Köln - Gary Lineker sprach vom Fußball als einem einfachen Spiel, bei dem 22 Männer einem Ball hinterherjagen und am Ende immer die Deutschen gewinnen. So gerne dieses Zitat auch genutzt wird, so vergisst der englische Alt-Internationale doch den 23. Mann, ohne den kein einziges Spiel stattfinden würde: den Schiedsrichter.

Wenn die Spieler in der Sommervorbereitung schwitzen, um die Grundlagen für eine lange Saison zu legen, bereiten sich auch die Schiedsrichter auf die neue Spielzeit vor. Ähnlich wie die Aktiven müssen sich auch die Unparteiischen in Leistungstests beweisen, um es in die "Stammelf", sprich die 1. oder 2. Bundesliga zu schaffen.

Bindeglied zwischen DFB und DFL

Während sich die Stars auf dem Rasen quälen, um bei einer Partie herauszustechen, trainieren die Schiedsrichter dafür, sich möglichst dezent im Hintergrund zu halten. Nach dem Spiel sollte über die Leistung der Spieler und nicht die der Schiedsrichter diskutiert werden.

Hellmut Krug ist Experte für Schiedsrichterwesen der Deutschen Fußball Liga DFL und in dieser Funktion als Bindeglied zwischen DFB und DFL in der Schiedsrichterkommission tätig. Seine Arbeit und die der Kommission zielt vor allem auf zwei Gebiete: Zum einen die Schulung der Schiedsrichter, zum anderen die gezielte Ausbildung von Schiedsrichter-Beobachtern und Schiedsrichter-Coaches.

Die Beobachter und Coaches haben eine enorme Bedeutung in der Entwicklung eines Schiedsrichters. Sie geben nach jedem Einsatz ein detailliertes Feedback und besprechen Stärken und optimierbare Felder mit ihrem Schützling. "Gerade auf diesen Positionen brauchen wir absolute Top-Leute, denn sie sind unser direktes Bindeglied zu den Unparteiischen" führt Krug aus.

14 qualifizierte Schiedsrichter-Trainer

Im Moment nehmen 17 Schiedsrichter der 2. Bundesliga und neun der Bundesliga das Angebot von 14 Schiedsrichter-Trainern war. Diese Coaches müssen allerhöchsten Ansprüchen genügen und werden von der Schiedsrichter-Kommission ständig weitergebildet. "Wir qualifizieren die Qualifizierten" beschreibt Krug diesen Teil seiner Tätigkeit. "Idealerweise sollte jeder junge Schiedsrichter mit einem eigenen Coach arbeiten".

Dazu fehlt es zurzeit noch an geschultem Personal, aber langfristig könnte diese Vorstellung Wirklichkeit werden. Vielleicht wird dann auch Linekers Zitat ein wenig modifiziert: "Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen einem Ball hinterher, ein Schiedsrichter, zwei Assistenten und ein vierter Offizieller sorgen dafür, dass alles regelgerecht abläuft und am Ende gewinnen immer die Deutschen."

Florian Reinecke