München - Der Hamburger SV und der 1. FC Köln haben eine glorreiche Vergangenheit. Während der HSV sechs Mal Deutscher Meister wurde, standen die Domstädter insgesamt drei Mal am Saisonende auf Rang 1. Doch die Gegenwart sieht ganz anders aus. Die Spitzenplätze sind außer Reichweite. Stattdessen kommt es in der Imtech Arena am Samstag zu einem echten Keller-Duell zwischen den beiden Traditions-Clubs.

Außerdem muss der FC Bayern München beim 1. FC Kaiserslautern antreten. Während 1899 Hoffenheim den wiedererstarkten SV Werder Bremen empfängt, findet im easyCredit-Stadion das erste bayrische Bundesliga-Derby zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem FC Augsburg statt. Der VfL Wolfsburg muss zu seinem "Angstgegner" SC Freiburg reisen (alle Spiele ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Hamburger SV - 1. FC Köln

Der Vorletzte empfängt das Schlusslicht - schon am 4. Spieltag ist der Druck auf beiden Seiten enorm groß. Während die Kölner am vergangenen Spieltag gegen den 1. FC Kaiserslautern immerhin ihren ersten Punkt holten, schrillen beim HSV nach dem 0:5-Debakel beim FC Bayern München die Alarmglocken.

"Man braucht einen ehrlichen Umgang mit der Niederlage, um die Fehler abzustellen. Aber man darf auch nicht den Fehler machen, sich selbst niederzumachen", warnt HSV-Trainer Michael Oenning, der gute Erinnerungen an die letzte Begegnung mit Köln hat. Mit einem 6:2-Sieg startete er in der vergangenen Rückrunde als Cheftrainer beim HSV. "Der Wille ist da, jetzt müssen wir es auch umsetzen und nicht nur darüber reden. Man muss sich durchbeißen", betont der Übungsleiter, der wieder auf seine beiden Stürmer Mladen Petric und Paolo Guerrero zurückgreifen kann. Zudem wird Neuzugang Slobodan Rajkovic wohl sein Debüt in der Innenverteidigung geben. Michael Manicienne (Grippe) fällt wohl aus.

Bei den "Geißböcken" steht ein ganz wichtiger Akteur wieder im Kader. Lukas Podolski trainiert nach einer fiebrigen Erkrankung seit Mittwoch wieder mit der Mannschaft. Auch deshalb fährt FC-Trainer Stale Solbakken optimistisch nach Hamburg. "Wir haben den Gegner analysiert und wichtige Dinge angesprochen. Wir sind gut vorbereitet. Wenn das Konzept, wie schon gegen Kaiserslautern, greift, haben wir die Chance einen oder vielleicht sogar drei Punkte zu holen."

Bei diesem Unterfangen wird Christian Eichner allerdings nicht mitwirken können. Der Linksverteidiger, der sich beim Spiel gegen Kaiserslautern eine Platzwunde zuzog, leidet derzeit an Magen-Problemen. Auch Michael Rensing steht gegen den HSV noch nicht zur Verfügung. Für ihn wird erneut Miro Varvodic zwischen den Pfosten stehen. Dagegen steht Neuzugang Henrique Sereno, der in seinen ersten Trainingseinheiten einen guten Eindruck hinterlassen hatte, vor seinem Bundesliga-Debüt.




1. FC Kaiserslautern - FC Bayern München

Kaum zu glauben, aber wahr. Der FC Bayern München ist der Lieblingsgegner von FCK-Trainer Marco Kurz. Er gewann in seiner Spieler- und Trainer-Karriere schon mit vier verschiedenen Mannschaften gegen den Rekordmeister.

