Belek - Auch wenn die Hinrunde für Werder Bremen enttäuschend endete, so gab es zum Ende des Jahres doch einen Lichtblick im Team von der Weser: Dominik Schmidt. Der 23-Jährige verdrängte Mikael Silvestre aus der Startelf und hat auf der linken Seite der Viererkette überzeugt.

"Der Trainer schenkt mir momentan das Vertrauen und ich versuche, ihm zu zeigen, dass er sich auf mich verlassen kann. Als Stammkraft sehe ich mich aber noch nicht", sagt Schmidt im bundesliga.de-Interview. Doch schon in den Testspielen, in denen Trainer Thomas Schaaf die vermeintliche Startelf für den Rückrundenstart aufstellte, war Schmidt wieder am Ball.

bundesliga.de: Herr Schmidt, im Testspiel gegen Trabzon hat Werder wieder ein frühes Gegentor bekommen. Hat Sie das an die Hinrunde erinnert?

Dominik Schmidt: Nein, das nicht. Der türkische Spieler trifft die Kugel einfach voll - ein Sonntagsschuss. Aber wir arbeiten im Trainingslager hart daran, dass wir auch solche Gegentore möglichst verhindern. Denn unser Ziel ist es, gut vorbereitet in die Rückrunde zu starten.

bundesliga.de: Während viele Trainer in Testspielen munter durchwechseln, stellt Thomas Schaaf fast die Startelf aus der Schlussphase der Hinrunde auf. Eher ungewöhnlich, oder?

Schmidt: Es ist immer von Vorteil, wenn sich eine Elf einspielen kann. Das ist auch bei uns der Fall. Insgesamt muss aber die ganze Mannschaft alles daran setzen, dass wir die Defizite, die wir in der Hinrunde gezeigt haben, für die Zukunft abstellen und so weniger Fehler zu machen.

bundesliga.de: Nur Borussia Mönchengladbach hat mehr Gegentore als Werder kassiert. Muss vor allem in der Defensive der Hebel angesetzt werden?

Schmidt: Wir müssen uns insgesamt neu finden. Es heißt ja auch, dass die Abwehr schon vorne im Sturm beginnt. Wenn nur einer nicht an seine Leistungsgrenze geht, dann kann das schon ein Gegentor zur Folge haben. In Belek haben wir aber die besten Voraussetzungen, um daran zu feilen, dass wir wieder eine funktionierende Einheit werden.

bundesliga.de: Mit Dominik Schmidt als Stammkraft auf der linken Seite der Viererkette?

Schmidt: Nein, dass will ich so nicht sagen. Ich freue mich aber über jede Minute, die ich spielen darf. Der Trainer schenkt mir momentan das Vertrauen und ich versuche, ihm zu zeigen, dass er sich auf mich verlassen kann. Als Stammkraft sehe ich mich aber noch nicht.

bundesliga.de: Hugo Almeida hat den Verein verlassen, Denni Avdic ist als Ersatz dazugekommen. Ist der Schwede ein adäquater Ersatz?

Schmidt: Das denke ich schon. Denni macht einen guten Eindruck. Ich hoffe sehr, dass er sich schnell an die Bundesliga gewöhnen wird.

bundesliga.de: Kann der Druck im Kampf gegen den Abstieg vielleicht zu groß werden?

Schmidt: Klar ist der Druck groß. Viele Spieler haben so eine Situation in ihrer Karriere noch nicht erlebt. Wir haben in den vergangenen Jahren immer nur vorne mitgespielt. Jetzt heißt es, das Feld von hinten aufzuräumen. Und wir sind alle gewillt, genau das in die Tat umzusetzen. Ich bin guten Mutes, dass wir das auch schaffen.

bundesliga.de: Geht vielleicht auch was in Richtung Europa-League-Plätze?

Schmidt: Wir dürfen nur von Spiel zu Spiel denken und müssen in jeder Partie mit absoluten Siegeswillen zu Werke gehen. Und dann kann das vielleicht auch noch was werden.

bundesliga.de: Und welche Schlagzeile würde Dominik Schmidt zum Ende der Hinrunde gerne über sich lesen?

Schmidt: Da habe ich keine. Aber ich würde mich über eine Vertragsverlängerung freuen.

Aus Belek berichtet Michael Reis