Eine offizielle Bezeichnung oder Titel hat er noch nicht. Dolmetscher trifft es nicht so ganz genau, denn die neue Aufgabe von Jörg Stiel ist umfassender und spezieller. "Vielsprachiger, humorvoller, erfahrener Ex-Profi mit Auslandserfahrung und großem Einfühlungsvermögen gesucht" hätte das imaginäre Stellengesuch von Borussia Mönchengladbach lauten können - wenn es Jörg Stiel nicht gegeben hätte.

Der ehemalige Torhüter der Borussia wird ab sofort dabei helfen, die beiden vielversprechenden Neuzugänge Juan Fernando Arango und Raul Marcelo Bobadilla bestmöglich zu integrieren. Hauptsächlich dadurch, dass Stiel die Anweisungen und Ansprachen von Trainer Michael Frontzeck für den Venezolaner und den Argentinier ins Spanische übersetzt.

Spanisches Sprachrohr des Trainers

"Ich werde aber nicht nur Sprachrohr von Mike (Michael Frontzeck; d. Red.) sein. Südamerikaner sind zwar keine Exoten mehr. Aber man weiß, dass sie sich gut fühlen müssen, um ihre Top-Leistung zu bringen.Ich werde sicher auch mal mit ihnen essen gehen oder andere Sachen besprechen", erklärt Stiel seine Aufgabe, die zeitlich erst mal unbefristet ist.

Freitag bis Sonntag werden die Kern-Tage seiner neuen Beschäftigung sein. "Jörg soll vor, während und nach dem Spiel bei den Mannschaftsbesprechungen anwesend sein. Und dabei helfen, Bobadilla und Arango bestmöglich einzustellen und ihnen die Rückmeldungen des Trainer genau so weitergeben", beschreibt Borussias Sportdirektor Max Eberl.

"Ich gehe nicht zurück auf den Rasen"

Für Stiel, der in seiner Schweizer Heimat außerdem im Fernsehgeschäft tätig ist, war die Zusage an Mönchengladbach auch eine Herzenssache.

"Ich hatte eine so schöne Zeit als Torwart hier und kenne noch so viele Leute. Das sind auch Leute, mit denen mich viel verbindet und mit denen ich gerne etwas machen will", sagt er: "Ich musste nicht lange überlegen, dass ich es mache. Ich musste nur überlegen, wie ich das alles jetzt organisiere, denn ich habe ja auch ein Leben in der Schweiz."

Eine sportliche Funktion bei der Borussia etwa als Torwart-Trainer hätte sich Stiel, der in seiner Karriere auch in Mexiko aktiv war, aber nicht vorstellen können. "Ich gehe nicht zurück auf den Rasen. Ich war 18 Jahre Profi und habe wohl das Optimum rausgeholt. Das, was ich jetzt machen soll, ist doch cool. Ich mache das, was ich am besten kann: quatschen."

Aus Saalfelden berichtet Stefan Kusche




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