München - Angriffslustig, zweikampfstark und schnell sind Attribute, die einige kroatischen Spieler kennzeichnen. Mit dem vom FC Brügge zu Borussia Dortmund wechselnden Ivan Perisic kommt ein weiterer torgefährlicher kroatische Spieler in die Bundesliga. Die Erfahrungen mit Profis vom Balkan sind in Deutschlands höchster Spielklasse fast überwiegend gut - bundesliga.de gibt einen Überblick.

Schon lange vertrauen viele Bundesligisten auf die Dienste kroatischer Spieler, denn was das Tore schießen angeht sind sie eine echte Bereicherung. So wie beispielsweise Perisic' Landsmann Srdjan Lakic, dem der 1. FC Kaiserslautern in der abgelaufenen Saison 16 Tore zu verdanken hatte.

Petric ist am gefährlichsten

Am häufigtsen netzte Bremens ehemaliger Torjäger Ivan Klasnic ein, der mit 49 Treffern die meisten aller kroatischen Tore in der Bundesligageschiche schoss. Mladen Petric ist ihm aber mit 44 Treffern in 102 Einsätzen dicht auf den Fersen. Alle 2,3 Spiele trifft der Stürmer vom HSV - das macht ihn von der Quote her zum gefährlichsten kroatischen Angreifer, den die Bundesliga bisher zu sehen bekommen hat.

Und auch die Bayern vertrauen auf den Torinstinkt eines Kroaten: Ivica Olic schoss für Bayern München und den HSV 40 Mal ins Schwarze - in 115 Einsätzen. Erst die langwierige Knieverletzung konnte ihn stoppen. Für einen Angreifer-Rekord sorgte Tomislav Maric, der für Wolfsburg in der Saison 2001/02 in vier aufeinander folgenden Bundesligaspielen gleich doppelt traf. Insgesamt kommt er auf 32 Treffer.

Auch in der Defensive stark

Aber nicht nur im gegnerischen Strafraum überzeugen die "Balkan-Kicker", auch bei der Defensivarbeit ist man gute Leistungen von ihnen gewohnt. 1899 Hoffenheim vertraut auf den 33-jährigen Josip Simunic, der mit 271 Bundesliga-Einsätzen der erfahrenste aktive Spieler in Deutschlands höchster Spielklasse ist - auch wenn er in der abgelaufenen Saison nicht so häufig zum Einsatz kam.

Insgesamt die meisten Einsätze weist Zvonimir Soldo auf. Der Verteidiger fiel nicht nur durch beständige Leistung auf, ebenfalls in Erinnerung geblieben ist seine Treue zum VfB Stuttgart. Fast zehn Jahre schnürte er für die Schwaben die Fußballschuhe - in 301 Bundesligaspielen entwickelte er sich zum Publikumsliebling bei den Schwaben. Und so mancher gegnerischer Angreifer verzweifelte an seiner Zweikampfstärke.

Viel Bundesligaerfahrung

Ebenfalls für Stuttgart aktiv war Jurica Vranjes, der vor seiner Station beim VfB für Bayer Leverkusen kickte und danach bei Werder Bremen. Er hat insgesamt 176 Bundesligaspiele auf dem Buckel. Für Duisburg und Wolfsburg spielte Marino Biliskov. Acht Tore machte der Verteidiger für seine Vereine in 138 Spielen.

Die Liste erfahrener Spieler geht weiter, denn auch Ivica Banovic ist in der Bundesliga ein bekanntes Gesicht. Bremen, Nürnberg und Freiburg nahmen seine Dienste schon in Anspruch, in 149 Bundesligaspielen schoss er 16 Tore.

Leverkusen baute lange auf Kroaten

Mancher Verein hat derart gute Erfahrungen mit kroatischen Spielern gemacht, dass er immer wieder Spieler dieser Nationalität unter Vertrag nahm.

Besonders angetan ist Bayer Leverkusen von kroatischen Spielern. Vranjes (176 Einsätze), Boris Zivkovic (175), Marko Babic (152) sowie die Geschwister Robert (160) und Niko Kovac (140) liefen schon für den aktuellen Vizemeister in der Bundesliga auf. Aktuell steht mit Domagoj Vida ein Kroate im Profikader der "Werkself".

Bei so vielen positiven kroatischen Erfahrungen in Deutschlands höchster Spielklasse darf man sich schon auf Dortmunds neuen Offensivspieler Perisic freuen, der bei seinem letzten Verein, dem FC Brügge, in 53 Spielen 20 Mal traf - mit einer ähnlich starken Quote würde sich der Mittelfeldspieler nahtlos in die Liste seiner erfolgreichen Landsmänner einreihen.