München - Brisante Fragen werden in den Samstagsspielen des 20. Spieltags beantwortet: Setzen die Gladbacher "Fohlen" den Höhenflug bei Felix Magaths runderneuerten "Wölfen" fort? Gibt Bayer-Star Michael Ballack die Antwort auf die Diskussionen um seine Person auf dem Rasen? Kann Bruno Labbadia mit dem VfB Stuttgart den freien Fall ausgerechnet gegen die "Werkself" stoppen? Und wie wird der Neu-Hoffenheimer Srdjan Lakic bei seinem Debüt mit dem Erwartungsdruck fertig?

Im Live-Ticker von bundesliga.de sind Sie bei den Samstagspartien ab 15:30 Uhr live am Ball. So ist es um die Stimmung und die Personalsituation bei den Vereinen bestellt:

Trainer Felix Magath will mit seinen "Wölfen" durch einen Heimsieg gegen Gladbach den Abstand zur Abstiegszone vergrößern. "Egal, welcher Gegner kommt: Wir wollen in der Arena unser Spiel durchsetzen", sagte der Trainer: "Das ist uns in dieser Saison bislang nicht so schlecht gelungen. Die Gladbacher werden sich nach vorne orientieren. Es wird wichtig sein, ein Tor zu erzielen. Denn wenn Gladbach trifft, wird es sehr schwer." Die verletzten Jan Polak, Alexander Madlung und Vieirinha werden nicht im Kader stehen. Petr Jiracek darf wohl wieder von Beginn an ran: "Er ist ballsicher und technisch stark. Ein Spieler, der nach vorne was initiiert. Er muss sich allerdings noch an das Bundesliga-Tempo gewöhnen. Dafür braucht er Spiele und Training. Ich setze auf ihn", sagte Magath. Patrick Helmes, der seit Mittwoch wieder mit den Profis trainiert, ist wieder eine Alternative. Er mache "einen guten Eindruck", sagte Magath.

Für Gladbachs Coach Lucien Favre gab es derweil gute Nachrichten aus der medizinischen Abteilung. Die angeschlagenen Mike Hanke und Abwehrchef Dante meldeten sich fit, zudem hat Kapitän Filip Daems seine Grippe auskuriert und konnte wie auch Roel Brouwers (Rückenprellung) an den Trainingseinheiten teilnehmen. Favre ist zuversichtlich, dass sein Team nach zwei Siegen zum Rückrundenstart nachlegen kann. "Wir sind gefestigt. Es ist schwer, gegen uns zu spielen. Wir erspielen uns viele Torchancen", sagte der Schweizer, dessen Team nur einen Punkt Rückstand auf das Spitzentrio aufweist.

Leverkusen will gegen VfB Stuttgart den ordentlichen Start in die Rückrunde mit vier Punkten aus den beiden ersten Partien weiter ausbauen. Robin Dutt ist zuversichtlich. "Das Team ist mental in einer sehr guten Verfassung und mit Ausnahme der 15 Minuten nach der Pause gegen Mainz auch sehr aggressiv aufgetreten", erklärte der Chefcoach. Er kann neben Neuzugang Vedran Corluka ("Er hat sich bisher sehr schnell integriert") auch wieder mit den Rückkehrern Renato Augusto und Sidney Sam rechnen. "Das ist eine schöne Situation, die wir lange genug entbehren mussten", so Dutt. Sportchef Rudi Völler nahm auf der Pressekonferenz Stellung zur Personalie Michael Ballack: "Es kann nicht sein, dass wir hier nach einem Sieg gegen Mainz auf einmal eine Weltuntergangsstimmung haben. Dafür haben wir viel zu lange hart gearbeitet. Wir haben noch hohe Ziele in dieser Saison und wollen noch einmal richtig angreifen. Und dazu brauchen wir auch einen Michael Ballack, der sich voll einbringt, egal ob er spielt oder nicht. Wir tun alle gut daran, jetzt nach vorne zu schauen und zum Wesentlichen zurückzukehren: gut und erfolgreich Fußball zu spielen", erklärte Völler.

