Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 eilt weiter von Sieg zu Sieg. Das ungefährdete 4:0 in der Europa League gegen Asteras Tripolis aus Griechenland war für das Team von Trainer Andre Breitenreiter bereits der sechste Pflichtspielerfolg in Serie. Nach dem Hattrick durch Franco di Santo setzte Stürmer Klaas-Jan Huntelaar den Schlusspunkt. Im Interview erklärt der Niederländer, wie sehr er sich für seinen Teamkollegen freut, wie Jung und Alt harmonieren und wie er sich zuletzt als "Rotationsopfer" gefühlt hat.

Frage: Klaas-Jan Huntelaar, Glückwunsch zum Sieg. Aus dem erwarteten Geduldsspiel ist ein ungefährdeter Erfolg geworden. Wie lautet Ihr Fazit?

Klaas-Jan Huntelaar: Der Gegner hat extrem weit hinten gestanden und wollte im Spiel eigentlich auch nicht viel nach vorne machen. Am Anfang hatten wir noch zu viele Ballverluste, am Ende war es ein einfacher Sieg.

"Habe lieber Gegner, die auch Fußball spielen wollen"

Frage: Der letztlich sogar zu niedrig ausgefallen ist?

Huntelaar: Es war ein Gegner, gegen den man viele Tore schießen kann. In der zweiten Halbzeit haben wir etwas nachgelassen und Tripolis hat praktisch nur noch verteidigt, weil sie nicht 0:7 verlieren wollten. Insgesamt haben wir unsere Chancen vielleicht nicht richtig konsequent genutzt.

Frage: Wieviel Spaß macht so ein Spiel?

Huntelaar: Ehrlich gesagt habe ich Gegner lieber, die auch Fußball spielen wollen und auch etwas nach vorne machen, dann ist immer mehr Dampf im Spiel. Aber wenn wir gewinnen, bin ich immer glücklich. 

"Alle haben sich sehr für Franco gefreut"

Frage: Was sagen Sie zum Auftritt von Franco di Santo?

Huntelaar: Für Franco ist es sehr gut gelaufen. Er hat lange auf sein persönliches Erfolgserlebnis gewartet. Aber wenn man immer weiter hart arbeitet, kommt so etwas von selbst. Wir haben uns alle sehr für ihn gefreut.

Frage: Schalke hat heute vier Stürmertore erzielt. Lag das nur am Gegner?

© imago / osnapix

Huntelaar: Es lag sicher auch am Gegner, der nicht besonders gut war. Aber trotzdem müssen wir die Bälle auch erstmal zu den Stürmern bringen. Heute haben wir viele Flanken gespielt, die zu Torgefahr geführt haben.

Im Moment sind alle sehr konzentriert

Frage: Schalke setzt momentan verstärkt auf die Youngster. Helfen die Erfahrenen momentan eher den Jüngeren, oder ist es sogar umgekehrt?

Huntelaar: Beides, würde ich sagen. In einer Mannschaft helfen sich beide Seiten gegenseitig. Egal wie alt man ist, es geht um Qualität. Wir haben einen großen Kader mit vielen jungen Leuten. Natürlich brauchen diese die Erfahrung von den Älteren, aber genauso haben sie die Chance, den Älteren etwas zu zeigen. Im Moment sind alle sehr konzentriert und es klappt super. 

Ich harmoniere sehr gut mit Leroy

Frage: Vor allem auch mit Leroy Sane, der im Übrigen in der ersten Halbzeit einen Wahnsinns-Sprint über den ganzen Platz hingelegt hat?

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Huntelaar: Er hat die Qualität, um solch einen Sprint anzusetzen. Darüber hinaus hat er auch ein sehr gutes Auge für den Pass, oder um selbst in die Tiefe zu gehen. Ich persönlich harmoniere sehr gut mit ihm. Er sieht mich und ich sehe ihn. Das passt gut und es macht Spaß, wenn die Laufwege funktionieren.

Frage: Heute war die Startelf auf fünf Positionen verändert. Zuletzt in Hamburg hatte es auch Sie erwischt. Wie sehen Sie aktuell die Rotation? 

Huntelaar: Grundsätzlich ist es gut, Spielern eine Pause zu geben, die viel gespielt haben. Das tut der Mannschaft gut. Gegen Hamburg hat der Trainer zu mir gesagt, dass er mir eine Pause geben will. Darauf habe ich gesagt ´ich brauche keine Pause´ (lacht), ´aber wenn du willst können wir das so machen´. Denn Pause will ich erst nach meiner Karriere machen (lacht).

Frage: Im nächsten Spiel gegen Köln wäre der siebte Sieg in Folge möglich. Was wird das für eine Partie?

Huntelaar: Wir wollen gar nicht auf irgendwelche Serien schauen, sondern müssen uns auf unser Spiel konzentrieren. Wir brauchen aber in jedem Fall eine gute Leistung, um gegen starke Kölner zu gewinnen.

Frage: Wem drücken Sie beim Klassiker Dortmund gegen Bayern die Daumen?

Huntelaar: Keinem von beiden. Das interessiert mich nicht so sehr. Ich konzentriere mich auf unser Spiel gegen Köln.

Aus Gelsenkirchen berichtet Markus Hoffmann