Der VfB Stuttgart will in die Champions League, doch erst mal haben ihm der frisch erworbene Torjäger und ein nicht vorgesehener Joker einen Fehlstart in die neue Saison der Bundesliga erspart.

In einem turbulenten Spiel gewannen die Schwaben gegen den starken Aufsteiger SC Freiburg mit 4:2 (2:0) - dank Pawel Pogrebnjak, erst vor zwei Wochen aus St. Petersburg gekommen, sowie Elson, der nach der Pause nur eingewechselt wurde, weil sich Martin Lanig einen Kreuzbandriss zugezogen hatte.

Eine Halbzeit lang war Pogrebnjak nicht zu sehen, dann schlüpfte er als Vollstrecker nach einer rasanten Kombination über Alexander Hleb und Artur Boka in die Rolle des Erlösers (53.). Später holte der Russe einen Elfmeter heraus, den Elson nutzte (65.).

Elson erzielt "Doppelpack"

Der Brasilianer erzielte auch den dritten Treffer mit einem fulminanten Weitschuss (76.) und sorgte so mit dem eingewechselten Julian Schieber dafür, dass die Begegnung nach den zwischenzeitlichen Anschlusstreffern der Gäste durch Mohamadou Idrissou (70./85.) nicht kippte.

Es waren die Anfälle von Schludrigkeit, die Trainer Markus Babbel bei aller Zufriedenheit über den Sieg nachdenklich stimmten. "Das darf uns nicht passieren, da müssen wir konzentrierter sein", betonte er und stellte fest: "Wir hatten nicht die Ruhe, unseren Vorsprung runterzuspielen."

Babbels Rotation

Sportvorstand Horst Heldt wies jedoch darauf hin, dass im Zuge der Einführung der Rotation durch Babbel die Hintermannschaft nicht in der gewohnten Besetzung spielte: "Wir hatten in der Viererkette zwei neue Leute." Und zwar die Außenverteidiger Stefano Celozzi und Boka.

Babbel hatte vor dem Wochenende angekündigt, mindestens bis zur Winterpause seine Mannschaft regelmäßig auf meheren Positionen verändern zu wollen, "denn wir spielen jetzt ja alle drei Tage".

Hitzlsperger für CL-Quali geschont

Das nächste Mal bereits am Dienstag, dann treten die Stuttgarter zum Qualifikations-Hinspiel um den Einzug in die Champions League beim rumänischen Vizemeister FC Timisoara an an. Thomas Hitzlsperger hatte der Trainer daher gegen Freiburg nicht mal in den Kader geholt - der etatmäßige Kapitän war zuvor am Mittwoch im Länderspiel-Einsatz gewesen.

Die Einführung einer Rotation birgt allerdings Tücken, wenn sie durch Verletzungen gestoppt wird. Babbel muss seit dem 0:2 zum Saisonauftakt beim VfL Wolfsburg und wohl noch etwa drei Wochen auf Rechtsverteidiger Christian Träsch verzichten.

Verletzungspech bei Lanig

Ihn vertritt nunmehr Celozzi, Neuzugang vom Karlsruher SC. Weil Lanig nach seinem in der ersten Halbzeit gegen Freiburg erlittenen Kreuzbandriss (rechtes Knie) wohl erst zur Rückrunde wieder einsatzfähig ist, fehlt eine weitere Alternative für das Mittelfeld. Darüber hinaus hat die neue Triebfeder Hleb noch mit einem Mangel an Fitness zu kämpfen.

In so einer Situation kommt einer wie Elson gerade recht. Zur zweiten Halbzeit für Lanig eingewechselt, verlieh der Brasilianer den lahmenden Offensiv-Bemühungen der Stuttgarter gehörig Schwung. "Ich habe ihm gesagt, er soll den offensiven Part spielen, und ich habe ihm auch gesagt, dass er treffen soll, wenn er schon schießt", berichtete Babbel.

"Elson kann einiges bewirken

Elson setzte die Vorgaben perfekt um gegen die zunächst defensiv gut positionierten Gäste. "Wenn Mannschaften so kompakt stehen, kann er mit seiner Wendigkeit einiges bewirken", sagte Heldt über den 27 Jahre alten Joker.

Als treffsicher erwies sich auch Freiburgs Idrissou, und Trainer Robin Dutt klagte ein wenig darüber, dass seine Mannschaft ihre Chance "gewittert" habe, dass "die Chance auch da war", dass der Aufsteiger aber wohl in der zweiten Halbzeit mit seinem Hang zur Offensive ein wenig zu "naiv" gewesen sei.

Insgesamt, stellte Dutt aber fest, "war es ein verdienter Sieg des VfB". Auch deshalb, weil "wir spielerisch nicht so gut waren wie letzte Woche gegen den HSV." Da hatten die Breisgauer ein 1:1 ertrotzt.