Und obwohl er mit den Pfälzern mit zwei Remis und einer Niederlage keinen guten Start in die neue Saison erwischt hat, glaubt er an eine Chance gegen die Münchner. "Im Spiel gegen eine Wahnsinnsmannschaft, wie die Bayern, geht es für uns darum, wieder einen Schritt nach vorne zu machen. In einem einzelnen Spiel ist an einem guten Tag immer alles drin", glaubt Kurz. Auch bei Kapitän Christian Tiffert ist die Vorfreude auf diese Begegnung groß: "Die Duelle des FCK mit den Bayern auf dem Betzenberg stehen für etwas Besonderes. Das wird sicherlich ein Fest für alle."

Doch die Münchner reisen mit einer breiten Brust zum Betzenberg, immerhin feierten sie zuletzt vier Pflichtspielsiege in Folge und kassierten insgesamt erst ein Gegentor. Die Defensive ist zum Prunkstück der Elf von Trainer Jupp Heynckes geworden, der mit den Bayern im Fritz-Walter-Stadion noch nie gewinnen konnte. "Der Betzenberg ist ein schwieriges Terrain. Die Mannschaft kämpft mit den Fans im Rücken von der ersten bis zur letzten Minute. Das wird nicht einfach - aber wir dürfen uns von der Atmosphäre dort nicht anstecken lassen. Wir müssen cool bleiben", erklärt Heynckes.

Bis auf Ivica Olic (Sehnenriss im Hüftbeuger) und Arjen Robben (Schambeinentzündung) stehen dem FCB-Trainer alle Akteure zur Verfügung. Die "Roten Teufel" müssen hingegen auf Stürmer Dorge Kouemaha verzichten, der mit einem Faserriss im Adduktorenbereich ausfällt.




1899 Hoffenheim - SV Werder Bremen

In diesem Duell sind Tore garantiert. In den sechs Aufeinandertreffen fielen insgesamt 20 Treffer. Zudem befinden sich beide Teams nach zwei Siegen aus drei Spielen deutlich im Aufwind. Während 1899-Trainer Holger Stanislawski im Kraichgau eine neue Euphorie entfachte, zeigte Werder zuletzt sein altbekanntes Gesicht - vorne hui, hinten pfui.

Und diese Entwicklung gefällt 1899-Trainer Holger Stanislawski: "Das alte Werder ist wieder da. Die Spielphilosophie von Thomas Schaaf gefällt mir. Sie erarbeiten sich viele Chance, auch auf die Gefahr hin, ein Gegentor zu bekommen. Mir persönlich wäre ein 5:3 auch lieber als ein 2:0." Einen Plan, wie sie Bremen in die Knie zwingen können, haben die Hoffenheimer aber schon parat. "Bremens Offensive ist nicht zu stoppen, indem wir ihre Defensive beschäftigen, sondern wir müssen unsere Art Fußball zu spielen auch in diesem Spiel durchsetzen", stellt Abwehrspieler Marvin Compper klar.

Schritt für Schritt nach vorn soll es bei den Gästen gehen. Mit Hilfe einer Defensive, "die besser steht und weniger zulässt" und zugleich einer Offensive, die "gefährlich bleibt und Aktionen effektiv umsetzt." Beim 5:3-Sieg gegen den SC Freiburg in der Vorwoche klappte es im Angriffsspiel schon ganz gut. Dieser Ansicht war auch Cheftrainer Schaaf: "Wir zeigen gute Sachen auf. Zum Beispiel, dass wir druckvoll agieren können in der Offensive, uns aber wiederum auch das Leben schwer machen können in der Defensive."

Weiter fehlen werden den Norddeutschen Naldo und Tim Borowski (beide Trainingsrückstand). Bei 1899 hat sich die Personallage ebenfalls nicht großartig verändert. Gylfi Sigurdsson, Knowledge Musona, Matthias Jaissle, Tobias Weis, Vedad Ibisevic, Boris Vukcevic und Manuel Gulde stehen nicht im Kader.




