Ein unglückliches Eigentor von Julian Baumgartlinger bringt die Gäste aus Hamburg in Führung
Ein unglückliches Eigentor von Julian Baumgartlinger bringt die Gäste aus Hamburg in Führung
Bundesliga

Mainz ohne Punkte - aber dafür mit toller Geste

Mainz - "Wir wollten am Ende alles, und haben alles verloren." Die Worte des Mainzer Trainers Martin Schmidt standen nach der bitteren 1:2-Niederlage gegen den Hamburger SV nicht nur für das Sportliche: Nach dem 1:1 durch Yunus Malli (76.) wollte Schmidt seine Mannschaft zum Sieg puschen, wechselte den offensiven Sami Allagui für den defensiven Julian Baumgartlinger ein (82.) – und musste dann aber mitansehen, wie Mainz 05 durch einen Schlenzer von HSV-Spieler Gojko Kacar von der Strafraumgrenze dieses Spiel noch verlor.

Doch dieses Spiel bedeutete mehr als eine Niederlage für den 1. FSV Mainz 05. Die Rote Karte von Daniel Brosinski kurz vor dem Abpfiff war noch das kleinere Übel. Aber die schwere Verletzung von Elkin Soto überschattete aus Mainzer Sicht alles, was diese dramatische Partie sonst noch erzählte.

Der bittere Abgang des Elkin Soto

Mainz bietet Unterstützung an: "...dann hast du hier einen Anker"

In der 31. Minute trat Soto nach einem Rempler von Rafael van der Vaart während seines Versuchs einer Direktabnahme ein Luftloch  – mit fatalen Folgen: Bei der unglücklichen Aktion ging im linken Kniegelenk des Kolumbianers alles kaputt, was dieses zusammenhält. Wahrscheinlich war das das bittere Ende von Sotos Karriere. Eigentlich wollte Soto nach der Saison seine Karriere in Kolumbien bei seinem Heimatverein Once Caldas ausklingen lassen. Schon in diesem Winter hatte er nach Südamerika zurück wechseln wollen, stellte sich im Abstiegskampf aber weiter Mainz 05 zur Verfügung. Und nun das.

Der Mainzer Manager Christian Heidel erklärte in einem schönen Akt der Solidarität, der 34-Jahre alte Soto könne seinen Vertrag sofort verlängern, wenn er wolle. Der Spieler wurde sofort ins Krankenhaus eingeliefert, die Diagnose war niederschmetternd. FSV-Teammanager Axel Schuster teilte diese auf der Pressekonferenz nach dem Spiel mit: Riss des vorderen Kreuzbandes, Riss des Innenbandes, Meniskusriss, Verdacht auf weitere Gelenk- und Weichteilschäden im linken Knie – schlimmer geht nicht.

Nach acht Jahren und 182 Bundesligaspielen für Nullfünf hätte der Abschied nicht bitterer ausfallen können für diesen im Verein und bei den Fans hochgeschätzten Fußballer. Rafael van der Vaart und auch HSV-Trainer Bruno Labbadia erklärten ihre Anteilnahme an Sotos Schicksal mit. Schuldzuweisungen gab es ohnehin nicht von Mainzer Seite, Manager Heidel sagte: "Es war ein Unglück, van der Vaart wollte das nicht."