Köln - Katerstimmung beim 1. FC Köln: Wenige Tage vor dem Höhepunkt des Karnevals herrscht in der Domstadt wieder einmal Tristesse. Der FC verpasste durch eine 0:1-Heimniederlage gegen den Hamburger SV den Sprung auf Platz 8 und den Anschluss an die internationalen Plätze. Obendrein sorgt ein kritisches Interview für einigen Wirbel.

Denn obwohl Kölns Superstar gar nicht gespielt hatte, war trotzdem in aller Munde. In der "Bild am Sonntag" hatte der derzeit verletzte Lukas Podolski ein Interview gegeben, das von Vereinsseite in der veröffentlichten Form nicht autorisiert worden war.

Klärendes Gespräch mit Podolski

In einem klärenden Gespräch am Montag zwischen dem Spieler, seinem Berater sowie dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, Claus Horstmann, und Geschäftsführer Sport Volker Finke wurde das Thema aber schon wieder geklärt und abgehakt.

Auch das Heimspiel gegen den HSV sollten die Kölner schnell abhaken. Nach einer äußerst mittelmäßigen Vorstellung kassierten die "Geißböcke" kurz vor Schluss das spielentscheidende Tor zur verdienten . Damit dürften sich die vagen Hoffnungen vorerst zerschlagen haben, sich vielleicht doch einmal in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen und in Reichweite der internationalen Plätze zu kommen.

Verletztenmeldungen reißen nicht ab

In dieser Verfassung müssen die Rheinländer eher froh sein, ein etwas beruhigendes Sechs-Punkte-Polster auf die Abstiegsränge zu haben. Viel mehr als ein ordentlicher Mittelfeldplatz scheint auch in dieser Saison nicht möglich zu sein. Zu den spielerischen Mängeln gesellt sich auch regelmäßig eine gehörige Portion Pech in Form immer wieder auftretender Verletzungen wichtiger Spieler.

In der Hinrunde erwischte es Pedro Geromel, Adil Chihi oder Milivoje Novakovic, zum Rückrundenstart dann Podolski und aktuell Ammar Jemal. "Das Problem sind unsere vielen Verletzten und Gesperrten. So müssen wir uns jeden Punkt sehr, sehr hart erkämpfen", meinte ein sichtlich frustrierter Kölner Trainer Stale Solbakken.

"Ich denke nicht an Karneval"

Die Freude auf die vereinseigene Karnevalssitzung und die tollen Tage wollte sich beim Trainer nicht einstellen. "Nach so einer Niederlage denke ich nicht an Karneval. Es ist ärgerlich. Das Spiel hätte so oder so ausgehen können", sagte der Norweger nach der fünften Heimniederlage.

Mit nur einem Punkt aus den letzten drei Heimspielen haben die Kölner viel zu wenig aus ihrer zwischenzeitlich hervorragenden Ausgangsposition gemacht. Schon jetzt stehen mehr Heimpleiten zu Buche als in der gesamten Vorsaison, als der FC mit 35 Punkten im eigenen Stadion die Grundlage für den Klassenerhalt und Platz 10 schuf.

So müssen die Domstädter weiter den Blick nach unten richten und sich bereits am kommenden Karnevalssamstag in Nürnberg im Abstiegskampf erneut einem direkten und hinter ihnen platzierten Konkurrenten stellen. Gegen Wolfsburg und Hamburg ging es in der Rückrunde schief, nur der Sieg in Kaiserslautern verhinderte Schlimmeres. Doch darauf sollten sich die Kölner nicht allzu lange ausruhen.

Aus Köln berichtet Tobias Gonscherowski