Köln - Vor etwas mehr als einem Jahr hatte der einstige FC-Verteidiger Roland Gerber sein schweres Krebsleiden öffentlich gemacht. Am Dienstag, 24. Februar 2015, hat er den Kampf gegen die Krankheit verloren. Gerber wurde 61 Jahre alt. 

"Diese Nachricht macht uns tief traurig, der FC verliert einen seiner großen Spieler", sagt FC-Vizepräsident Toni Schumacher, der mit Gerber 1978 das Double für den 1. FC Köln geholt hatte. "Roland war mein Libero, ich konnte mich im Spiel immer auf ihn verlassen. Wie er seit der schlimmen Diagnose mit seiner Krebs-Erkrankung umgegangen ist, war bewundernswert. Sein Tod kommt mit 61 Jahren viel zu früh, auch wenn er am Ende wohl eine Erlösung war. Meine Gedanken sind bei seiner Frau und seinen beiden Kindern."

In jungen Jahren schon Abwehrchef

Roland Gerber stammte aus Gerlachsheim, einem Ortsteil der im nördlichen Baden-Württemberg gelegenen Weinstadt Lauda-Königshofen. Zur Spielzeit 1975/76 wechselte er zum 1. FC Köln und nach einer Zeit der Eingewöhnung gelang ihm unter Trainer Georg Stollenwerk der Durchbruch. Stollenwerk funktionierte den Mittelfeldspieler zum Libero um. Das Experiment glückte und Roland Gerber etablierte sich auf der Liberoposition. Auch Hennes Weisweiler, der zur Saison 1976/77 ans Geißbockheim zurückkehrte, setzte auf den jungen Abwehrchef. Gerber – Strack – Zimmermann – Konopka – eine Abwehr, bei der viele FC-Fans noch heute ins Schwärmen geraten. 

Mit Weisweiler begann die erfolgreichste FC-Zeit nach den frühen 1960er Jahren und Roland Gerber hatte als Defensivorganisator großen Anteil daran. Neben den Pokalsiegen 1977 und 1978 durfte er 1978 mit dem FC auch den Gewinn der Deutschen Meisterschaft feiern. Knapp ein Jahr später scheiterte der FC im Europapokal der Landesmeister erst im Halbfinale an Nottingham Forest. Vor dem alles entscheidenden Rückspiel zog sich Roland Gerber in der Bundesliga-Partie in Frankfurt jedoch eine schwere Knieverletzung zu. So fehlte der Libero dem FC vor 60.000 Zuschauern in Müngersdorf gegen den englischen Meister und verlor schließlich mit 0:1.

Knieverletzung zwingt Gerber zum Karriereende

"Mit Gerber hätten wir wohl nicht verloren" sagte FC-Präsident Peter Weiand später im Fernsehen. Im November 1981 wechselte Roland Gerber auf Leihbasis zu Darmstadt 98, spielte ab Sommer 1982 noch ein Jahr für den VfL Osnabrück, bevor ihn eine seit langem bestehende Knieverletzung dazu zwang, die Profikarriere endgültig zu beenden. 

Dem Fußball blieb der gelernte Werkzeugmacher erhalten. Als Trainer war er sowohl im DFB-Stützpunkt in Walldürn/Odenwald als auch für verschiedene Amateurvereine tätig. Bis in die 1980er Jahre in Hürth bei Köln wohnhaft, lebte Roland Gerber, der zeitweilig auch für die FC-Traditionsmannschaft aktiv war, danach in Tauberbischofsheim. Dem FC blieb der Inhaber eines Immobilienbüros eng verbunden, er besuchte trotz der räumlichen Entfernung regelmäßig die Heimspiele im RheinEnergieStadion – selbst dann noch, als ihm die Krebskrankheit schon stark zusetzte, an der er nun gestorben ist.