Zusammenfassung

  • Nach dem Double mit Bayern will Kingsley Coman mit Frankreich erfolgreich sein

  • Matthias Sammer lobt seine Bescheidenheit, Robert Lewandowski seine Geschwindigkeit

  • Profi-Debüt unter Carlo Ancelotti - Wiedersehen in der neuen Saison

Köln - Sein sechstes Länderspiel am Freitag wird ein ganz besonderes: Kingsley Coman eröffnet mit Frankreich die Europameisterschaft 2016 im eigenen Land gegen Rumänien. Der Flügelstürmer des FC Bayern München geht mit dem Schwung des Double-Gewinns in das Turnier.

Am Ende seiner ersten Bundesliga-Saison standen mit der Deutschen Meisterschaft und dem DFB-Pokal gleich zwei Titel. In den Jahren zuvor war er schon in Italien und Frankreich Meister geworden. "Aber dieser Titel mit den Bayern hat für mich mehr Bedeutung, weil ich regelmäßig eingesetzt wurde und hier einfach Fuß fassen durfte", sagte Coman kürzlich im bundesliga.de-Interview.

"Habe sicherlich noch Luft nach oben"

Unter Pep Guardiola kam der junge Franzose in der Bundesliga auf 23 Einsätze, in denen er vier Tore erzielte und sechs Treffer vorbereitete. Dazu kommen acht Champions-League-Spiele mit zwei Toren und ebenfalls sechs Assists sowie vier Pokal-Spiele - eine sehr ordentliche Debüt-Saison!

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Ein Grund abzuheben? Nicht für Coman! "Mir ist bewusst, dass ich noch hart an mir arbeiten muss, um ein ganz großer Spieler zu werden. Aber ich werde erst 20, dementsprechend habe ich sicherlich noch Luft nach oben", so der 19-Jährige. Auch Matthias Sammer, Sport-Vorstand beim FCB, lobt diese Einstellung: "Mich begeistert, wie bescheiden er sich in die Mannschaft integriert. Er agiert sehr aufmerksam."

Letzter Rasta-Zopf als Markenzeichen

Auf dem Platz hat er sich mit seinem Tempo, seiner feinen Technik und dem Auge für die Mitspieler direkt in den Fokus gespielt. "Er ist sehr gut im Eins gegen Eins, und seine Schnelligkeit ist überragend - genau das brauchen wir", sagt Stürmer-Star Robert Lewandowski.

Neben dem Grün fallen seine stets modischen Outfits und vor allem seine extravagante Frisur auf. "Ich hatte früher lange Rasta-Locken, die ich mir irgendwann abgeschnitten habe. Einen Teil davon, diesen Zopf, habe ich mir aufgehoben. In Frankreich waren meine Haare nie ein Thema. Als ich in Italien spielte, waren die Leute etwas erschrocken. Und die Deutschen sind in dieser Hinsicht noch ein wenig spezieller, etwas konservativer", so Coman gegenüber der "Sportbild".

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Durchbruch bei Bayern

Die sportliche Entwicklung des jungen Mannes mit Wurzeln in Guadeloupe begann bei Paris Saint-Germain, für das er am 17. Februar 2013 im Alter von 16 Jahren und acht Monaten sein Profi-Debüt gab. Übrigens unter einem gewissen Carlo Ancelotti, den Coman in der neuen Saison ja an der Säbener Straße wiedersehen wird.

Im Sommer 2014 folgte der Wechsel zu Juventus Turin, ehe die Bayern sich den Youngster im Sommer 2015 schnappten - zunächst auf Leihbasis für zwei Jahre. "Es ist klar, dass ich dem FC Bayern und Pep Guardiola viel zu verdanken habe. Ich weiß nicht, ob ich ohne das Vertrauen dieses Vereins und dieses Trainers so schnell in die Equipe Tricolore gekommen wäre", weiß Coman.

Durch seine überzeugenden Leistungen in München ist Nationalcoach Didier Deschamps allerdings auf ihn aufmerksam geworden - nachdem er zuvor sämtliche U-Nationalmannschaften durchlaufen hatte, gab Coman beim 2:0-Sieg gegen Deutschland im November 2015 sein Debüt für die Equipe Tricolore.

Für die nächsten Wochen gilt "King", wie er von seinen FCB-Kollegen genannt wird, als Hoffnungsträger einer ganzen Nation. Und wer weiß, vielleicht kehrt Coman ja sogar mit dem Schwung des EM-Titels zurück zu den Bayern...

Video: Comans Vorgänger in der Bundesliga