Wolfsburg - Die Berg- und Talfahrt des VfL Wolfsburg geht weiter. Anfang März startete der Club noch eine Aufholjagd, die an die Saison 2008/09 erinnerte, als die "Grün-Weißen" von Rang 9 zur Winterpause sensationell zum Titel marschierte.

Vom 24. Bis 28. Spieltag gab es dann fünf Spiele in Folge ohne Niederlage mit vier Siegen in Folge. Eine Serie, wie der VfL sie seit der Meister-Saison nicht mehr hingelegt hatte. Anstelle von Abstiegsängsten rückten urplötzlich Träume vom Einzug in die Europa League.

Träume, die innerhalb einer Woche platzten. In der Englischen Woche erwiesen sich nicht nur Titelverteidiger Borussia Dortmund und Europa-League-Starter Hannover 96, sondern sogar.

VfL patzt gegen schlechtestes Auswärts-Team



Mit gerade mal neun Punkten aus 15 Spielen auf fremden Plätzen schienen die als schwächste Auswärtsmannschaft der Liga angereisten Süddeutschen gerade richtig als Aufbaugegner in die Volkswagen Arena zu kommen.

Immerhin wussten die wankelmütigen "Grün-Weißen" in der aktuellen Saison zumindest vor eigenem Publikum zu überzeugen - Rang 6 in der Heimtabelle. Mehr als die neun Heimsiege feierten nur die Champions-League-Aspiranten Borussia Dortmund, Bayern München und Schalke 04. Zu Hause bewies die Mannschaft also durchaus Europa-League-Reife.

Auch die Konkurrenz lässt Punkte



"Wir haben die Möglichkeit gehabt, ans europäische Tor zu klopfen", sagte ein enttäuschter Trainer Felix Magath, zumal auch die Konkurrenten im Kampf um Europa, Werder Bremen (1:4 in Stuttgart), Hannover 96 (0:1 beim Hamburger SV) und Bayer Leverkusen (3:3 gegen Hertha BSC) Punkte ließen.

Doch mit der 1:2-Niederlage gegen die abstiegsbedrohten Gäste ließen die Niedersachsen die vielleicht letzte große Chance, zu einem erneuten Angriff auf die oberen Tabellenränge verstreichen. "Nach drei Niederlagen in der Englischen Woche gibt es für keinen Anlass mehr, von Europa zu reden", hakte der VfL-Coach auf Nachfrage von bundesliga.de das Thema Europapokal ab.

Helmes: Die Zeit wird knapp



So sah es auch sein Torjäger: "Wenn wir solche Spiele nicht gewinnen, sind wir schlecht beraten, noch über Europa zu sprechen", sagte Patrick Helmes angesichts der trotz eines Übergewichts von 23:10 Torschüssen mageren Ausbeute der Wolfsburger. "Was wir brauchen, sind Punkte, aber wir haben nur noch drei Partien."

Es scheint so, als ob die Wolfsburger drei Spieltage vor Ende der Spielzeit 2011/12 die Saison abgehakt haben. Angesichts der als Ziel gesetzten Europapokal-Teilnahme dürfte es nicht einmal ein schwacher Trost sein, dass der VfL sich gegenüber der Vor-Saison gesteigert hat. Im vergangenen Jahr konnte erst am 34. und letzten Spieltag mit einem 3:1 in Hoffenheim der Klassenerhalt gesichert werden.

Aus Wolfsburg berichtet Jürgen Blöhs