Wer wird der neue Torschützenkönig? - © DFL Deutsche Fussball Liga
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Lewandowski-Nachfolger gesucht: Wer wird neuer Torschützenkönig?

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Da Robert Lewandowski die Bundesliga verlassen hat, gibt es in der kommenden Saison zwingend einen neuen Torschützenkönig. Wer sind die Top-Kandidaten auf die erste Torjägerkanone nach Lewy?

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Robert Lewandowski hatte die Torjägerkanone im Abo-Modell für sich erobert. Fünf Mal in Folge ging die begehrte Trophäe zu ihm nach München. Dabei reichten ihm in der Saison 2018/19 sogar 22 Tore für den Titel. In der Saison 2020/21 stellte er mit 41 Toren einen neuen Bundesliga-Saisonrekord auf und verdrängte Gerd Müller von Platz eins. Insgesamt holte er den Titel sieben Mal (2013/14 und 2015/16).

Der letzte Torschützenkönig vor dem Polen war sein neuer Teamkollege beim FC Barcelona: Pierre-Emerick Aubameyang. In der Saison 2016/17 schoss der damalige Stürmer von Borussia Dortmund 31 Tore. Lewandowski verpasste diesen Wert nur knapp, denn der ehemalige Münchner erzielte 30 Tore.

Hier sind nun die Top-Kandidaten für die Lewandowski-Nachfolge und warum ausgerechnet sie der kommende Torschützenkönig werden könnten:

Patrik Schick (Bayer 04 Leverkusen)

Der Vize-Torschützenkönig aus der vergangenen Saison heißt Patrik Schick. Somit ist er natürlich ein Kandidat auf die Thronfolge Lewandowskis. Schick erzielte in der abgelaufenen Saison 24 Treffer und ist damit der einzige vom Torjäger-Treppchen, der noch in der Bundesliga weilt.

Dabei hat Schick bei den absoluten Werten noch Potenzial nach oben: Er traf nämlich alle 87 Spielminuten und spielte nur in 27 Partien der Leverkusener. Auf 34 Einsätze hochgerechnet könnten es rund 30 Treffer sein. Nur die beiden Abgänger Lewandowski und Erling Haaland trafen relativ zur Spielzeit häufiger.

Dabei machte der Tscheche auch selbst einen riesigen Schritt. In den beiden Vorsaisons erzielte er addiert nur 19 Tore und somit fünf weniger als 2021/22. Bei seiner kürzlich erfolgten Vertragsverlängerung beschrieb ihn Bayer-Sportdirektor Simon Rolfes als „absolute Weltklasse“. Geht die Entwicklung so weiter, ist die Torjägerkanone nicht mehr weit.

Christopher Nkunku (RB Leipzig)

Auf dem geteilten vierten Platz der vergangenen Saison landete Christopher Nkunku. Der Durchstarter der Saison erzielte 20 Tore. Dabei ließ er sich nicht von Stolpersteinen wie etwa einem Trainerwechsel abhalten. Unter Domenico Tedesco wurde seine Torquote sogar noch besser.

14 seiner 20 Tore konnte er mit dem neuen Chef sammeln. Auf die volle Saison gerechnet wäre er mit dieser Quote ebenfalls auf Schicks 24 Treffer gekommen. Auch der Schritt zu den Vorsaisons ist noch größer: Der Franzose, der 2019/20 noch mit Schick zusammen für Leipzig stürmte, kam in den ersten zwei Bundesliga-Jahren nur auf elf Tore.

Auch Nkunku verlängerte seinen Vertrag in Leipzig langfristig. Die Lobeshymnen stehen denen auf Schick in nichts nach. „Wir sind stolz und glücklich, einen der aktuell weltbesten Spieler in Leipzig halten zu können“, freut sich der technische Direktor Christopher Vivell. Das Potenzial auf die Torjägerkanone ist da!

Rafael Borre (Eintracht Frankfurt)

Rafael Borre machte sich bei Eintracht Frankfurt vor allem in der Europa League unsterblich. Besonders in den letzten vier Spielen sorgte er mit drei Treffern für den herausragenden Pokalsieg der Frankfurter. In der Bundesliga lief es für ihn bisher noch nicht so gut. Acht Tore können sich zwar sehen lassen, reichen aber lange nicht für die Torjägerkanone.

