Die Weltmeisterschaft in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) bietet neben dem Sport jede Menge Randgeschichten. bundesliga.de präsentiert diese täglich in den WM-Splittern:

++++ Königliche Unterstützung für die englische Nationalmannschaft: Die britischen Prinzen William und Harry haben ihren Besuch für das zweite WM-Gruppenspiel der "Three Lions" am Freitag in Kapstadt gegen Algerien (20.30 Uhr/RTL und Sky live) angekündigt. Die beiden Brüder brachen am Montag zu einer Reise durch den Süden Afrikas auf, bei dem zunächst Wohltätigkeitstermine im Vordergrund stehen.

In Südafrika wird William als Präsident des englischen Fußball-Verbandes FA auch Mitglieder der FIFA-Exekutive treffen, um für die Bewerbung seines Landes um die Ausrichtung der WM 2018 Stimmen zu sammeln. ++++

++++ Rund 1000 Fußball-Fans waren am Montag in Johannesburg von einem Busfahrer-Streik betroffen. Nach der Begegnung der Niederlande gegen Dänemark im Soccer-City-Stadion (2:0) kamen die Anhänger nicht mit den Linien des Busnetzes BRT ins Stadtzentrum zurück, da einige Fahrer einen angeblich illegalen Streik durchführten.

"Die Geschäftsleitung prüft derzeit, welche Schritte sie gegen diese illegalen Handlungen einleiten wird", teilte das verantwortliche Busunternehmen Clidet mit. Die betroffenen Fans hätten kostenlose Zugtickets erhalten oder seien mit anderen Transportmitteln ins Zentrum gebracht worden, hieß es in der Mitteilung weiter. ++++

++++ Ein Streik der WM-Ordner hat im Green-Point-Stadion von Kapstadt am Montagabend erhebliche Verzögerungen an den Eingängen verursacht. Das Sicherheitspersonal reagierte damit offensichtlich auf die schweren Ausschreitungen nach dem Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Australien (4:0) in Durban.

"Wir sind in den Streik getreten, die Polizei übernimmt den Sicherheitsdienst", sagte ein Ordner dem SID. In Durban hatten die Stewards vor dem Moses-Mabhida-Stadion nach dem Abpfiff gegen eine Kürzung ihrer Löhne protestiert. Die Polizei ging massiv gegen die Demonstranten vor und setzte Tränengas ein. ++++

++++ Die südkoreanischen Fans sind nach dem 2:0 ihrer Nationalmannschaft im WM-Auftaktspiel gegen Griechenland in einen wahren Kaufrausch geraten. Eine Million Fans, davon 200.000 in der Hauptstadt Seoul, feierten den Sieg im ganzen Land auf den Straßen und bescherten 24-Stunden-Läden und Fast-Food-Restaurants Rekordumsätze. Im Vergleich zur WM 2006, als die Südkoreaner in der Vorrunde scheiterten, wurden fünfmal soviele Kondome verkauft, schrieb die Tageszeitung JoongAng Daily. In den Supermärkten stieg der Verkauf von Bier auf das Dreifache. ++++

++++ Der Fußball-Weltverband FIFA hat angekündigt, die Gründe für verwaiste Plätze in den WM-Stadien zu untersuchen. "Es ist natürlich nicht schön, WM-Spiele mit frei gebliebenen Plätzen zu sehen", sagte Sprecher Nicolas Maingot. "Wir untersuchen derzeit die vielschichtigen Gründe. Im diesem Moment ist es noch zu früh, Schlussfolgerungen zu ziehen."

Am Sonntag waren beim Spiel zwischen Algerien und Slowenien in Polokwane sowie bei der Partie zwischen Serbien und Ghana in Pretoria zahlreiche Plätze frei geblieben, obwohl die Tickets verkauft waren. "Die Karten sind verkauft, aber die Plätze bleiben dennoch leer. Das ist also kein Problem des Ticketings", sagte Maingot. Trotz der Schwierigkeiten ist die FIFA mit den Zuschauerzahlen zufrieden. "Wir liegen bei einem Schnitt von fast 51.000 Zuschauern pro Spiel, das ist sehr hoch", sagte Maingot. ++++

++++ Das Eröffnungsspiel der WM hat dem südafrikanischen Fernsehen Rekordquoten beschert. Durchschnittlich 10,146 Millionen Menschen sahen am vergangenen Freitag das 1:1 von Gastgeber Südafrika gegen Mexiko auf den beiden übertragenden Sendern SABC1 und SuperSport 3. Im Vergleich zum Confed-Cup-Halbfinale 2009 zwischen den Gastgebern und Brasilien bedeutete dies eine Steigerung um 39 Prozent.

SABC1 verzeichnete mit durchschnittlich 8,895 Millionen Zuschauern einen Marktanteil von 76 Prozent. SuperSport 3 hatte im Schnitt 1,250 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von elf Prozent entspricht.

Auch in Mexiko stieß die Begegnung auf reges Interesse. Fast 19 Prozent der Haushalte mit einem Fernsehgerät sahen das Spiel. Gegenüber den drei Gruppenspielen der Mexikaner bei der WM 2006 bedeutete dies eine Steigerung um 15 Prozent. In China stand ein anderes Spiel im Fokus. Hier sahen durchschnittlich knapp 24 Millionen Personen den 2:0-Sieg der Südkoreaner gegen Griechenland. ++++

++++ Dicke Schlagzeilen, empörte Fans, trotzige Spieler: Das drohende Vuvuzela-Verbot hat in ganz Afrika für einen lauten Aufschrei gesorgt. "Wir appellieren an die südafrikanischen Fans, gegen Uruguay noch mehr Vuvuzelas mitzubringen. Je lauter, desto besser für uns", sagte Itumeleng Khune, Nationaltorhüter des WM-Gastgebers.

Ins Kreuzfeuer der Kritik geriet OK-Präsident Danny Jordaan, dessen Interview mit der BBC die Diskussion ins Rollen gebracht hatte. Das Boulevard-Blatt Sowetan druckte sein Zitat "I will ban Vuvuzela" ("Ich werde die Vuvuzela verbannen") in großen Buchstaben auf Seite eins und ließ zahlreiche empörte Leser zu Wort kommen. "Hände weg von unseren Vuvuzelas! Das hier ist Afrika, das ist unsere WM", hieß es darin. ++++

++++ Im Duell mit "Flutschfinger" Robert Green hat Englands Torhüter-Routinier David James schwere Geschütze aufgefahren. Der 39-Jährige vom FC Portsmouth bezichtigte die Teamverantwortlichen der englischen Fußball-Nationalmannschaft der Lüge. "Ich war bereit für einen Einsatz. Anfang letzter Woche war ich häufiger im Fitnessstudio als auf dem Trainingsplatz. Und plötzlich hieß es, ich hätte Knieprobleme. Das war nie der Fall", sagte der Oldie.

James hatte bei der Verteilung der Rückennummern noch die begehrte Nummer 1 erhalten, beim WM-Auftaktspiel der Engländer gegen die USA (1:1) erhielt allerdings der fast zehn Jahre jüngere Green den Vorzug. Seine Forderung, in der nächsten Partie am Freitag gegen Algerien im Tor stehen zu müssen ("Ich habe die Nummer 1 auf dem Trikot und ich bin immer noch die Nummer 1 - ich habe nur nicht gespielt"), untermauerte James: "Ich weiß, dass ich recht habe."

Green hatte gegen die US-Amerikaner einen harmlosen Schuss von Clint Dempsey zum Ausgleich durch die Hände rutschen lassen und wird von den Medien auf der Insel seitdem verspottet. ++++


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