Für Real Madrid hält der Achtelfinal-Fluch in der Champions League an, Manchester United hat dagegen mit einer Gala-Vorstellung seine Titelambitionen untermauert.

Real schied nach einem 1:1 (1:0) gegen Olympique Lyon zum sechsten Mal in Folge in der Runde der letzten 16 aus, nachdem das Hinspiel mit 0:1 verloren gegangen war. Damit ist der Traum vom Finale im eigenen Stadion für Cristiano Ronaldo frühzeitig beendet. Dagegen bleibt ManUnited auf Kurs. Die Mannschaft von Teammanager Sir Alex Ferguson erteilte nach dem 3:2 im Hinspiel in der zweiten Partie dem AC Mailand eine Lehrstunde und gewann 4:0 (1:0).

Damit stehen vier von acht Viertelfinalisten fest. Bereits am Dienstag hatten Bayern München und der FC Arsenal das Weiterkommen perfekt gemacht. In der nächsten Woche kämpft noch der VfB Stuttgart bei Titelverteidiger FC Barcelona um den Einzug in die nächste Runde.

Higuain trifft das leere Tor nicht

Vier Tage nach dem Sprung an die Tabellenspitze der Primera Division ging Real mit großem Selbstbewusstsein in die Partie und wurde gleich belohnt. Nach sechs Minuten war das 0:1 aus dem Hinspiel durch einen Treffer des früheren Weltfußballers Ronaldo bereits wettgemacht. Der Portugiese, der sein siebtes Tor im laufenden Wettbewerb erzielte, ließ dabei Lyon-Keeper Hugo Lloris mit einem Beinschuss schlecht aussehen.

In der Folgezeit drängten die Madrilenen, bei denen Ex-HSV-Star Rafael van der Vaart erst in der 62. Minute eingewechselt wurde, auf den zweiten Treffer und erspielten sich einige gute Möglichkeiten. Die beste Chance im ersten Durchgang besaß der Argentinier Gonzalo Higuain, als er Lloris umkurvte, den Ball aber an den Pfosten setzte (25.).

Doch der Schock folgte in der 75. Minute, als Miralem Pjanic die Real-Abwehr düpierte und den so wichtigen Ausgleichstreffer für Lyon erzielte. Am 22. Mai findet das Finale im Estadio Bernabeu statt.

Rooney in Höchstform

Davon darf Manchester träumen. Was die "Red Devils" gegen Milan ablieferten, war auch schon finalreif. Vor allem Torjäger Wayne Rooney lief zur Höchstform auf. Der Nationalspieler war wie im Hinspiel zweimal zur Stelle (13. und 46.), die weiteren Treffer für United erzielten Ji-Sung Park (59.) und Darren Fletcher (87.).

Als die Partie längst entschieden war, durfte auch David Beckham in seinem früheren Wohnzimmer ran. Erst in der 64. Minute kam "Becks" ins Spiel und wurde von den United-Anhängern frenetisch gefeiert. Von 1992 bis 2003 hatte Beckham 265 Spiele für Manchester bestritten und dabei die großen Erfolge des Clubs wie den Champions-League-Sieg 1999 mitgemacht.

Manchester erreichte zum vierten Mal in Folge das Viertelfinale, die letzten beiden Jahre stand der Club jeweils im Endspiel. Dagegen lichtet sich nach dem Aus von Milan bei den Italienern das Feld, was Deutschland in der Fünf-Jahres-Wertung zugute kommt. Nachdem Florenz am Dienstag an den Bayern gescheitert war, ruhen im Land des Weltmeisters die letzten Hoffnungen auf Inter Mailand, das es allerdings im Rückspiel mit dem FC Chelsea zu tun bekommt.