München - Ob Neuzugang Mikael Ishak die aktuellen Sturmprobleme des 1. FC Köln beheben kann, ist fraglich. Das 18-jährige Offensivtalent fällt vermutlich eher in die Kategorie Perspektivtransfer. Trotzdem lohnt es sich, den schwedischen Angreifer genauer unter die Lupe zu nehmen.

Besonders interessant ist, dass der Kölner Wintertransfer bisher seine gesamte Karriere bei einem einzigen Verein verbracht hat. Der schwedische Zweitligist Assyriska FF Södertälje war sein erster und einziger Club in der Jugend und bei den Profis. Ein passender Verein für den in der syrischen Hauptstadt Damaskus geborenen Ishak.

"Für mich war Assyriska FF immer der richtige Verein"

Ishak selbst, der in der syrischen Hauptstadt Damaskus geboren wurde, war von seinem Club jederzeit überzeugt. "Für mich war Assyriska FF immer der richtige Verein. Meine Familie wohnt fast direkt neben dem Trainingsplatz. Mit neun Jahren habe ich bei Assyriska angefangen Fußball zu spielen, mit 17 habe ich dann den Sprung zu den Profis geschafft. Der Verein hat mich viel gelehrt, dafür bin ich sehr dankbar", betont der junge Schwede.

Bei Assyriska FF in der zweiten schwedischen Liga erzielte Ishak in der laufenden Saison neun Treffer in 28 Spielen. Drei weitere Tore bereitete er direkt vor. In der vorangegangenen Spielzeit kam Ishak auf 19 Einsätze bei vier Toren und drei Vorlagen.

Mit diesen Leistungen machte sich der 1,83 Meter große Stürmer auch für die schwedische Nationalmannschaft interessant. Im Jahr 2011 kam er deshalb zu seinem Debüt in der U19-Auswahl der Skandinavier, für die er in zwei Einsätzen bereits ein Tor erzielen konnte.

Im Probetraining überzeugt

Nun wagt Ishak also den Sprung ins Ausland zum 1. FC Köln, wo er im Dezember bereits ein einwöchiges Probetraining absolviert hatte. Dabei konnte er die Verantwortlichen der "Geißböcke" offenbar von sich überzeugen. Denn FC-Geschäftsführer Volker Finke äußerte sich sehr erfreut über den Neuzugang.

"Trotz seines jungen Alters verfügt Mikael bereits über eine starke Physis. Er ist beidfüßig, schussstark und hat uns sowohl im Probetraining als auch mit seinen Leistungen im Verein und der schwedischen Juniorennationalmannschaft überzeugt", fasst Finke zusammen.

Dennoch ist allen Beteiligten klar, dass die Umstellung von der zweiten schwedischen Liga auf die Bundesliga Zeit erfordert. "Er ist ein Mann für die Zukunft", bestätigt Kölns Trainer Stale Solbakken.

"Ich weiß, dass es sehr hart wird"

Ishak selbst sieht die Situation ebenfalls realistisch, steckt sich aber auch selbstbewusste Ziele. "Ich möchte mich durch gute Trainingsleistungen empfehlen und mittelfristig Stammspieler werden. Ich weiß aber, dass das sehr hart wird, da das Niveau in der zweiten schwedischen Liga nicht mit der Bundesliga vergleichbar ist. Ich muss mich an den Fußball in Deutschland erst gewöhnen", schätzte er seine Situation ein.

Wenn es der schwedische Juniorennationalspieler tatsächlich schafft, sich an das Niveau der Bundesliga heranzuarbeiten, dann kann er die erhoffte Verstärkung für die Zukunft sein.

Daniel Knoke

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