Glasgow - Der erste Auswärtssieg in der Champions League ist eingetütet. Es war ein guter Mittwochabend für die 3500 mitgereisten Fans von Borussia Mönchengladbach, die dem 2:0-Erfolg der Fohlenelf im Celtic Park beiwohnten. Der beste Spieler auf dem Platz war Kapitän Lars Stindl, der seine starke Leistung mit dem Führungstor krönte und das 2:0 von Andre Hahn auflegte. Im Interview blickt Stindl schon auf das kommende Bundesliga-Spitzenspiel am Samstag beim Spitzenreiter FC Bayern München voraus.

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Lars Stindl, was ist das für ein Gefühl, wenn man mit seinem Treffer den Celtic Park zum Schweigen bringt?

Lars Stindl: Das war ja unser Ziel. Wir wussten, um die besondere Atmosphäre, vor allem zu Beginn der Partie. Wir wollten dem Druck standhalten und das ist uns gelungen. Im Laufe des Spiels haben wir dann immer mehr die Kontrolle übernommen und wir haben schon gemerkt, dass das Publikum immer ruhiger wurde. Zum Schluss hat man dann nur noch unsere zahlreichen Fans aus Gladbach singen gehört.

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Bei der Abschluss-Pressekonferenz am Dienstagabend hatte Ihr Trainer Andre Schubert gesagt, dass man am Mittwochabend elf Mentalitätsmonster bräuchte. Diese Definition trifft vor allem auch auf Andre Hahn zu, der gegen Celtic als einzige Spitze richtig geackert hat. Wie haben Sie seine Leistung gesehen?

Stindl: Ich denke, man muss sich nur seinen Werdegang anschauen. Andre hat sich hochgearbeitet und musste viele Rückschläge in seiner Karriere hinnehmen. Er ist durch harte Arbeit, da hingekommen, wo er jetzt ist. Er hat alles reingeworfen und das macht er nicht nur im Spiel, sondern in jedem Training. Es gibt ganz unterschiedliche Spielertypen in der Mannschaft, sensiblere, aber Andre gehört zu den Spielern, auf die man sich immer verlassen kann.

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Nicht nur für Andre Hahn war der Sieg eine Genugtuung, sondern für die ganze Mannschaft. Was kann das Team aus diesem Sieg Positives ziehen?

Lars Stindl: Mehrere Faktoren sind zusammen gekommen. Wir haben am vergangenen Samstag gegen den Hamburger SV eigentlich ein gutes Spiel gemacht. Ich sage eigentlich, weil wir nicht gewonnen haben. Andre und ich wollte auch wegen unseren verschossenen Elfmeter den Fans und der Mannschaft wieder etwas zurückgeben. Wir wollten endlich etwas gegen unsere schlechte Auswärtsbilanz machen, das wollten wir zu Beginn der Saison vermeiden und das haben wir heute dann endlich geschafft. Heute haben wir einen Schritt in die richtige Richtung getan, aber wir tun gut daran, jetzt auch nachzulegen, aber heute können wir den Sieg auch mal genießen.

Am Samstag geht es zu den Bayern. In der vorherigen Saison gab es da beim 1:1 eine Co-Produktion von Ihnen und dem Torschützen Andre Hahn. Das wäre doch eine Wiederholung in der Allianz Arena wert, oder?

Stindl: Ich glaube, wir beide hätten nichts dagegen einzuwenden. Jetzt genießen wir aber erst einmal den Sieg. Das haben wir uns verdient. Am Donnerstag fliegen wir zurück und regenerieren und ab Freitag liegt der Fokus auf den Bayern. Das wird schwer genug, aber in den letzten Begegnungen haben wir gegen die Bayern immer ganz gut ausgesehen. Es ist dennoch das schwerste Spiel der Saison.

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Ist so ein Erfolg in der Champions League genau die richtige Vorbereitung für den Hit in München am Samstag?

Stindl: Siege tun immer gut. Wir hatten in den letzten drei Spielen nicht das Glück auf unserer Seite. Wir haben eine gute Leistung abgerufen unter schwierigen Bedingungen, das wird am Samstag genauso sein. Wir wollten das Beste dabei herausholen.

Aufgezeichnet von Alexander Barklage in Glasgow