Mit einem Jahr Eingewöhnungszeit und mehr kreativer Unterstützung, etwa von Weltmeister Mario Götze, könnte Borre jedoch noch einige Treffer drauflegen. Der Mittelstürmer, der in Frankfurt auch für viele andere Qualitäten als seine Torgefahr sehr geschätzt wird, kann sich wahrscheinlich nur Underdog-Hoffnungen auf die Krone machen.

Doch in Frankfurt weiß man, wie die Trophäe des Torschützenkönigs aussieht und wie Underdogs sie gewinnen. Denn vor Aubameyang war es ein Frankfurter, der Lewandowski die Kanone stahl: Alex Meier erzielte 2014/15 mehr Tore als der Pole und holte die Torjägerkanone in die Mainmetropole.

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Anthony Modeste (1. FC Köln)

„Wer lädt bald ein zum Königsfest? Anthony Modeste!“ So oder so ähnlich könnten die Fangesänge in Köln lauten, wenn der Toptorjäger der Geißböcke eine ähnlich starke Saison spielt wie zuletzt. Denn mit seinen 20 Treffern war er gleichauf mit Nkunku und verpasste nur knapp das Treppchen (22 Tore von Haaland).

Damit war der 34-Jährige vier Mal so gut wie der zweitbeste Kölner (fünf Tore von Mark Uth). Modeste erzielte 38 Prozent der Tore des 1. FC Köln. Kein Bundesligaspieler hatte eine höhere Torquote innerhalb des eigenen Teams als der Franzose. Der „Most Valuable Player“ ist aus der Kölner Offensive kaum wegzudenken.

Die Hälfte seiner Tore – zehn an der Zahl – brachte Modeste per Kopf im gegnerischen Tor unter. Sowohl die Tore als auch seine 60 Kopfballchancen sind absoluter Bestwert in der Bundesliga. Wenn die Flanken der Kölner also weiterhin in Richtung Modeste fliegen, wird er ein ernstes Wörtchen im Kampf um die Torjägerkanone mitzureden haben.

Simon Terodde (FC Schalke 04)

Kein bisheriger Bundesliga-Torschützenkönig spielt in der kommenden Saison um die Krone mit. Trotzdem gibt es einen Spieler mit einer Menge Erfahrung im Gewinnen der Trophäe: Simon Terodde konnte die Kanone der 2. Bundesliga schon vier Mal gewinnen. Damit stellte er wie Lewandowski den Rekord für die meisten Titel auf.

Auch in der abgelaufenen Saison zeigte sich der 34-Jährige in Bestform: Mit 30 Toren in der zweiten Liga verhalf er Schalke zum Aufstieg ins Oberhaus. Mit seiner bisherigen Quote von zehn Treffern in 58 Bundesliga-Partien ist auch der Schalker nur ein Underdog. Doch wenn er seine Leistungen aus der abgelaufenen Saison konservieren kann, darf sich Terodde definitiv Hoffnungen machen.

Sadio Mane (FC Bayern München)

Ebenfalls mit Vorerfahrung beim Hochheben der Torjägerkanone kommt Sadio Mane zum deutschen Rekordmeister. Im Trikot des FC Liverpool erzielte er 2018/19 satte 22 Tore und konnte die Kanone der englischen Premier League gewinnen.

Der Münchner Neuzugang, der den Startelfplatz von Lewandowski übernehmen könnte, würde bestimmt auch gerne dessen Titel einsammeln. In der Premier League erzielte er 111 Tore in 262 Spielen. Dabei kam er häufig als Flügelstürmer zum Einsatz und spielte nicht einmal zentral im Strafraum. Als Neuner kam er für Liverpool in 29 Spielen auf 19 Tore. Das sind Werte, die auch in der Bundesliga Lust auf mehr machen.

Nur ein Spieler schaffte es bisher, die Torjägerkanone gleich in der ersten Bundesliga-Saison zu ergattern. Luca Toni, natürlich im Trikot des FC Bayern, erzielte 2007/08 starke 24 Tore im Bayern-Dress. Nun hat Mane gute Chancen, das ebenfalls zu schaffen.

Andre Silva (RB Leipzig)

Am nächsten an die Torjägerkanone kam in den letzten fünf Jahren Andre Silva. Damals noch bei Eintracht Frankfurt erzielte er in der Saison 2020/21 starke 28 Tore und stellte damit – noch über Alex Meier – Frankfurts vereinsinternen Torschützenrekord auf. Neben Silva und Lewandowski schaffte nur ein weiterer Bundesligaspieler in diesen Jahren 28 Tore – Timo Werner.