Bei Gegner Stuttgart ist nach vier Niederlagen in Folge das Nervenkostüm angegriffen. Vor dem Spiel bei seinem Ex-Club Bayer gestand Trainer Bruno Labbadia ein, dass seine Elf "momentan nicht vor Selbstvertrauen" strotze. Umso wichtiger sei ein baldiges Erfolgserlebnis. "Das wird uns aber nicht zufliegen", sagte der Coach. Die Schwaben liegen zwar noch auf Rang 10, haben aber nur vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Mängel hat Labbadia in allen Bereichen erkannt. "Defensiv wie offensiv fehlt uns Entschlossenheit", sagte er. Sein Team müsse zu den Stärken wie "Kompaktheit und Umschaltverhalten" zurückfinden. Mit Kritik an seiner Person setzt er sich vorgeblich nicht auseinander. "Für mich ist das kein Thema. Ich weiß, wie wir arbeiten, mehr gibt es dazu nicht zu sagen", betonte Labbadia, der auf Timo Gebhart (Probleme mit der Bauchmuskulatur), Matthieu Delpierre (Rote Karte in der 3. Liga) und die Afrika-Cup-Teilnehmer Arthur Boka, Ibrahima Traore, Mamadou Bah verzichten muss. Offen ist der Einsatz von Stefano Celozzi, der einen "dicken Zeh" hat.

Schalke 04 bangt vor dem Heimspiel gegen Mainz 05 um den Einsatz seines Linksverteidigers Christian Fuchs. Der österreichische Nationalspieler und Ex-Mainzer konnte am Donnerstag wegen einer Magen-Darm-Grippe nicht mittrainieren. Als Ersatz kommt der Spanier Sergio Escudero infrage. Dagegen sind Superstar Raul und Kapitän Benedikt Höwedes wohl einsatzbereit. "Beide haben voll trainiert", sagte Trainer Huub Stevens am Donnerstag. Raul hatte beim 4:1 gegen den 1. FC Köln wegen einer Wadenverhärtung gefehlt, Höwedes hatte sich zum Rückrundenauftakt einen dreifachen Jochbeinbruch zugezogen und trainiert mit einer schützenden Gesichtsmaske. Mit dem sechsten Bundesliga-Sieg in Folge würden die Schalker einen Vereinsrekord einstellen. In den Spielzeiten 2004/05 und 2006/07 war ihnen bereits eine derartige Serie gelungen. Von fünf Siegen am Stück will sich Stevens aber nicht blenden lassen. "Wir haben noch Schwankungen in unserem Spiel", betont der 58-Jährige.

Der Mainzer Trainer Thomas Tuchel kann im Abstiegskampf wieder auf den zuletzt verletzten österreichischen Nationalspieler Andreas Ivanschitz zurückgreifen. "Er steht zur Verfügung, wenn wir das wollen. Er ist eine Alternative für den Kader, nicht für die Startelf", sagte Tuchel über den Mittelfeldspieler, der nach einem auskurierten Innenbandanriss im Knie wieder mit der Mannschaft trainiert. Rückkehrer Mohamed Zidan wird wahrscheinlich von Beginn an auflaufen. "Wir haben ihn nicht geholt, um unseren Kader zu ergänzen. Ich mache mir keine Sorgen um seine Handlungsschnelligkeit und sein Spielverständnis. Sein Anpassungsprozess wird ein sehr kurzer sein", sagte Tuchel über den ägyptischen Angreifer, der vom Meister Borussia Dortmund zurückgekehrt war. Verzichten muss der Coach weiter auf den dänischen Innenverteidiger Bo Svensson (Kreuzbandriss), Stefan Bell (Sprunggelenk) und den tunesischen Stürmer Sami Allagui (Afrika-Cup).

