München - Das Trikot der "Roten Teufel" mit der Nummer 31 trägt beim 1. FC Kaiserslautern zukünftig der 19-jährige Jakub Swierczok. Damit haben auch die Pfälzer ihren "Kuba" - nach dem Dortmunder Jakub Blaszczykowski. In Polen ist "Kuba" nämlich schlicht und einfach die Koseform von Jakub.

Der Neuzugang vom polnischen Zweitligisten Polonia Bytom wurde am 28. Dezember 1992 in Tychy (Polen) geboren. Schon in seiner Jugend galt er als hoffnungsvolles Talent.

"Angebot, das ich nicht ablehnen konnte"

Nach seiner Jugendzeit wurde er 2009 in den Kader der zweiten Mannschaft von Polonia Bytom aufgenommen. Zur Saison 2011/12 erhielt der Mittelstürmer einen Profivertrag. Im vergangenen halben Jahr bestritt Swierczok 17 Ligaspiele und erzielte zehn Treffer. Am 7. September 2011 lief der 1,79 Meter große Angreifer erstmalig für die U-20-Nationalmannschaft Polens auf und erzielte bei der 1:2-Niederlage gegen Italien in der 48. Minute per Elfmeter den Treffer für seine Mannschaft.

Swierczoks Torjägerqualitäten blieben nicht lange unbemerkt. "Ich hatte mehrere Angebote aus Polen, unter anderem von Legia Warschau und Lech Posen", sagte das junge Sturmtalent nun, aber: "Der 1. FC Kaiserslautern hat mir Ende des Jahres ein Angebot gemacht, das ich nicht ablehnen konnte. Schließlich ist die Bundesliga eine der stärksten Ligen in Europa und deutlich stärker als die Ekstraklasa in Polen." Bei den Pfälzern habe er die große Chance, sich sportlich weiterzuentwickeln und viel zu lernen.

FCK-Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz freut sich über die Verstärkung: "Wir haben Jakub Swierczok intensiv beobachtet. Er ist ein sehr talentierter junger Spieler, der über einen guten Torinstinkt verfügt. Wir sind überzeugt, dass er das Potenzial hat, sich langfristig in der Bundesliga durchzusetzen."

"Trainingseinheiten sind länger und intensiver"

Treffsichere Stürmer werden in der Pfalz dringend benötigt, da die Lauterer mit 13 Saisontreffern nach 17 Spieltagen den schwächsten Angriff der Bundesliga stellen. Der 19-Jährige trifft bei den "Roten Teufeln" auf den ehemaligen polnischen Ligaspieler Ilian Micanski, der im Sommer 2010 auf den Betzenberg kam und sich in dieser Zeit nicht entscheidend durchsetzten konnte - dem Angreifer gelangen lediglich zwei Treffer.

Swierczok erhält in Kaiserslautern einen Vertrag für die nächsten dreieinhalb Jahre und soll zusammen mit dem anderen Neuzugang Nicolai Jörgensen (ausgeliehen von Bayer 04 Leverkusen) die Lauterer Sturmflaute beenden. FCK-Trainer Marco Kurz räumt dem Nachwuchstalent allerdings noch Eingewöhnungszeit ein, um sich an das Tempo und das Zweikampfverhalten der Bundesliga anzupassen.

Der junge Pole hat eine sechswöchige Winterpause hinter sich und schildert seine ersten Eindrücke: "Die Trainingseinheiten sind länger und intensiver als in Polen, aber weil ich mich zuhause fit gehalten habe, fällt mir der Trainingsauftakt nicht allzu schwer."

Eingewöhnungshilfen für Swierczok

Da der 19-Jährige noch kein Deutsch spricht und nur ein wenig Englisch, wird er von Artur Platek, einem guten Bekannten von Kuntz, in den ersten Wochen begleitet. Platek steht gleichzeitig auch als Übersetzer zur Verfügung. Swierczoks Mutter bezieht zusammen mit ihrem Sohn eine Wohnung. "Ich möchte mich auf meine Aufgabe konzentrieren, nämlich Tore schießen", sagte der neue "Kuba", der somit zumindest nicht komplett aus seinem gewohnten Umfeld gerissen wird.

Angesprochen auf seine Lieblingsposition, sieht sich Swierczok als Mittelstürmer oder hängende Spitze, weil er dort seine Fähigkeiten am besten abrufen könne und diese Position auch schon in vorherigen Vereinen innehatte. "Meine Stärke ist meine Technik, durch die ich am Ball sehr sicher bin. Als junger Spieler kann ich mich noch in allen Bereichen verbessern, besonders was den physischen Bereich und die Schnelligkeit angeht", weiß er sich durchaus realistisch einzuschätzen.

Der Stürmer ist sehr ehrgeizig und will gleich durchstarten. "Das Trainingslager in Spanien ist sehr wichtig für mich", sagt er, der eine schnelle Bewährungsprobe überhaupt nicht scheut: "Ich will mich dort gut präsentieren, um mir zukünftig einen Stammplatz zu sichern."

Thomas Hübert

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