München - In Stuttgart kommt es am Mittwochabend zum Krisengipfel. Der sieglose VfB empfängt die ebenfalls hinter den Erwartungen gebliebene TSG Hoffenheim. Hannover 96 will sich gegen Nürnberg für die 3:1-Niederlage bei 1899 rehabilitieren und gegen den 1. FC Nürnberg zurück auf die Siegerstraße (Mittwoch, ab 19:30 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Den Spieltag komplettieren die Spiele zwischen dem SC Freiburg und Werder Bremen, Augsburg gegen Leverkusen, sowie das Traditionsduell zwischen Gladbach und dem Hamburger SV. bundesliga.de gibt einen Überblick über die Mittwochsspiele des 5. Spieltages.

Der eine kehrt zurück, der andere fehlt gesperrt. Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia kann gegen Hoffenheim wieder auf Torjäger Vedad Ibisevic zurückgreifen. Ausgerechnet zum Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Club ist die Rotsperre des Bosniers abgelaufen. An die letzte Begegnung mit der TSG hat Ibisevic gute Erinnerungen: Am 26. Spieltag der vergangenen Saison erzielte er beide Tore beim 2:1-Sieg im Kraichgau. Sorgen bereitet den Stuttgartern der Ausfall von Martin Harnik, der beim 2:2 in Bremen nach seiner zweiten gelben Karte vorzeitig vom Platz musste und gegen Hoffenheim gesperrt fehlt. Bei der Aufholjagd an der Weser erzielte der Ex-Bremer einen Treffer. Cristian Molinaro steht Labbadia hingegen nach überstandenen Schulterverletzung wieder zur Verfügung. "Wir wollen drei Punkte", sagt Stuttgarts Torhüter Sven Ulreich vor dem Derby.

Die Hoffenheimer kommen nach dem ersten Saisonsieg gegen Hannover mit viel Selbstvertrauen zum Lokalderby nach Stuttgart, obwohl sie auswärts noch punktlos sind. Mit Andreas Beck und Sebastian Rudy werden voraussichtlich zwei Ex-VfB-Akteure in der 1899-Startelf stehen, an der Seitenlinie mit Markus Babbel ein ehemaliger Spieler und Trainer der Schwaben. Er muss weiterhin auf Torwart Tim Wiese verzichten, Koen Casteels, der schon gegen Hannover spielte, darf erneut ran. Sejad Salihovic könnte gegen den VfB in die Startelf rücken, dafür müsste Roberto Firmino weichen. Der Matchwinner gegen die 96er, Kevin Volland (zwei Vorlagen), muss am Beginn wohl erneut auf der Bank Platz nehmen.



Schiedsrichteransetzungen

Die Niedersachsen wollen sich nach der Niederlage in Hoffenheim (1:3) rehabilitieren und gleichzeitig im eigenen Stadion im dritten Saison-Heimspiel ungeschlagen bleiben. "Wir sollten schleunigst in eine bessere Verfassung kommen", fordert Trainer Mirko Slomka vor dem Duell mit den Franken. Mit Szabolcs Huszti kehrt der beste Hannover-Akteur der Saison nach seiner Sperre in die Startformation zurück. Konstantin Rausch rückt dadurch wieder eine Position nach hinten und verteidigt auf der linken Seite. Gutes Omen: Drei der letzten vier Heimspiele gewannen die "Roten" gegen den "Club".

Mit Nürnberg kommt allerdings eine der stärksten Auswärtsmannschaften der Liga nach Hannover. Die Mannschaft von Dieter Hecking hat (saisonübergreifend) die letzten vier Auswärtsspiele gewonnen. "Es ist schön, dass wir diese Serie hingekriegt haben", sagt Hecking, "aber es gibt keine Garantie dafür, dass das so bleibt." Mike Frantz könnte in der Startelf Robert Mak ersetzen und mithelfen, um die Auswärtsserie weiter auszubauen.



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Eine Erfolgsserie hat auch der SC Freiburg zu verteidigen. Die Breisgauer sind unter Trainer Christian Streich zu Hause immer noch ungeschlagen, zuletzt wurde Hoffenheim mit 5:3 zurück gen Kraichgau geschickt. Aus den letzten beiden Spielen holten die Freiburger vier Punkte, stehen im Moment auf Platz 8. Auf dem Personalsektor gibt es auch positive Neuigkeiten. Mit Daniel Caligiuri ist ein Leistungsträger nach überstandener Verletzung zurück auf dem Platz. Der Mittelfeldspieler absolvierte gegen Düsseldorf sein erstes Saisonspiel von Beginn an.

