Nach dem bitteren 1:5 in Hoffenheim haben die Verantwortlichen des Hamburger SV auf das sportliche Abrutschen in der Liga reagiert und am Montag Trainer Bruno Labbadia beurlaubt.

Bis zum Saisonende übernimmt der bisherige Techniktrainer Ricardo Moniz das Kommando bei den "Rothosen", die am Donnerstag beim FC Fulham (ab 20:50 Uhr im Live-Ticker) unbedingt den Einzug ins Finale der Europa League schaffen wollen - wahrscheinlich das bisher wichtigste Spiel in dieser Saison.

Im Interview steht Bernd Hoffmann, der Vorstandsvorsitzende des HSV, Rede und Antwort zu den aktuellen Entwicklungen.

Frage: Bernd Hoffmann, was hat Sie zur Entlassung von Bruno Labbadia drei Tage vor dem Europa-League-Spiel in Fulham bewogen?

Bernd Hoffmann: Es war der letzte Zeitpunkt, zu reagieren und das Ziel Europa League nicht zu gefährden. Wir haben die Situation noch in der Nacht wie angekündigt analysiert. Sie hat sich uns so dargestellt, dass wir in der jetzigen Konstellation nicht erwarten konnten, das Spiel beim FC Fulham erfolgreich zu bestehen.

Frage: Labbadia galt als ihr Wunschtrainer. Gab es zu der Trennung keine Alternative?

Hoffmann: Die Entscheidung gegen ihn ist uns sehr schwer gefallen. Wir wollten mit Bruno Labbadia etwas aufbauen und den Kreislauf durchbrechen, jede Saison einen neuen Trainer zu holen. Aber wir mussten feststellen, dass sich unsere Hoffnung, die beiden unterschiedlichen Gesichter der Mannschaft in Bundesliga und Europacup zu einem positiven zu vereinen, nicht erfüllt hat.

Frage: Damit ist der Mannschaft auch das Alibi für schlechte Leistungen genommen.

Hoffmann: Die Mannschaft hat zuletzt schlecht gespielt, aber jetzt muss das Spiel in Fulham im Vordergrund stehen. Wir wollten die Wahrscheinlichkeit erhöhen, in diesem immens wichtigen Spiel erfolgreich zu sein. Jetzt gibt es keine Nebenkriegsschauplätze mehr. Kein Spieler kann sich mit etwas anderem beschäftigen als mit seiner eigenen Leistung auf dem Platz.

Frage: Glauben sie, dass Techniktrainer Ricardo Moniz der richtige Mann ist, die verbleibenden Ziele zu erreichen?

Hoffmann: Wir glauben, dass er die paar Prozent herausholen kann, die der Mannschaft in den letzten Wochen verloren gegangen sind. Er kennt die Mannschaft, den Gegner und den englischen Fußball. Wir haben uns auch über Alternativen Gedanken gemacht. Aber es gibt wohl niemanden, der mehr HSVer ist als Moniz.