Heimat, das ist für Kevin Kuranyi ein sehr weitläufiges Wort. Schließlich spielen drei Länder eine große Rolle in seinem Leben. Doch zuhause ist definitiv da, wo man voller Stolz "königsblaues" Blut trägt: beim FC Schalke 04.

Gleich drei Nationalitäten kann der Mann, dessen Name ungarischer Herkunft ist, vorweisen: deutsch, brasilianisch und panamaisch. Als Sohn eines deutschen Vaters und einer panamaischen Mutter kam Kuranyi in Rio de Janeiro zur Welt. Seine Eltern waren aus beruflichen Gründen in Brasilien.

In Brasilien angefangen

Seine Kindheit verbrachte Kuranyi dann auch am Zuckerhut. Klar, dass der Fußball schnell seinen Alltag bestimmte. "Ich konnte mich sehr früh schon für diesen Sport richtig begeistern und bin dann mit sechs Jahren auch meinem ersten Verein, dem FC Serrano, beigetreten", sagt er auf seiner Homepage.

Die Eltern waren in der Hotelbranche tätig, betrieben eine Hotelanlage in Petropolis. Als ihr Filius 14 Jahre alt war, zog es sie nach Panama. Dort trat Kuranyi für Sporting Panamas Jugendmannschaft gegen den Ball. Nur ein Jahr später ging es nach Deutschland zum VfB Stuttgart.

Durchbruch in Stuttgart

Der Aufstieg des jungen Stürmers war nicht mehr aufzuhalten. Und plötzlich stand Kuranyi vor einer der wichtigsten Entscheidungen in seinem Leben. Für welche Nationalmannschaft würde er spielen wollen. Die Wahl fiel auf die DFB-Auswahl. Die Verbundenheit zu Deutschland sei Grund für diese Entscheidung gewesen.

Der endgültige Durchbruch gelang 2002/03. In 32 Bundesliga-Spielen traf Kuranyi 15 Mal für die Schwaben. Fortan war er in jeder Spielzeit mindestens zehn Mal erfolgreich. Im Sommer 2005 suchte Kuranyi eine neue Herausforderung. Die fand er auf Schalke.

Familienmensch

Doch auch Rückschläge musste der Stürmer hinnehmen. So im Sommer 2006, als er nach längerer Verletzungspause nicht für die WM nominiert wurde. Den nötigen Halt in schwierigen Situationen fand er schon immer in der Familie. Das war als Kind so, das ist heute als Ehemann und Familienvater nicht anders: "Meine Familie ist das Wichtigste, was man haben kann und ich will für sie da sein, so oft und gut es geht."

Kuranyi biss sich also durch - bis zu jenem 11. Oktober 2008. Gegen Russland saß Kuranyi nur auf der Tribüne. Noch vor Beginn der zweiten Halbzeit reist er ab. Anschließend strich ihn Bundestrainer Joachim Löw aus der Nationalelf.

Aus Fehlern gelernt

Kuranyi entschuldigte sich, stand aber zu dem, was er getan hat. So war er schon immer. Aufrichtig. Ein Typ, der vieles richtig, aber auch mal Fehler macht. "Jeder profitiert von Erfahrungen, von guten wie weniger schönen Erlebnissen und davon, was man selbst richtig gemacht hat und was falsch war", erklärte er. Auch aus solchen Sachen muss man gestärkt herauskommen, wenn man besser werden will."

Und Kuranyi hat daraus gelernt: "Als Fußballprofi, der etwas erreichen will, darf ich mich nie ausruhen - bis zum Ende meiner Karriere." Er gehört zweifelsohne zu den besten Stürmern der Bundesliga. Und wird auch weiterhin seinen Weg gehen.

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