München - In der Bundesliga sind beide Teams aktuell am längsten ungeschlagen. Die Rollen vor dem Duell des FC Bayern München gegen den FC Schalke 04 (Samstag, ab 18 Uhr im Live-Ticker) sind dennoch klar verteilt. Der souveräne Tabellenführer kann mit dem 15. Sieg in Serie einen weiteren Schritt in Richtung Meisterschaft machen, die Schalker wollen sich nach der 1:6-Pleite gegen Real Madrid rehabilitieren.

Doch trotz der herben Niederlage der Gelsenkirchener geht Bayern-Keeper Manuel Neuer nicht von einem Spaziergang gegen seinen Ex-Verein aus. "Sie werden nicht nach München fahren und uns einfach gewinnen lassen", sagte der 27-Jährige. "Die Schalker wollen ihr wahres Gesicht zeigen, auch wenn sie diese schwere Enttäuschung verkraften müssen."

Neuer erwartet andere Schalker

Die bittere Niederlage im Achtelfinale der Champions League hat der gebürtige Gelsenkirchener, der 2011 von den Schalkern zum FC Bayern gewechselt war, am Mittwochabend vor dem Fernseher verfolgt. "Es war nicht das, was sie wollten", sagte Neuer milde, der Rekordmeister müsse Schalke in jedem Falle "ernstnehmen". Ein ähnliches Ergebnis wie Real setze man sich nicht zum Ziel, "wir wollen das Spiel einfach gewinnen und weiter auf unserem hohen Niveau bleiben".

Dieses Level ist enorm: Schon jetzt haben die Bayern 62 Punkte auf dem Konto, in den letzten Jahren reichte dieser Wert am Saisonende immer mindestens zu Rang 4 - 2001 wurden die Bayern gar nur mit einem Punkt mehr Meister. In der laufenden Saison könnte das Team von Pep Guardiola gar schon im März den Gewinn der Schale unter Dach und Fach bringen (Vorschaufakten).

Rafinha: "Ein 1:0 oder 2:0 ist genug"

Und dies ist Motivation genug, auch gegen Schalke wieder voll auf Sieg zu spielen - trotz des komfortablen Vorsprungs von 19 Punkten auf den Zweiten Bayer Leverkusen. "Bei Bayern musst du immer gewinnen, da gibt es kein anderes Ergebnis. Egal, ob du 20 oder 30 Punkte Vorsprung hast", sagt Rafinha.

Auch der Außenverteidiger, der ebenfalls eine Vergangenheit bei den Königsblauen hat, warnte davor, den angeschlagenen Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. "Das ist ein ganz anderer Wettbewerb, wir dürfen eine Mannschaft wie Schalke nicht unterschätzen", sagte der Braslianer, der von 2005 bis 2010 für die Königsblauen die Kickstiefel schnürte. An ein erneutes Schützenfest glaubt der 28-Jährige nicht: "Für uns ist der Sieg wichtig, ein 1:0 oder 2:0 ist genug."