Der neue HSV-Trainer Armin Veh steht vor einem Luxusproblem: Mit Jaroslav Drobny hat der Hamburger SV einen viel umworbenen Torhüter verpflichtet. In Frank Rost verfügen die Hanseaten aber eigentlich schon über eine Nummer eins.

Veh hat nun die Qual der Wahl. Entweder er düpiert seinen Neuzugang oder er verbannt Routinier Rost ins zweite Glied.

Die Spieler selbst stellen sich dem Kampf um den Platz im Tor. "Dass auf der Torwartposition Konkurrenz herrscht, ist für mich überhaupt kein Problem", sagt der Ex-Herthaner Drobny. Und Rost gibt selbstbewusst zu Protokoll: "Ich bin die Nummer eins in Hamburg."

Hinter den beiden prominenten Schlussmännern scharrt mit dem 24-jährigen Wolfgang Hesl zudem ein talentierter Nachwuchsmann mit den Hufen, der seinen Vertrag erst kürzlich um zwei Jahre verlängert hat - zu einem Zeitpunkt als von der Drobny-Verpflichtung noch nichts bekannt war. Der Kampf um die raren Kaderplätze ist eröffnet bei den "Rothosen". Diese Konstellation, so Veh, "ist so gewollt".

Doch wer macht letztlich das Rennen, was spricht für den 30-jährigen Drobny, was für den 37-Jährigen Rost? bundesliga.de vergleicht die beiden Keeper anhand von Daten der vergangenen Spielzeit.

Leistungsdaten 2009/10

Anzahl Spiele:
Statistisch gesehen boten sich beide 2009/10 ein Duell auf Augenhöhe. "Dauerbrenner" Rost verpasste nur eine Halbzeit (seine dritte Auswechslung in seiner Zeit beim HSV, in der er bisher alle 119 Bundesliga-Spiele absolvierte), Drobny verpasste verletzungsbedingt vier Partien.

Zu-Null-Spiele und abgewehrte Schüsse:
Rost gelangen neun Zu-Null-Spiele, eines mehr als Drobny. Er kassierte weniger Gegentore (40:41), obwohl er mehr Spiele bestritt. Dies war teilweise auch der Abwehrschwäche der Hertha geschuldet, denn Drobny konnte anteilig mehr Schüsse auf seinen Kasten abwehren (74:72 Prozent). Mit diesem Wert lag der Hertha-Keeper ligaweit auf Platz 3 (hinter Butt und Müller), Rost belegte Rang 6. Bei den hohen Bällen sprechen die Zahlen leicht für Drobny, bei den Pässen/Abschlägen/Abwürfen hat Rost knapp die Nase vorn.

Erfahrung

Bundesligaspiele insgesamt:
Frank Rost verkörpert pure Erfahrung: Der 37-Jährige bestritt bereits 396 Bundesliga-Spiele für Bremen, Schalke und den HSV - mehr als jeder andere aktive Bundesliga-Spieler. Somit ist Rost quasi "der Dino beim Dino". Der 30-jährige Jaroslav Drobny hat weniger als ein Drittel von Rost auf dem Buckel: 114 Bundesliga-Spiele für Bochum und Hertha stehen in seiner Vita.

Titel:
Mit Werder wurde Rost 1994 und 99 Pokalsieger, für einen Bundesligatitel reichte es aber noch nicht. Mit Werder (1995) und Schalke (2005) wurde er zwei Mal Vizemeister. Für Drobny steht als bestes Ergebnis Platz 4 zu Buche (2008/09 mit Hertha).