München - Ewig jung, ewig brisant. Schwarz-Gelb gegen "Königsblau". Das Derby der beiden traditionsreichsten Revierclubs elektrisiert wie immer die Massen. Doch ist bei solch eindeutigen Vorzeichen, unter dem dieses Duell in dieser Rückrunde steht, überhaupt Spannung möglich? Während der Tabellenführer aus Dortmund einsam seine Kreise zieht, Rekord um Rekord bricht und Fußballdeutschland mit seinen Offensivfeuerwerken begeistert, rangiert Schalke auf einem enttäuschenden elfen Tabellenplatz und musste gegen 1899 die nächste Heimpleite einstecken.

Zumindest, was die generelle Form angeht, ist diese Partie eine enge Kiste. Betrachtet man nur die Ergebnisse der letzten fünf Spiele in der Bundesliga, liegt die Borussia (zehn Punkte, Rang 2) nur einen Zähler vor den "Knappen" (neun, Platz 5), die vor allem zum Ende der Rückrunde zur Aufholjagd geblasen hatten. Während Dortmund aber auch im neuen Jahr Stärke demonstriert und erst zwei Punkte abgegeben hat, musste S04 in 2011 schon zwei Niederlagen einstecken.

Wenn am Freitag der Anstoß erfolgt, zählt das jedoch alles nichts mehr, dann heißt es nur noch: Mann gegen Mann, Dortmund gegen Schalke, 90 Minuten lang. Wer sind dann die Protagonisten, die Schlüsselspieler, die den Unterschied ausmachen werden? Wo hat welches Team Vorteile? bundesliga.de hat genau hingeschaut und die Daten der wichtigsten Duelle verglichen.

Die Keeper: Roman Weidenfeller vs. Manuel Neuer

• Weidenfeller konnte 78,6 Prozent der Bälle, die auf sein Tor gingen, abwehren - Liga-Bestwert!

• Manuel Neuer konnte nur 70.5 Prozent der Schüsse abwehren und (nur Platz 7).

• Neuer (26) hat mehr als doppelt soviele Gegentore kassiert wie Weidenfeller (12).

• Der Schalker Nationaltorwart konnte 59 Hereingaben abfangen oder wegfausten. Sein Kontrahent aus Dortmund kommt auf einen Wert von 49.

• Weidenfeller konnte in 9 Spielen seinen eigenen Kasten sauber halten, während Neuer sieben Spiele mit weißer Weste beendete - kein anderer Keeper kommt auf diese Werte.

Die Abwehrrecken: Mats Hummels vs. Christoph Metzelder

• Der Borusse Mats Hummels konnte 59,5 Prozent seiner Zweikämpfe gewinnen, während Christoph Metzelder von Schalke 60,2 Prozent der Duelle für sich entscheiden konnte.

• Beide Abwehrspieler schalten sich rege ins Offensivgeschehen ihrer Teams ein. Hummels erzielte drei Saisontore (zuletzt am vergangenen Spieltag beim
3:0-Sieg in Wolfsburg). Metzelder erzielte ein Saisontor und bereitete einen weiteren Treffer vor.

• Hummels konnte 90 Mal in der laufenden Saison den Ball aus der Gefahren¬zone klären - Metzelder kommt auf 68 klärende Aktionen. Die Werte der beiden Innenverteidiger sind mannschaftsintern jeweils Bestwert.

Die Spielmacher: Nuri Sahin vs. Peer Kluge

• Sahin konnte 52 Prozent seiner Zweikampfduelle gewinnen, Kluge kommt einen Wert von 50 Prozent. Der Dortmunder (269) bestritt mehr als doppelt soviele Zweikämpfe wie Kluge (131).

• Während Kluge noch an keinem Schalker Tor beteiligt war, kommt Sahin auf fünf Tore und sechs Assists (Dortmunder Bestwert - gemeinsam mit Götze). Der türkische Nationalspieler ist der beste Scorer seiner Mannschaft (Platz 6 in der Liga).

• Nuri Sahin brachte 77,6 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler, Kluge sogar 78,3 Prozent.

• Dortmunds Ballverteiler hat mit 1800 Ballkontakten die meisten ligaweit, sein Schalker Pendant kommt nur auf 657.

Die Youngster: Mario Götze vs. Julian Draxler

• Julian Draxler bestritt erst 3 BL-Partien für die Schalker (ein Mal Startelf), während Mario Götze in 19 der 20 Ligaspiele in der laufenden Spielzeit zum Einsatz kam.

• Götze brachte 81 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler - der Schalker Draxler hat eine Passquote von 80 Prozent.

• Während Draxler noch an keinem Schalker Tor direkt beteiligt war, konnte sich Götze als vierfacher Torschütze und durch sieben Torvorlagen auszeichnen.

Die Knipser: Lucas Barrios vs. Raul

• Beide Stürmer sind die Torgaranten ihrer Teams. Barrios erzielte neun Tore (ein Assist) in dieser Spielzeit, Raul markierte zehn Treffer (ebenfalls eine Vorarbeit) für S04.

• Sowohl Raul als auch Barrios erzielten je drei Mal die 1:0-Führung für ihre Teams.

• Während Barrios sowohl vor heimischer Kulisse (fünf Tore) als auch in der Fremde (vier) trifft, markierte Raul hauptsächlich in Heimspielen seine Tore - neun seiner zehn Treffer schoss er auf Schalke. Lediglich in Hannover erzielte er das Siegtor.

• Raul erzielte nicht nur mehr Tore als Barrios, sondern brauchte auch weniger Chancen. Barrios gab 58 Schüsse (davon 28 aufs gegnerische Tor) ab - Raul nur 41 (21 aufs Tor).


Christoph Gschoßmann