Bochum - Keine Fußballliga der Welt lockt Woche für Woche so viele Zuschauer ins Stadion wie die Bundesliga. In der letzten Saison waren es fast 13 Millionen Menschen. Rechnet man die Partien der 2. Bundesliga hinzu, steigt die Zahl auf mehr als 18 Millionen Stadionbesucher im Jahr.

Für einen reibungslosen Ablauf am Spieltag ist die Arbeit der Polizei und der Fanbeauftragten der Clubs unerlässlich. Auf Einladung der DFL Deutsche Fußball Liga und dem Deutschen Fußball Bund kamen in Bochum Fanbeauftragte der Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga sowie Vertreter der Polizei zum ersten Fachtag Fanarbeit und Polizei zusammen.

Transparenz als oberstes Gebot

Andreas Klose von der Fachhochschule Potsdam stellte zunächst die Ergebnisse seiner Studie zur Netzwerkarbeit von Fanbeauftragten und Polizei vor. Klose fand in einer quantitativen Befragung von Polizei und Fanbeauftragten heraus, dass trotz professioneller und funktionierender Abläufe sowie gemeinsamer Ziele immer noch Optimierungspotenzial im Zusammenspiel zwischen Polizei und Fanbeauftragten besteht.

© DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA

Als zweiter Referent berichtete Volker Lange von seinen Erfahrungen als Polizeiführer in Köln. "Es ist enorm wichtig, Transparenz herzustellen und Maßnahmen an alle Beteiligten zu kommunizieren", so Lange. Ein Punkt, der bei allen Beteiligten auf große Zustimmung traf.

Weitere Intensivierung der Zusammenarbeit

Den Abschluss bildete Udo Wefringhaus, der als Hundertschaftsführer der Bereitschaftspolizei besonders in den seltenen Fällen gefordert ist, wenn es an einem Spieltag einmal brenzlig wird. An Praxisbeispielen erläuterte er die Anforderungen an seine Hundertschaft während eines Einsatzes. Die Arbeit der Fanbeauftragten, deren Grundlagen für seine Mitarbeiter und Kollegen Teil der Ausbildung sind, schätzt Wefringhaus aus seiner Erfahrung von vier Jahrzenten Polizeiarbeit.

Bei der Abschlussdiskussion brachte Rainer Mendel, Fanbeauftragter des 1. FC Köln, die Lehren des Fachtags Fanarbeit und Polizei auf den Punkt: "Wir sollten daran arbeiten, unser gegenseitiges Verständnis zu stärken", so Mendel. Die Tagung in Bochum, an der nur Polizeivertreter aus NRW teilnahmen, soll Strahlkraft für die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Fanbeauftragten und Polizei entfalten und weitere gemeinsame Veranstaltungen ermöglichen.