Wenn sich Titelverteidiger Manchester United und der FC Porto sowie der FC Villarreal und der FC Arsenal in den Viertelfinal-Hinspielen der Champions League am Dienstag gegenüberstehen (20.45 Uhr/live bei Premiere), dann sollen alte Rechnungen beglichen werden.

"Das war damals nur schwer zu verkraften. Jose Mourinho war Trainer bei Porto und tanzte an der Seitenlinie entlang. Das haben wir nicht vergessen", sagte Manchesters Abwehrspieler John O'Shea im Rückblick auf das Achtelfinal-Aus 2004 gegen den späteren Champion und kündigte im Namen seiner Teamkollegen Wiedergutmachung für diese Schmach an: "Diese Geschichte wollen wir nun beerdigen."

Schwere Aufgabe

Auch ManU-Teammanager Sir Alex Ferguson, dessen Team seit 21 Spielen in der Champions League ungeschlagen ist, plagen immer noch die Erinnerungen an die Freudentänze seines alten Rivalen Mourinho.

"Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern. Damals war es schwer und diesmal wird es wieder schwer", meinte der Coach der englischen Meisters, der seine Tabellenführung in der Premier League am Sonntag durch ein 3:2 gegen Aston Villa behaupten konnten.

Stars kehren zurück

Im Gegensatz zur Partie am Wochenende kann Ferguson gegen Porto wieder auf seine in der Liga gesperrten Stars Wayne Rooney, Paul Scholes und Nemanja Vidic zurückgreifen. Dagegen muss der Schotte auf den früheren Leverkusener Dimitar Berbatow (Knöchelverletzung) verzichten. Zudem ist der Einsatz von Abwehrchef Rio Ferdinand (Rückenprobleme) fraglich.

"Trotz dieser Probleme sind wir gut auf Porto vorbereitet. Ich habe mir die Aufzeichnungen ihrer zurückliegenden sechs Spiele zu Gemüte geführt", erklärte Ferguson, der gegen den portugiesischen Meister zudem auf die Statistik bauen kann: Von zwölf Partien auf englischem Boden verlor Porto elf und holte nur ein Remis. Diese Bilanz hat offenbar auch Portos Topstürmer Lisandro Lopez gelesen: "Wir sind der klare Außenseiter - für uns ist das Duell schon wie ein Finale."

Selbstvertrauen vor Revanche-Gedanken

Außenseiter ist auch Villarreal. Dennoch wollen sich die Spanier für das Aus vor drei Jahren, an dem Arsenals damaliger Torwart Jens Lehmann mit einem gehaltenen Strafstoß maßgeblich beteiligt war, revanchieren.

"Ich hoffe, wir kommen diesmal an ihnen vorbei", sagte Trainer Manuel Pellegrini, der seine Spieler aber vor übertriebenen Revanche-Gedanken warnte. "Wichtiger als eine Revanche ist die Tatsache, dass wir besser geworden sind", meinte der Coach, dessen Team in den zurückliegenden 15 Heimspielen auf europäischer Bühne keine Niederlage kassierte.

Mit Fabregas und Adebayor

Pellegrinis Gegenüber Arsene Wenger, dessen Club in Spanien das 200. Europacup-Spiel absolvieren wird, schreckt diese Bilanz nicht ab. "Wir gehen mit großem Selbstvertrauen in die Begegnung, denn das Team ist in glänzender Verfassung", erklärte der Franzose, der wieder auf die zuletzt verletzten Cesc Fabregas und Emmanuel Adebayor zurückgreifen kann.

Ausfallen wird hingegen der Niederländer Robin van Persie wegen einer Adduktorenverletzung. Ebenfalls nicht dabei sind die verletzten Eduardo und Abou Diaby sowie Neuzugang Andrej Arschavin, der wegen seiner Europapokalspiele in dieser Saison für Zenit St. Petersburg nicht eingesetzt werden darf.