Wie Werner damals spielt auch Silva jetzt bei Leipzig. Dort lief es in der ersten Saison zwar nicht so überragend wie zuvor, doch mit elf Toren schoss er fast so viele wie im ersten Frankfurt-Jahr (zwölf Tore). Gut möglich, dass Silva einfach ein Jahr Eingewöhnungszeit braucht, bis sich seine Torjäger-Qualitäten richtig entfalten können.

Schon nach dem Trainerwechsel steigerte sich Silva enorm. Acht seiner elf Tore erzielte er unter dem neuen Cheftrainer der Sachsen. Wenn Tedesco immer mehr aus Silva rauskitzeln kann, ist der Portugiese ein ernstzunehmender Kandidat für den Torschützenkönig der Bundesliga.

Sasa Kalajdzic (VfB Stuttgart)

Auch der nächste Kandidat für die begehrte Trophäe hat seine größten Erfolge in der Saison 2020/21 erzielt. Sasa Kalajdzic schoss für den VfB Stuttgart 16 Tore in 33 Partien. Damit hatte er einen enormen Anteil am relativ unbeschwerten Klassenerhalt des damaligen Aufsteigers.

In einer schwierigen Saison 2021/22 kam er aus Verletzungsgründen nur 15 Mal zum Einsatz. Dabei erzielte er nur sechs Tore, war jedoch erneut Toptorschütze der Stuttgarter. Und je weiter Kalajdzic sich von seiner Verletzung entfernte, desto besser wurde er.

Zum Ende der Saison erzielte er zunächst einen Treffer zum überraschenden 2:2-Unentschieden bei den Bayern (33. Spieltag). Zum Saisonfinale legte er dann beim 2:1-Heimsieg gegen den 1. FC Köln ebenfalls einen Treffer vor und ebnete den Weg zum Klassenerhalt des VfB. In einer gesunden Saison dürfte Kalajdzic ein echter Anwärter auf den Titel als bester Torschütze sein.

Andrej Kramaric (TSG Hoffenheim)

Nach nur sechs Toren in der vergangenen Saison ist Andrej Kramaric ein weiterer Außenseiter-Tipp in Sachen Torjägerkanone. Doch ähnlich wie Kalajdzic und Silva spielte Kramaric eine starke Saison 2020/21 und konnte mit 20 Toren durchaus Eindruck schinden.

In der Saison 2021/22 vergab der Kroate zu viele Chancen. Mit 95 Torschüssen feuerte er zwar ligaweit am drittmeisten Schüsse ab, dennoch erzielte er nur die sechs Treffer. Von 13 Großchancen brachte er neun nicht im gegnerischen Tor unter. Wenn er jedoch zur Treffsicherheit aus 2020/21 zurückfinden sollte, könnte er ebenfalls im Rennen um die Kanone mitspielen.

Niclas Füllkrug (SV Werder Bremen)

Ein weiterer Underdog-Kandidat auf die Torjägerkanone ist auch Niclas Füllkrug vom SV Werder Bremen. Der 29-Jährige entwickelte in der abgelaufenen Saison eine starke Sturm-Partnerschaft mit Marvin Ducksch und trug 19 Treffer zum Bremer Aufstieg aus der 2. Bundesliga bei.

Mit seinem persönlichen Bundesligarekord von 14 Toren schaffte Füllkrug 2017/18 den dritten Platz im Rennen um den Torschützenkönig. Doch obwohl er sonst nie mehr als sechs Tore schoss, hat er einen Trumpf in der Hinterhand: Da seine Gegner sich auf häufiger auf den ebenfalls abschlussstarken Ducksch konzentrieren müssen, könnte er mehr Räume für Tore vorfinden.

Zuletzt schoss sich ein Bremer 2005/06 zur Torjägerkanone. Damals erzielte Miroslav Klose 25 Treffer für den SVW. Ein Jahr später schaffte Theofanis Gekas den Triumpf mit dem VfL Bochum und war damit der letzte Aufsteiger, der die Trophäe gewann. Mit Füllkrug könnte es einen echten Anwärter geben, beide Jahreszahlen zu erneuern.