Köln - Borussia Dortmund hat am heutigen Dienstagabend beim Spiel gegen den RSC Anderlecht (ab 20:30 Uhr im Liveticker) die besten Chancen, um als Gruppensieger ins Achtelfinale der Champions League einzuziehen. Im Fokus steht dabei aber vielmehr die Torwartfrage.

Ein Punkt würde heute vor eigener Kulisse im Signal Iduna Park bereits reichen, um als Sieger aus der Gruppe D in die K.O.-Phase einzuziehen. Vorausgesetzt, der FC Arsenal gewinnt bei Galatasaray Istanbul parallel nicht mit mindestens sechs Toren Unterschied. "Wir werden nicht auf ein Unentschieden spielen, sondern auf Sieg", sagte Ilkay Gündogan vor dem Spiel. "Wir haben die Chance auf Platz eins und wollen sie auch nutzen."

Für Kehl reicht es nicht

Gündogan, der beim befreienden Bundesliga-Sieg gegen die TSG 1899 Hoffenheim (1:0) am vergangenen Freitag noch auf der Zehner-Position überzeugt hatte, könnte dabei ins defensive Mittelfeld zurückrücken, um den angeschlagenen Sebastian Kehl (Prellungen an Rippen und Oberschenkel) zu ersetzen. Ansonsten stehen Jürgen Klopp aber alle Spieler der Formation aus dem Hoffenheim-Spiel zur Verfügung – inklusive der Erfolgs-Viererkette der Meisterschaften 2011 und 2012 um Lukasz Piszczek, Neven Subotic, Mats Hummels und Marcel Schmelzer.

Für Anderlecht geht es derweil nur noch darum, Champions-League-Atmosphäre aufzusaugen. Der belgische Meister kann das Achtelfinale nicht mehr erreichen, hat sich als Gruppendritter aber schon sicher für die Europa-League qualifiziert. Das Hinrunden-Begegnung gewann Dortmund am 2. Spieltag zwar souverän mit 3:0 durch Tore von Immobile und einem Ramos-Doppelpack. "Das Spiel war aber zu keiner Sekunde leicht", warnte Jürgen Klopp. "Wir haben nur die Tore im richtigen Moment gemacht."

Für den BVB-Coach geht es heute Abend in erster Linie darum, nach dem enorm wichtigen Sieg in der Bundesliga Stabilität und Konstanz aufzubauen: "Das Spiel passt perfekt. Wir müssen beweisen, dass wir die Leistung, die wir gegen Hoffenheim gezeigt haben, wieder auf den Platz bringen können."

Kein Verständnis für Torwart-Diskussion

Wenig Verständnis zeigte Klopp indes für die große Diskussion um den Torwart-Wechsel, die bei der Pressekonferenz im Zentrum stand.  Vor dem Spiel gegen Hoffenheim hatte Klopp Nationaltorwart Roman Weidenfeller auf die Bank verbannt und Mitchell Langerak den Vorzug gegeben: "Ich habe schon relativ häufig verschiedene Spieler nicht aufgestellt. Erik Durm hat beispielsweise auch nicht gespielt, aber danach wird nicht gefragt." Der Wechsel sei, so Klopp, eine "Entscheidung für den Moment" gewesen: "Ich vertraue Roman Weidenfeller zu 100 Prozent. Mitch eben auch. Das ist alles."

Obwohl er sich schon entschieden hat, wollte Klopp nicht verraten, wer gegen Anderlecht zwischen den Pfosten steht. Ein mögliches Szenario könnte so aussehen: Langerak bleibt in der Bundesliga weiterhin im Tor und Weidenfeller darf dafür in der Champions League ran. In der Winterpause könnten die Karten dann neu gemischt werden.

Karol Herrmann