur 25 Prozent seiner Zweikämpfe für sich entscheiden.

Marko Arnautovic (SV Werder Bremen) kam schon in der 24. Minute für den verletzten Almeida aufs Feld und gab immerhin die meisten Schüsse der Bremer ab (2). Der Österreicher gewann aber nur einen seiner acht Zweikämpfe.

Cicero (VfL Wolfsburg konnte nur 44 Prozent seiner Zweikämpfe gewinnen und hatte gegen das starke Bayern-Mittelfeld häufig das Nachsehen.

Philipp Degen (VfB Stuttgart) wurde nach 67 Minuten und einer äußerst mäßigen Leistung ausgewechselt. Über seine rechte Abwehrseite liefen fast alle Mainzer Angriffe.

Theofanis Gekas (Eintracht Frankfurt) hatte in 59 Minuten gewohnt wenige Ballkontakte (12), war aber an drei Schüssen der Eintracht direkt beteiligt.

Christian Gentner (VfB Stuttgart) hatte die zweitmeisten Ballkontakte der Schwaben (60), gewann aber nur schwache 36 Prozent seiner Zweikämpfe.

Erwin Hoffer (1. FC Kaiserslautern) war am schnellsten Platzverweis der Bundesliga-Geschichte unmittelbar beteiligt, als ihn Mohamad per Notbremse stoppte. Ansonsten gewann er nur einen seiner fünf Zweikämpfe und gab einen Schuss ab.

Mato Jajalo (1. FC Köln, Foto) war an drei Schüssen des FC beteiligt und bestritt die meisten Zweikämpfe auf dem Platz (15), von denen er jedoch nur 26 Prozent gewann.

Oliver Kirch (1. FC Kaiserslautern) wurde mit nur 19 Ballkontakten zur Halbzeit ausgewechselt. Zwei Schüsse gab der Neuzugang ab.

Simon Kjaer (VfL Wolfsburg) gewann nur 33 Prozent seiner Zweikämpfe und machte nicht den sichersten Eindruck - Nebenmann Andrea Barzagli wirkte deutlich solider.

Christoph Metzelder (FC Schalke) gewann zwar 100 Prozent seiner Zweikämpfe (5 von 5), doch gab er der Schalker Abwehr keinesfalls Sicherheit - häufig war er zu langsam und hatte noch Schwierigkeiten in der Abstimmung.

Maximilian Nicu (SC Freiburg) wurde in der 56. Minute eingewechselt, hatte nur neun Ballkontakte und fiel vor allem durch einen katastrophalen Fehlpass auf.

Kyriakos Papadopoulos (FC Schalke) wurde nach 49 Minuten ausgewechselt, war an keinem Torschuss beteiligt und gewann nur 33 Prozent seiner Zweikämpfe.

Lukas Piszczek (Borussia Dortmund) kam in der 67. Minute ins Spiel und hatte noch 18 Ballkontakte.

Raul (FC Schalke, Foto o.) gab in 63 Minuten zwei Schüsse ab und hatte lediglich 17 Ballkontakte. Der Spanier konnte nur einen von vier Zweikämpfen gewinnen.

Jan Rosenthal (SC Freiburg) hatte einen Torschuss und drei Ballgewinne zu verzeichnen.

Julian Schieber (1. FC Nürnberg) gab beim "Club" die meisten Schüsse ab (3) und war an 5 von 10 Torschüssen insgesamt beteiligt.

Timmy Simons (1. FC Nürnberg) gewann 75 Prozent seiner Zweikämpfe und bereitete einen Torschuss vor.

Atsudo Uchida (FC Schalke) wurde in der 59. Minute für Rechtsverteidiger Matip eingewechselt und verlor jeden seiner drei Zweikämpfe.