Hoffenheims Neuzugang Srdjan Lakic strotzt vor seinem Debüt gegen den Aufsteiger FC Augsburg vor Tatendrang. Nach einem halben Jahr als Bankdrücker beim VfL Wolfsburg will der 28 Jahre alte Torjäger wieder an die Leistungen beim 1. FC Kaiserslautern in der vergangenen Saison anknüpfen. In der Spielzeit 2010/2011 hatte Lakic für den FCK 16 Treffer erzielt. In Wolfsburg blieb er in zehn Spielen torlos. "Die letzten Monate in Wolfsburg haben meinem Image sehr geschadet. Das stört mich. Deshalb bin ich froh, dass ich mit Hoffenheim einen neuen Verein gefunden habe, bei dem ich meine Qualitäten einbringen kann", sagte Lakic, der sich als Ersatz des zum VfB Stuttgart gewechselten Vedad Ibisevic für das kommende Halbjahr klare Ziele gesetzt hat: "15 Spiele in der Bundesliga und den Pokal. Das ist meine Mission. Sich auf ein Spiel zu konzentrieren, ist nicht meine Art." Ob Lakic gegen die Augsburger von Beginn an auflaufen wird, ist laut Trainer Holger Stanislawski offen. "Wichtig ist, dass wir nicht alle denken, Lakic bombt in jedem Spiel fünf Tore. Wir werden ihn nicht daran hindern, aber wir geben ihm die Zeit, sich langsam einzugliedern", sagte Stanislawski. Gegen Augsburg kann Stanislawski zudem wieder auf die zuletzt verletzten Boris Vukcevic und Marvin Compper zurückgreifen. Mit Blick auf die Lage im Tabellenkeller und unabhängig von der Personalsituation zählt für den Hamburger gegen den Tabellenvorletzten ohnehin nur ein Sieg. "Wir könnten uns Luft verschaffen zu den Mannschaften, die von unten drängen. Bis Platz 7 ist alles sehr eng zusammen", sagte Stanislawski.

Großes Pech hat derzeit FCA-Neuzugang Jan Moravek (22). Nachdem er sich gerade erst von einer Muskelverletzung erholt hatte, zog er sich nun im Training einen Muskelfaserriss zu und wird Trainer Jos Luhukay in den nächsten Wochen nicht zur Verfügung stehen. Neuzugang Ja-Cheol Koo könnte hingegen von Beginn an zum Einsatz kommen, um das Offensivspiel der Schwaben zu beleben. Angesichts zwei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz, gilt es die Auswärtsbilanz aufzupolieren: Der FCA holte aus den letzten fünf Auswärtsspielen nur einen Punkt.

Hertha-Trainer Michael Skibbe hat allen Verantwortlichen vor dem Heimspiel gegen Hannover noch einmal den Ernst der Lage verdeutlicht. "In dieser Saison geht es allein um den Klassenerhalt", sagte der Coach der Berliner dem Magazin "kicker". Nach zwei Niederlagen in seinen ersten beiden Spielen und dem Abrutschen auf den 15. Tabellenplatz denkt der 46-Jährige über eine Veränderung seiner taktischen Formation nach. "Vielleicht gehe ich tatsächlich vom 4-2-3-1 ab. Wir brauchen gerade außen mehr Stabilität", sagte Skibbe, dessen Team die zweitschwächste Heimmannschaft der Liga ist. Von einem Deja-vu-Erlebnis will Skibbe nichts wissen. Eintracht Frankfurt war in der Vorsaison nach starker Hinrunde mit Skibbe noch abgestürzt und schließlich mit Christoph Daum abgestiegen. "Nein, sicher nicht", sagte Skibbe. Allenfalls die Verletzungssorgen in der Abwehr seien vergleichbar. Verzichten muss Skibbe auf Raffael (Rotsperre), Mijatovic (Gelbsperre), Lell (Gelbsperre und Muskelfaserriss), Janker (Jochbeinbruch) und Franz (Kreuzbandriss).

Mame Diouf, einziger Wintertransfer von Hannover 96, wird gegen Berlin zum Kader gehören. Nach nur zwei Trainingseinheiten wollte sich 96-Trainer Mirko Slomka allerdings nicht festlegen, ob der Senegalese bereits in der Startformation stehen wird. Seine ersten beiden Trainingseinheiten in Hannover hatte der 24 Jahre alte Stürmer zu Wochenbeginn wegen Problemen mit seiner Arbeitserlaubnis verpasst. Unklar ist auch noch, wer den wegen einer Tätlichkeit nachträglich für drei Spiele gesperrten Emanuel Pogatetz in der Innenverteidigung ersetzen soll. Infrage kommen dafür Ex-Nationalspieler Christian Schulz und Nachwuchsakteur Christopher Avevor. Nachdem Slomkas Team vergangene Woche eine Serie von acht sieglosen Spielen in Folge beendet hat, ist die Zielvorgabe des Trainers klar: "Wir wollen den Druck auf die vor uns platzierten Mannschaften erhöhen. Es wäre daher gut, auswärts mehr zu punkten als in der Hinrunde." Die Taktik ist relativ klar, zunächst muss hinten die Null stehen. "Die gute Bilanz wollen wir beibehalten. Und nach vorne sind wir gefährlich genug, um ein Tor zu schießen."