"Wir können sagen, dass die Mannschaft auf dem richtigen Weg ist", sagt Werder-Trainer Thomas Schaaf: "Mit den Ergebnissen können wir aber nicht zufrieden sein." Seit März hat Bremen in der Liga nur einen Sieg geholt. Am vergangenen Sonntag sah es gegen Stuttgart lange Zeit nach einem Werder-Erfolg aus, doch die Norddeutschen verspielten eine 2:0-Führung und mussten sich am Ende mit einem Remis begnügen. Assani Lukimya sah zudem in der Nachspielzeit nach einem überharten Einsteigen die rote Karte und muss in Freiburg zuschauen.



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Der FCA ist neben dem VfB Stuttgart die einzige Mannschaft in der Liga, die in der laufenden Spielzeit noch ohne Sieg ist, gegen den VfL Wolfsburg reichte es immerhin schon mal zu einem Punkt (0:0). "Jeder in der Mannschaft wusste, dass wir bis zum Schluss gegen den Abstieg spielen", sagt Torsten Oehrl vor dem Spiel gegen Leverkusen. Gerade in der Offensive ist die Mannschaft zu harmlos, wie ein einziger Treffer in den bisherigen Spielen belegt. Zu Hause ist Augsburg sogar noch ohne Treffer. Trainer Markus Weinzierl muss gegen Leverkusen erneut Torwart Simon Jentzsch vorgeben, Mohamed Amsif wird ihn, wie schon in den vergangenen beiden Partien, ersetzen. Offensivspieler Knowledge Musona fällt mit Adduktoren-Problemen aus.

Bayer Leverkusen läuft den eigenen Zielen im Moment hinterher. Vor allem auswärts hat die Elf vom einzigen Trainer-Duo der Liga, Sascha Lewandowski und Sami Hyypiä, ihre Klasse noch nicht nachgewiesen, verlor beide Spiele (Frankfurt, Dortmund). Umso wichtiger wäre es nach dem schlechtesten Bayer-Saisonstart seit 30 Jahren, auswärts beim Schlusslicht erstmals zu punkten. "Wenn wir so spielen wie gegen Gladbach, werden auch die Tore und Siege wieder kommen", hat Lewandowski Hoffnung auf baldige Besserung. Die Bayer-Elf spielte die Borussia phasenweise an die Wand, scheiterte jedoch immer wieder an Torhüter Marc-Andre ter Stegen. Somit gibt Hyypiä vor dem Spiel in Augsburg eine klare Parole aus: "Wir fahren da hin, um zu gewinnen. Wir brauchen die Punkte schließlich dringend."



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Die Gladbacher Heimbilanz ist vor dem dritten Spiel im Borussia-Park mit einem Sieg und einer Niederlage ausgeglichen. Am Sonntag erkämpfte sich die Mannschaft von Lucien Favre einen Punkt in Leverkusen, der zu großen Teilen dem überragenden Torwart Marc-Andre ter Stegen zu verdanken ist, der die Bayer-Spieler mit Top-Paraden reihenweise zur Verzweiflung brachte. Deshalb ist die Warnung von Stürmer Mike Hanke vor dem Spiel gegen die auswärts noch punktlosen Hamburgern verständlich: "Auf keinen Fall dürfen wir wieder so viele Chancen zulassen. Und wir müssen van der Vaart ausschalten." Personell kann Favre aus dem Vollen schöpfen.

Beim HSV ist der Erfolg wieder zurückgekehrt - und wie. Mit einem 3:2-Sieg gegen Meister Dortmund endete nicht nur die BVB-Serie von 31 Spielen ohne Niederlage, sondern der Hamburger SV war selbst dafür verantwortlich, dass der eigene Uralt-Rekord von 36 Spielen ohne Niederlagen bestehen bleibt. In Gladbach muss Trainer Thorsten Fink nach wie vor auf den gesperrten Petr Jiracek verzichten. Für ihn wird, wie gegen Dortmund, Tolgay Arslan an der Seite von Milan Badelj im defensiven Mittelfeld auflaufen. Ansonsten dürfte Fink keinen Grund für Veränderungen in seiner Startformation sehen.



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