Rolf Töpperwien ist seit 1973 als Sportreporter für das ZDF tätig. Eine Bundesliga-Übertragung des öffentlich-rechtlichen Senders ohne "Töppi" ist mittlerweile kaum vorstellbar.

Am Samstag absolvierte der 58-Jährige beim Spiel des 1. FSV Mainz 05 gegen den FC Bayern München seinen 1400. Bundesliga-Einsatz - fast auf den Tag genau 35 Jahre nach seiner ersten Übertragung. Am 24. August 1974 berichtete er über das Spiel Wuppertaler SV gegen den MSV Duisburg.

Dicke mit Otto

Rolf Töpperwien ist ein Mann der ersten Stunde. Er war es, der das Blitz-Interview direkt nach dem Spiel auf dem Rasen salonfähig gemacht hat Auch wenn er dafür anfangs noch Kritik einstecken musste.

Unvergessen sind seine vielen Interviews mit Trainer-Legende Otto Rehhagel, mit dem er 2004 auch den EM-Titel der Griechen feierte. Rehhagel zählt mittlerweile zu seinen engsten Freunden.

Zuletzt sorgte er für Furore, als er beim Überraschungssieg von Eintracht Trier im DFB-Pokal gegen Hannover 96 die Halbzeit-Ansprache des Eintracht-Trainers Mario Basler und auch die Feierlichkeiten danach in der Kabine filmen durfte.

Ende in Sicht

Töpperwien ist Sportreporter mit Leib und Seele. Mit seiner guten journalistischen Arbeit und seiner umgänglichen Art ist er im Kollegenkreis, aber auch bei den Spielern beliebt und angesehen. "Es ist eine große Familie und ich gehöre nicht zu denjenigen Journalisten, die sagen, es sind zwei Boote, in denen Journalisten und Spieler sitzen. Ich sage, wir sitzen in einem Boot", erklärte "Töppi" einst seine Beziehung zu den Profis.

Die aktuelle Spielzeit wird für ihn wohl die vorerst letzte sein. Ein paar Spiele könnten noch in der Saison 2010/11 dazukommen. Denn spätestens Ende September 2010, kurz vor seinem 60. Geburtstag, will "Töppi" in den vorzeitigen Ruhestand gehen, um seine ganze Aufmerksamkeit seiner Frau Barbara und seinem Sohn Louis zu schenken.

Michael Reis