Er ist ein Mann mit dem gewissen Promi-Faktor: Andreas Ivanschitz ist als Fußballer über die Grenzen bekannt, aber zuallererst in Österreich eine große Nummer. Die Meldung vom bevorstehenden Wechsel des Fußballprofis zu dem kurioserweise gerade im österreichischen Flachau trainierenden 1. FSV Mainz 05 wanderte in den nationalen Sportschlagzeilen in Österreich auf Rang 1.

Ivanschitz gilt als eines der ganz großen Talente im österreichischen Fußball: Profi-Debüt im Alter von nur 16 Jahren bei Rapid Wien, mit 19 schon Nationalspieler und sogar Kapitän der Nationalmannschaft.

Henk ten Cate als Karrierebemse

Gut dotierte Wechsel zu Red Bull Salzburg und zum griechischen Champions-League-Teilnehmer Panathinaikos Athen folgten. Schließlich die Europameisterschaft im eigenen Land, die Ivanschitz als Teamkapitän bestritt. Viel steiler kann die Karriere eines jungen Fußballers nicht verlaufen.

Doch Ivanschitz widerfuhr, was schon andere Profis durchlaufen mussten. Plötzlich geriet die Karriere ins Stocken. Nach drei Trainerwechseln bei Panathinaikos innerhalb von drei Jahren, die Ivanschitz als feste Größe der Mannschaft miterlebte, übernahm der Niederländer Henk ten Cate als sein vierter Coach das Sagen bei den Griechen.

Unter ihm spielte Ivanschitz nur eine untergeordnete Rolle, wurde oft gar nicht berücksichtig. Diesem Umstand schreibt Ivanschitz es auch zu, dass er zuletzt nach 49 Einsätzen nicht mehr in die Nationalmannschaft berufen wurde.

"Es geht nicht immer bergauf"

Ein großes, mit großem Medienrummel aufgebautes Talent muss erst einmal innehalten. Nun steht Ivanschitz im immer noch zarten Fußballeralter von 25 Jahren vor einem Neustart.

"Ich bin mit dem Druck aufgewachsen, dass an meine Person immer eine besondere Erwartungshaltung gestellt wird. Damit kann ich leben", sagt Ivanschitz: "Die Realität ist aber eben nicht so, dass es immer bergauf geht. Es gibt eben auch immer mal Rückschläge, das habe ich alles miterlebt."

Mit Mainz "ein sehr gutes Gefühl"

Spieler aufzubauen, die auf ihrem Karriereweg steckengeblieben sind - das klingt nach einer idealtypischen Aufgabe für Mainz 05. Leon Andreasen, Mohamed Zidan oder Manuel Friedrich sind nur drei Beispiele für solche Entwicklungen, die Profis in Mainz schon genommen haben.

"Es gab viele Anfragen während der Transferzeit. Für mich war es aber entscheidend, wie sehr ein Verein mich haben will, wie er an mich herantritt. Da hatte ich schon gleich beim ersten Kontakt mit Manager Christian Heidel und Trainer Jörn Andersen in Mainz ein sehr gutes Gefühl", sagt Ivanschitz: "Ich kenne Mainz 05 als Verein mit einer großen Begeisterung und mit einem starken Kollektiv. Das hat sich mit meinen ersten Eindrücken jetzt hier im Trainingslager in Flachau absolut bestätigt."

Blickpunkt Bundesliga

Als entscheidender Faktor kommt natürlich die Bundesliga hinzu. "Die Bundesliga ist eine der drei besten Ligen in Europa, bei der man sehr im Blickpunkt steht und die man in Österreich ganz genau verfolgt. Es war für mich schon immer ein Ziel in Deutschland zu spielen", sagt Ivanschitz: "Jetzt zählt für mich aber nur 100 Prozent Mainz 05. Unser Ziel ist der Klassenerhalt. Der Abstiegskampf ist für mich eine neue Herausforderung. Ich muss in meine Rolle erst noch hineinwachsen, dazu muss ich mich an die Geschwindigkeit und die Laufstärke in der Bundesliga gewöhnen. Es ist auch für mich persönlich wichtig, diesen nächsten Schritt zu machen."

Trainer Jörn Andersen hat seine Wunschposition für Ivanschitz schon festgelegt, am liebsten plant er ihn in der Mittelfeldzentrale ein. Doch ähnlich wie der Norweger auch sieht der Linksfuß sich nicht festgelegt auf eine Position. "Ich habe nie konstant auf einer Position gespielt. Halblinks oder links im Mittelfeld, hinter den Spitzen - wo ist mir eigentlich egal. Ich will mich erst einmal in diese Mannschaft hineinfügen, noch bin ich ja ein Fremdkörper."

Beim ersten Testspiel im Mainzer Trikot in Grödig wurde Ivanschitz erwartungsvoll von den österreichischen Fußballfans empfangen. In der Heimat hat er mit den 05ern den Neustart seiner Karriere initiiert. Es gibt schlechtere Umstände dafür.



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