1. FC Nürnberg - FC Augsburg

Im ersten bayrischen Bundesliga-Derby zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem FC Augsburg sind die Blicke vor allem auf zwei Akteure gerichtet. Tomas Pekhart und Sascha Mölders sind bislang in dieser noch jungen Spielzeit mit zwei bzw. drei Treffern die einzigen Torschützen ihrer Teams.

Hinter dem Einsatz von Nürnbergs Pekhart steht allerdings noch ein Fragzeichen. Der 22-Jährige musste unter der Woche mit Kapselproblemen am rechten Knie aussetzen, konnte in der Einheit am Donnerstagvormittag aber wieder voll mitmachen. Das wird Trainer Dieter Hecking froh stimmen, der mit dem Saisonstart "was die Leistung angeht, sehr zufrieden" ist. "Nur punktemäßig stimmt es noch nicht. Meine Mannschaft war stark in der Balleroberung und hat sich gut mit dem Gegner auseinandergesetzt. Das wollen wir auch gegen Augsburg umsetzen. Wir müssen den Gegner früh stören", gab der Coach als Marschroute für die bevorstehende Aufgabe gegen die Fuggerstädter an, die immer noch auf ihren Premieren-Sieg in der Bundesliga warten. Doch davon lässt sich die Elf von Trainer Jos Luhukay nicht unterkriegen."Wir müssen unsere Stabilität in der Defensive finden und dann aber auch immer selbst den Weg nach vorne suchen, um uns Chancen zu erspielen", sagt der Niederländer: "Wir haben in den bisherigen Spielen, viel investiert und hoffen, dass wir uns dafür nun einmal belohnen können."

Personell muss Luhukay zwei zusätzliche Ausfälle verkraften. Denn neben den Angreifern Torsten Oehrl, Nando Rafael und Stephan Hain müssen nun auch die Abwehrspieler Paul Verhaegh (Knieverletzung) und Marcel de Jong (Außenbandverletzung am Knie) passen. Fehlen werden dem "Club" nach wie vor Mike Frantz (Trainingsrückstand), Keeper Raphael Schäfer (Schienbein-OP), Daniel Didavi (Knie-OP) sowie Per Nilsson (Achillessehnenreizung).




SC Freiburg - VfL Wolfsburg

Der SC Freiburg wartet noch auf den ersten "Dreier" in dieser Saison. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer. Am Samstag ist der VfL Wolfsburg zu Gast im badenova-Stadion. In den letzten vier Heimspielen gegen die "Wölfe" gab es vier Siege für die Breisgauer.

Trainer Marcus Sorg hofft daher natürlich auf eine Fortsetzung dieser positiven Serie: "Wir wollen endlich die Punkte holen, die sich die Mannschaft schon in den ersten drei Spielen verdient hat. Trotzdem war das Spiel in Bremen ein weiterer Schritt nach vorne. Die Mannschaft hat eine unglaubliche Moral gezeigt. Das Wichtigste bleibt, dass wir uns weiter kontinuierlich steigern. Deshalb müssen wir daran festhalten, was uns in der Defensivorganisation stark macht und weiter offensiv spielen. Diesen Spagat müssen wir hinkriegen", merkt Sorg an. Dem VfL Wolfsburg droht dagegen nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge der Absturz ins Niemandsland der Tabelle. "Eine neuerliche Niederlage würde uns erst mal von den oberen Plätzen abschneiden. Insofern geht es für uns am Samstag schon darum, dass wir zu Beginn der Saison den Anschluss an die oberen Ränge nicht verlieren", sagt VfL-Trainer Felix Magath.

Personell kann der 58-Jährige dabei aus dem Vollen schöpfen. Bei den Breisgauern fehlen dagegen erneut Mensur Mujdza (Innenband-Teilanriss) und Jan Rosenthal (Aufbautraining)sowie höchstwahrscheinlich auch Heiko Butscher (Oberschenkelverletzung), der bislang noch nicht wieder mit der Mannschaft trainieren konnte.