Köln/Mainz - Die sensationelle Aufholjagd gegen die Bayern hat in Köln neue Kräfte im Kampf um den Klassenerhalt freigesetzt - mit dem 1. FSV Mainz 05 gastiert aber gleich das nächste Top-Team im RheinEnergieStadion (So., ab 15 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio).

"Wir wollen da weiter machen, wo wir gegen die Bayern aufgehört haben. Wir müssen von der ersten Minute an mit demselben Mut und derselben Überzeugung in dieses Spiel gehen, wie wir es in der zweiten Halbzeit gegen die Bayern getan haben", so Frank Schaefer.

Köln will "eigenes Spiel durchziehen"

Den Gegner lobt der FC-Coach in höchsten Tönen: "Nach 21 Spieltagen lügt die Tabelle nicht. Mainz ist zu Recht Tabellendritter. Neben dem BVB ist Mainz, so wie sie gegen den Ball arbeiten, das beste Team der Bundesliga."

"Genau so wenig wie die Tabelle, lügt aber auch unsere Heimbilanz nicht: 13 Punkte aus den letzten sechs Spielen", blickt Schaefer zufrieden auf die Auftritte vor heimischem Publikum. "Unser Ziel muss es sein, unser eigenes Spiel durchzuziehen und nach hinten heraus den längeren Atem zu haben, um drei Punkte in Köln zu lassen."

Mit welcher Aufstellung er dieses Vorhaben angehen will, ließ Schaefer noch offen. Gut für ihn, dass alle Nationalspieler wohlbehalten von ihren Reisen zurückgekehrt sind und er aus dem Vollen schöpfen kann. Ob auch Petit wieder von Beginn auflaufen wird, will Schaefer nach einem Gespräch mit ihm klären: "Petit ist seit Mittwoch wieder bei der Mannschaft. Ich werde auf jeden Fall mit ihm reden, wie er sich fühlt und in welcher Verfassung er ist."

Mainz will "große Enttäuschung" wettmachen

Die Tabellensituation ist für Thomas Tuchel übrigens kein Thema. "Ich schaue nur einmal in der Woche auf die Tabelle, und zwar immer in der Pressekonferenz, wenn die Presse mich danach fragt. Man darf nicht vergessen, dass dies alles nur Zwischenstände sind", sagt der Mainzer Coach. "Leider haben wir in den letzten Spielen oft aufgezeigt bekommen, dass Topleistungen aber nicht zwangsläufig Punkte ergeben müssen."

Vielmehr als mit den nackten Zahlen beschäftigt sich der Mainzer Coach mit dem Gefühlszustand seiner Spieler. "Der Patient ist auf dem Wege der Besserung", schmunzelt Tuchel, angesprochen auf die Verfassung der Mannschaft nacht dem unglücklichen Last-Second-Ausgleich durch Bremen. "Klar war das Spiel eine große Enttäuschung, aber die Spieler fühlen sich sicher in den Bewertungskriterien. Kurz vor Schluss ein Tor zu fangen, macht die Leistung in den 91 Minuten davor ja nicht schlechter."

"Wir wollen Zählbares"

Wie die auf der Erfolgswelle schwimmenden Kölner soll sich auch Tuchels Truppe auf die eigenen Stärken besinnen. "Wir konzentrieren uns auf das einzige, das wir in der Hand haben: unsere eigene Leistung. Darauf liegt unser Hauptaugenmerk", fordert er und formuliert kurz und knapp das Reiseziel für den Ausflug in die Domstadt: "Wir wollen Zählbares mitnehmen."

Bis auf die Langzeitverletzten Toni Tapalovic, Bo Svensson und Adam Szalai sowie den von einem grippalen Infekt außer Gefecht gesetzten Florian Heller trainierten am Freitag alle Profis. Jan Kirchhoff ist nach kurzer Trainingspause wegen eines grippalen Infektes wieder fit. Der Innenverteidiger kam mit einem grippalen Infekt und einer Knieprellung aus Griechenland zurück, wo er mit der deutschen U-21-Auswahl 90 Minuten spielte. Bereits am Donnerstag mischten Andre Schürrle nach Zehenanbruch und Elkin Soto, der seine Oberschenkelzerrung überwunden hat, wieder mit.