Verband: Federación Colombiana de Fútbol

Gegründet: 1924

FIFA-Mitglied seit: 1936

Bisherige WM-Teilnahmen: 4

WM-Erfolge: Achtelfinale (1990)

Geschichte des Fußballs in Kolumbien:

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts kamen englische Eisenbahnbaugesellschaften nach Kolumbien und brachten den Fußball gleich mit. 1906 wurden die ersten Vereine gegründet. Der kolumbianische Verband wurde 1924 ins Leben gerufen. Die ersten offiziellen Länderspiele bestritt das Land aber erst 14 Jahre später. Ihren größten Erfolg feierte die kolumbianische Nationalmannschaft 2001 mit dem Gewinn der Copa America. Ihre erste WM-Teilnahme feierten die Kolumbianer 1962. Danach konnte sich das Land erst wieder 1990 qualifizieren. Die WM-Teilnahme in diesem Jahr ist die erste seit 16 Jahren. Auf nationaler Ebene gibt es seit 1948 eine Liga. In den Anfangszeiten spielten bereits unzählige Ausländer in Kolumbien, wodurch man auch von der "Millionärs-Liga" sprach. Heute ist es immerhin noch die drittstärkste Liga nach Argentinien und Brasilien. Rekordmeister ist Millonarios mit 14 Meisterschaften, dicht gefolgt von den Vereinen Atletico Nacional und America de Cali mit je 13 Titeln.

WM-Geschichte:

1990 zog Kolumbien ins Achtelfinale ein

In diesem Sommer ist Kolumbien zum fünften Mal bei einer Weltmeisterschaft dabei. Doch auch wenn Fußball bei den "Cafeteros" Volkssport Nummer 1 ist, spielten sie international fast nie eine große Rolle. Drei Mal schied Kolumbien schon in der WM-Vorrunde aus. Lediglich 1990 schaffte man es in die K.o.-Runde, scheiterte da aber im Achtelfinale an Gastgeber Italien. Damals standen mit Ballzauberer Carlos Valderrama und Keeper René Higuita zwei schillernde Persönlichkeiten (mit vielen Haaren) auf dem Rasen. Solche Ikonen fehlen dem kolumbianischen Fußball seither.

Star(s) und Trainer:

Auch wenn die heutige Generation nicht so berühmt ist wie die der WM 1990, mit Abel Aguilar (FC Toulouse) haben die Kolumbianer einen neuen Hoffnungsträger in ihren Reihen. Er muss punkten, denn Radamel Falcao von Atletico Madrid fehlt verletzungsbedingt (Kreuzbandriss). Aguilar avancierte in der jüngeren Vergangenheit zum Dreh- und Angelpunkt des Spiels seines Vereins und ist auch aus der Nationalelf nicht mehr wegzudenken. Auch der Hertha-Profi Adrian Ramos und Faryd Mondragon - Ex-Keeper des 1. FC Köln - stehen im WM-Kader. Seit Januar 2012 fungiert Jose Pekerman als Nationaltrainer Kolumbiens. Der Argentinier kam nach seiner aktiven Laufbahn nicht gleich mit dem Trainergeschäft in Berührung. Denn während der WM 1978 arbeitete er als Taxifahrer. Von 1982 bis 2004 war er für den argentinischen Verband tätig und koordinierte die Jugendarbeit. Aufgrund seiner Erfolge dort wurde er Ende 2004 trotz heftiger Kritik von Diego Maradonna und Co. Zum Nationaltrainer Argentiniens ernannt. Nach dem WM-Aus 2006 gegen Deutschland trat er zurück und arbeitete bis 2012 als Clubtrainer in Spanien und Mexiko.

Kolumbien und die Bundesliga:

Adrian Ramos wechselt zu Borussia Dortmund

Selbst im entfernten Kolumbien ist den Kickern die Bundesliga ein Begriff. Der eine oder andere von ihnen hat es sogar bis nach Deutschland geschafft. Der berühmteste Kolumbianer der Bundesliga-Historie ist zweifelsohne Adolfo Valencia. 1993 kam "El Tren" zum FC Bayern München und traf elf Mal in 25 Einsätzen. Am Ende wurde der FCB Meister und Valencia hatte von Franz Beckenbauer den Spitznamen "Der Entlauber" bekommen. Im August 1994 endete die Zusammenarbeit aber abrupt. Es gab aber auch andere: Bereits 2002 "verirrte" sich Jesus Sinisterra auf die Bielefelder Alm und kam immerhin zu einem Bundesliga-Einsatz für die Arminia. Weitere Kolumbianer, die nur selten spielten waren John Mosquera (Werder Bremen) und Michael Ortega (Bayer Leverkusen). Einer der bekannteren Kolumbianer in der Bundesliga war Faryd Mondragon, der zwischen 2007 und 2010 ganze 106 Mal das Tor des 1. FC Köln in der Bundesliga (75 Spiele) und 2. Bundesliga (31) hütete. Aktuell spielen mit Elkin Soto (1. FSV Mainz 05) und Adrian Ramos (Hertha BSC) zwei Kolumbianer in der Bundesliga. Letzterer wechselt im Sommer zu Borussia Dortmund.