Köln - Er ist mit Abstand der jüngste Trainer der Bundesliga. Julian Nagelsmann von der TSG 1899 Hoffenheim ist gerade einmal 29 Jahre alt. Und trotzdem mischt er mit seiner Mannschaft die Liga auf. Im Video oben erklärt das Trainer-Wunderkind seine Strategie und verrät seine Träume, die er im Fußball noch hat.

Wer ist der Trainer der Hinrunde?

Mit 29 Jahren ist Julian Nagelsmann genau so alt wie seine Spieler. Und dennoch versteht er es wie kaum ein anderer seines Fachs, seine Vorstellungen als Trainer an die Mannschaft zu vermitteln. Als einziges Team sind die Hoffenheimer nach den ersten 16 Spielen noch ungeschlagen. Dass das alleine sein Verdienst ist, schiebt Nagelsmann allerdings weit von sich. "Für die Erfolgsstory mit dem Club bin ich nicht alleine verantwortlich", erklärt der Trainer gewohnt zurückhaltend: "Ich habe natürlich meinen Beitrag dazu geleistet, aber vor allem auch die Spieler."

Retter in der Not

Im Februar 2016 übernahm Nagelsmann den Chetrainer-Posten bei 1899 Hoffenheim. Zuvor war er dort Coach der U19-Junioren, mit denen er 2013/14 Deutscher A-Jugend-Meister wurde. Damals stand die TSG mit sieben Punkten Rückstand aufs rettende Ufer auf einem Abstiegsplatz. Mit einem Kraftakt holte er in den noch verbleibenden 14 Spielen 23 Punkte und sicherte mit Hoffenheim die Klasse. Seine Bilanz ist beeindruckend. Gerade einmal sechs Spiele gingen unter seiner Regie verloren.

Nagelsmann ist ein ausgezeichneter Stratege, angetrieben von Erfolg und sportlichem Ehrgeiz. Dabei vergisst er aber auch nicht die menschliche Seite, weshalb er bei den Spielern ankommt und trotz des geringen Altersunterschieds keine Probleme hat - auch wenn ihm seine Schützlinge fußballerisch überlegen sind. Er hat eben das gewisse Etwas. "Du musst immer wieder versuchen, mit Inhalten zu überzeugen und den Jungs das Gefühl geben, dass sie sich unter deiner Leitung verbessern können."

Auf Rekordjagd

Nach der Winterpause ist natürlich die große Frage: Wie viele Spiele bleibt Hoffenheim noch unbesiegt? Eine ganze Saison wäre historisch. Der Trainer selbst bleibt dabei ganz gelassen. "Wenn das möglich ist, dann wollen wir das natürlich probieren. Aber es bricht auch keine Welt zusammen, wenn wir mal ein Spiel verlieren sollten", sagt er. Dafür ist er viel zu ehrgeizig und geht in den Partien voll auf Sieg. "Wenn du Mut beweist, dann gehört es auch dazu, dass man auch mal auf die Nase fällt." Das ist Nagelsmann bislang allerdings noch nicht passiert.