Basel - Es war Mark van Bommel und Thomas Müller irgendwie nicht so richtig anzumerken, dass sie mit der 1:2 Niederlage am Samstag gegen Mainz nach sechs Spieltagen die zweitschlechteste Punkteausbeute in der Vereinsgeschichte des FC Bayern mitzuverantworten haben - 1977/78 hatte der Rekordmeister auf die Drei-Punkte-Regel umgerechnet mit sechs Zählern zwei weniger auf dem Konto als heute. Von Panik war erst recht keine Spur.

Locker und gelassen präsentierten sich der Kapitän und der WM-Torschützenkönig im "Auditorium Baloise" des Baseler Hilton Hotels auf der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Spiel gegen den heimischen FC (Dienstag ab 20:30 Uhr im Live-Ticker).

Keine Ausreden mehr

"Wir haben nicht das Gefühl, dass wir von der Art, wie wir Fußball spielen wollen, so weit weg sind. Vor allem spielerisch nicht", erklärte Thomas Müller das entspannte Auftreten auf Nachfrage von bundesliga.de

Der Goalgetter der Bayern hat das Problem in dieser Saison natürlich dennoch erkannt. "Wir machen die Tore nicht und haben zu wenig Punkte. Wir wissen derzeit aber nicht, wo wir die fehlenden Prozente dafür rauskitzeln können", so Müller.

Dass die verletzten Superstars Franck Ribery und Arjen Robben dem ganzen die entscheidende Wendung geben könnten, wollten sowohl Müller als auch van Bommel zwar nicht ausschließen. Van Bommel bestand aber darauf, dass deren Fehlen "keine Ausrede" sein dürfe.

"Ich hoffe, wir kommen gewaltig!"

"Wir haben im vergangene Jahr auch das wichtige Spiel in der Champions League bei Juventus Turin ohne Franck und Arjen absolviert– Arjen kam dann 20 Minuten vor Schluss. Und wir haben es geschafft. Es wird für jeden von uns wieder eine Herausforderung", stellte van Bommel klar.

Sein "Nachbar" Müller sah das ähnlich: "Uns fehlen dadurch vielleicht die herausragenden Einzelaktionen. Aber ich glaube, dass wir als Mannschaft auf dem Platz noch enger zusammenrücken. Und deshalb habe ich auch keine Bedenken, dass die Aufgabe in Basel nicht zu meistern ist."

Mit einem deutlichen Sieg könnte der FC Bayern , wie schon in der vergangenen Saison nach dem Turin-Spiel, die große Wende einläuten. Dass genau das passieren kann, davon ist Müller überzeugt. "Wir müssen ruhig bleiben und weiter an uns glauben. Und dann werden wir auch wieder kommen – und wenn, dann hoffe ich, dass wir gewaltig kommen!"

Aber ob es nach dem verpatzten Start dann noch zur Meisterschaft reichen könnte? Immerhin: 2007 ist es dem VfB Stuttgart als bislang einzigem Team seit Einführung der Drei-Punkte-Regel gelungen, nach je zwei Siegen, Niederlagen und Unentschieden zum Beginn am Ende den Titel zu holen.

Aus Basel berichtet Michael Reis