Im Hinspiel gelang Kölns Anthony Modeste (re. neben Nico Elvedi) ein Tor - © © imago / Kraft
Im Hinspiel gelang Kölns Anthony Modeste (re. neben Nico Elvedi) ein Tor - © © imago / Kraft
Bundesliga

Das rheinische Derby im Zeichen von Europa

Köln - In der Hitliste der brisantesten Derbys der Bundesliga gehört es sicher in die Top drei. Das rheinische Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach elektrisiert seit Jahrzehnten die Fans. Am Samstag kommt es nun zur 86. Auflage in der Bundesliga. In der Gesamtbilanz liegen die Fohlen weit vorne, doch in den letzten Jahren war der Effzeh unter Peter Stöger ein gleichwertiger Gegner.

Rückblick: Risse schießt Köln zum Derbysieg

46 der bislang gespielten 85 Derbys konnte Borussia Mönchengladbach gewinnen, nur 23 gingen an den 1. FC Köln. Zwischen 2010 und 2012 deklassierte die Elf vom Niederrhein die Domstädter gleich viermal nacheinander bei 15:1 Toren. Die Zeiten haben sich aber geändert, seit die Geißbockelf unter Trainer Peter Stöger den Wiederaufstieg in die Bundesliga schaffte. Seitdem ist die Statistik komplett ausgeglichen: zwei Derbys gingen an Köln, zwei an Gladbach, eins endete torlos. Überhaupt fielen in diesen fünf Nachbarschaftsduellen nur sechs Treffer, drei auf jeder Seite.

Das letzte Tor war vielleicht das Spektakulärste. Marcel Risse drosch einen Freistoß in der Nachspielzeit aus großer Distanz in den Winkel des Gladbacher Gehäuses. Es war das Siegtor zum 2:1-Auswärtserfolg und ein so schöner Treffer, dass er von den Zuschauern der ARD zum "Tor des Jahres 2016" gewählt wurde. "Das war die pure Euphorie. Wenn ich mir eine Situation hätte aussuchen dürfen, in der ich so ein Tor schieße, hätte ich definitiv die letzte Minute im Derby gegen Mönchengladbach genommen", jubelte der Torschütze nach der Heldentat. "Es war schon ein unglaubliches Glücksgefühl. Ich habe noch kein emotionaleres Tor geschossen."

Risse fehlt beim Derby des Jahres 2017, von ihm geht für die Borussia diesmal keine Gefahr aus. Dafür verbreitet ein anderer Kölner derzeit in der Bundesliga Angst und Schrecken und nötigt auch dem rheinischen Rivalen höchsten Respekt ab. "Mit Anthony Modeste haben sie einen Torjäger, der momentan aus fast nichts Tore macht", sagt Borussia-Sportdirektor Max Eberl. 22 Mal schon hat der Franzose in dieser Saison geknipst, auch im Hinspiel war erfolgreich.

"Damals haben wir eine sehr bittere Niederlage erlebt", ärgert sich Jonas Hofmann heute noch, um anerkennend hinzuzufügen: "Köln ist eine kampfstarke Mannschaft, die niemals aufgibt." Vier Punkte und vier Tabellenplätze liegen die Nachbarn in der Tabelle auseinander. Mönchengladbach kann mit einem Sieg im RheinEnergieStadion wieder ganz nah an die Domstädter heranrücken. In den beiden letzten Partien in Köln aber blieb die Elf vom Niederrhein torlos.

"Es wird Zeit, dass wir das ändern", gibt sich Patrick Herrmann angriffslustig. "Das Derby war schon in der Jugend immer brisant. So ein Spiel will man nicht verlieren. Und das werden wir auch nicht. Gerade in Köln zu gewinnen, ist immer etwas Besonderes." Herrmanns Erfolgsrezept lautet: Modeste ausschalten. "Es geht darum, extrem aufzupassen und den Kölnern keine Chance zu geben. Das wird der Schlüssel zum Erfolg sein." Optimistisch stimmt den Borussia-Angreifer die gute Rückrunde seiner Mannschaft. "Daran müssen wir anknüpfen. Vielleicht können wir dann noch einmal oben ein Wörtchen mitreden."

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